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10.000 Lehrer/innen werden heute arbeitslos

29.07.2015

GEW: Pädagogische Profis auch in den Ferien bezahlen

Stuttgart – In Baden-Württemberg beginnen heute für etwa 1,6 Millionen Schüler/innen die Ferien und für gut 10.000 Lehrer/innen die Arbeitslosigkeit. Etwa 7.000 Referendar/innen und 3.000 befristet angestellte und für Krankheitsvertretungen eingesetzte Lehrkräfte werden zum Ferienbeginn von der Landesregierung entlassen, obwohl die meisten von ihnen im neuen Schuljahr wieder unterrichten werden.

„Die Lehrerinnen und Lehrer für die Vertretungen sind für die Schulen der Rettungsanker. Sie halten unter oft schwierigen Bedingungen und schlechter Bezahlung den Unterrichtsbetrieb in Baden-Württemberg aufrecht. Die meisten werden ab September wieder am Lehrerpult benötigt, werden aber trotzdem von der Landesregierung in die Arbeitslosigkeit geschickt. Auch die Schulleitungen hängen in der Luft, weil sie oft erst im September wissen, ob die Unterrichtsversorgung im neuen Schuljahr gesichert ist. Die meisten der fertigen Referendare können sich wenigstens angesichts der vergleichsweise guten Lehrereinstellung am September über eine Stellenzusage freuen. Aber welcher andere Arbeitgeber entlässt seinen selbst ausgebildeten Nachwuchs erst einmal in die Arbeitslosigkeit? So wie die Landesregierungen seit Jahrzehnten agieren, geht kein guter Arbeitgeber mit seinen Fachkräften um. Wir erwarten, dass diese Praxis nach der Landtagswahl 2016 gestoppt wird“, sagte am Mittwoch (29.07.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg.

Die Bildungsgewerkschaft GEW spricht sich dafür aus, die Vertretungsreserve wie in vielen anderen Bundesländern aus festen Stellen aufzubauen und bis dahin zumindest die Sommerferien zu bezahlen. Die Praxis der befristeten Beschäftigung veranlasst auch junge Lehrer/innen, Baden-Württemberg zu verlassen. Dadurch gelingt es immer weniger, den Ausfall von Lehrkräften zu kompensieren. Grüne und SPD hatten diese Praxis der ehemaligen CDU/FDP-Landesregierung bis 2011 immer kritisiert und versprochen, die Bezahlung der pädagogischen Profis in den Sommerferien sicherzustellen.

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