Sie sind hier:

Eltern-Proteste gegen Lehrermangel

04.09.2017 - GEW-Pressemitteilung

GEW: Unterrichtsausfall steigt, Lehrer fehlen – mehr in Bildung investieren

(Zumeldung PK Landeselternbeirat, BLV)

Stuttgart – Die Bildungsgewerkschaft GEW unterstützt den Aufruf des Landeselternbeirats, gegen Lehrermangel und Unterrichtsausfall zu protestieren. „Wenn am Montag die Schule beginnt, werden Lehrerinnen und Lehrer fehlen und Pflichtunterricht wird ausfallen. Von einer sinnvollen Umsetzung der Inklusion, guter Förderung oder der Einführung des Ethik-Unterrichts ist keine Rede mehr. Zwar will die Landesregierung ab nächstem Jahr keine Lehrerstellen streichen, aber durch die grün-schwarze Sparpolitik gibt es an den 4.500 Schulen im Land ab nächster Woche 700 Stellen weniger als im Schuljahr 2016/2017“, sagte am Montag (04.09.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Die GEW kritisiert auch den Lehrermangel an den Beruflichen Schulen. „In bestimmten Fächern und besonders im ländlichen Raum gibt es erhebliche Probleme. Es fehlen Bewerber für naturwissenschaftliche und berufsbezogene Fächer im Bereich Gewerbe. Für diese Fächer konnten erneut nicht ausreichend Lehrkräfte gewonnen werden. Die Zahl der Interessenten war gegenüber dem Vorjahr sogar rückläufig. Die hohe Qualität der beruflichen Bildung in Baden-Württemberg steht auf dem Spiel“, sagte Moritz.

Die Bildungsgewerkschaft setzt sich auch dafür ein, dass Flüchtlinge in Baden-Württemberg eine gute Bildung erhalten und ihre schulische oder duale Ausbildung abschließen können. „Die Integration der geflüchteten Kinder und Jugendlichen prägt den Alltag in den Kitas und den Klassenzimmern. Die Erfahrungen zeigen, dass ein Jahr in den so genannten Flüchtlingsklassen meistens nicht ausreicht, damit danach diese Schülerinnen und Schüler Regelklassen besuchen oder eine Ausbildung starten können. Die Integration wird nicht gut gelingen, wenn die Landesregierung jetzt 200 Stellen in diesem Bereich streicht und im nächsten Jahr 600 weitere wegfallen, obwohl die Schülerzahlen nur geringfügig gesunken sind“, sagte Moritz.

Zurück