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Keine Qualitätsverbesserungen in dieser Wahlperiode?

28.06.2017 - GEW-Pressemitteilung

Qualitätsentwicklung braucht Investitionen und nicht nur andere Strukturen

(Zumeldung PK Kultusministerium Qualität an Schulen, 28.06.17)

Stuttgart – „Schüler, Eltern und Lehrkräfte müssen sich offenbar darauf einstellen, dass es in dieser Wahlperiode unter Grün-Schwarz an den Schulen keine Qualitätsverbesserungen geben wird. Die heute vorgestellten strukturellen Veränderungen wirken erst in vielen Jahren. Gleichzeitig kürzen Grüne und CDU die Lehrerfortbildungsmittel, es sind wichtige Fortbildungen für Lehrkräfte völlig überbucht oder werden erst gar nicht angeboten. Wir erwarten ein Maßnahmenpaket zur Qualitätsentwicklung an Schulen, das sofort wirkt. Sonst bleiben unsere Schulen weiter Dauerbaustellen, an denen mit fatalen Folgen gespart wird. Bessere Qualität geht nicht kostenneutral“, sagte am Mittwoch (28.06.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)

Für die GEW-Chefin ist fraglich, wie der Plan zur Reform der Schulverwaltung zu besseren Ergebnissen in der Unterrichtsqualität führen soll und erwartet als erstes von der Landesregierung einen Verzicht auf die weitere Streichung von Lehrerstellen. „Wer die Qualität des Unterrichts verbessern will, muss zuerst dafür sorgen, dass er stattfindet. Auch ohne strukturelle Veränderungen und ohne ein neues Institut für Bildungsanalysen weiß jeder, dass zum Beispiel der hohe Anteil von fachfremdem Unterricht insbesondere in den Grundschulen für schlechte Ergebnisse in Mathematik und Deutsch mitverantwortlich ist. Das ließe sich schnell ändern, wenn die Landesregierung nicht weiter an der Bildung spart“, sagte Moritz.

Die GEW weist darauf hin, dass die Landesregierungen in der Vergangenheit sich wenig für die Ergebnisse der Bildungsanalysen des Landesinstituts für Schulentwicklung interessiert haben und die Schulen mit den Ergebnissen der Evaluation allein gelassen wurden.

„Ich kenne viele Beispiele, wo nach der Evaluation an einer Schule klar war, welche Fortbildungsangebote dort nützen würden. Doch der Schulverwaltung standen und stehen nicht die Mittel zur Verfügung, um ganze Teams zu qualifizieren. Die üblichen Häppchen-Fortbildungen, bei denen eine Lehrerin aus dem Kollegium eine Fortbildung an einem Nachmittag besucht und dann das vermittelte Wissen weitergeben sollen, haben einen geringen Effekt“, sagte Moritz.

Am Freitag (30.06.) werden um 15 Uhr Delegationen aus Kitas und Schulen aus ganz Baden-Württemberg bei der landesweiten GEW-Demonstration „Baustelle Bildung“ auf dem Stuttgarter Schillerplatz (Am Alten Museum) eine große „Bildungsbaustelle“ errichten und auf die Situation den Kitas und den Klassenzimmern aufmerksam machen.

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