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Integration: Kitas und Schulen brauchen mehr Unterstützung

21.07.2017 - GEW-Pressemitteilung

Abschiebungen stoppen, Bleiberecht ausbauen, Geflüchtete hier ausbilden

Stuttgart – Die Bildungsgewerkschaft GEW und der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg setzen sich dafür ein, dass Flüchtlinge in Baden-Württemberg eine gute Bildung erhalten und ihre schulische oder duale Ausbildung abschließen können. Kitas und Schulen und alle anderen Bildungseinrichtungen brauchen dafür mehr Unterstützung.

„Die Integration der geflüchteten Kinder und Jugendlichen prägt den Alltag in den Kitas und den Klassenzimmern. Die Erfahrungen zeigen, dass ein Jahr in den so genannten Flüchtlingsklassen meistens nicht ausreicht, damit danach diese Schülerinnen und Schüler Regelklassen besuchen oder eine Ausbildung starten können. Die Integration wird nicht gut gelingen, wenn die Landesregierung jetzt 200 Stellen in diesem Bereich streicht und im nächsten Jahr 600 weitere wegfallen, obwohl die Schülerzahlen nur geringfügig gesunken sind“, sagte am Freitag (21.07.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

GEW und Flüchtlingsrat setzen sich dafür ein, dass während einer schulischen und einer dualen Ausbildung Jugendliche und junge Erwachsene nicht abgeschoben werden. In einer Information für alle Schulen informiert jetzt die Bildungsgewerkschaft Schulleitungen und Lehrkräfte darüber, wie sie sich bei Abschiebungen verhalten können.

Geflüchtete Kinder und Jugendliche kommen an den allgemeinbildenden Schulen häufig in sogenannte Vorbereitungsklassen (VKL), in denen hauptsächlich die deutsche Sprache vermittelt wird, bevor sie in Regel-Klassen integriert werden. In den VKL lernen derzeit 30.967 Kinder und Jugendliche, überwiegend an Grundschulen, Haupt-/Werkrealschulen und Gemeinschaftsschulen. In den beruflichen Schulen besuchen Geflüchtete im Rahmen der Berufsschulpflicht Klassen des Vorbereitungsjahres Arbeit und Beruf mit dem Schwerpunkt Erwerb von Deutschkenntnissen (VABO-Klassen). Derzeit gibt es dort 9.461 Schüler/innen.

„Baden-Württemberg, das von seinen internationalen Beziehungen profitiert, wird im Umgang mit den zu uns geflüchteten Menschen seiner Verantwortung nicht gerecht. Zusätzlich zu den 2017 bereits gestrichenen 1.074 Lehrerstellen streicht die Landesregierung jetzt 200 Stellen für die Flüchtlingsklassen, kürzt die Stundentafel und gefährdet die Integration. Den Kitas fehlt jede Unterstützung und in den Schulen gibt es in den Regelklassen keine Mittel für Sprachunterricht. Die Kürzungen müssen zurückgenommen und alle Bildungseinrichtungen so ausgestattet werden, dass Integration gelingen kann oder die Menschen, die später in ihre Herkunftsländer zurückkehren, dort mit einer guten Ausbildung zum Aufbau ihrer alten Heimat beitragen können“, sagte Moritz.

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