Sie sind hier:

Mehr Qualität für Kinder

28.08.2017 - GEW-Pressemitteilung

GEW: Spitzenplatz mit viel Luft nach oben – Fachkräftemangel verschärft sich

(Zumeldung Bertelsmann-Stiftung, 28.08.17)

Stuttgart – Die Bildungsgewerkschaft GEW bezeichnet die baden-württembergischen Ergebnisse der Kita-Studie der Bertelsmann-Stiftung als „Spitzenplatz mit viel Luft nach oben“.

„Die Kitas in unserem Land sind immer weniger in der Lage, die erforderliche Qualität sicherzustellen. Freie Stellen können nicht besetzt werden und es fehlen Fachkräfte. Wir brauchen eine bessere Bezahlung, eine bessere Fachkraft-/Kind-Relation und eine verbindliche Leitungszeit für alle Kita-Leitungen“, sagte am Montag (28.08.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg.

Für die Qualitätsentwicklung in Krippen und Kitas setzt sich die GEW für eine verbindliche Leitungszeit von 25 Prozent Leitungsfreistellung pro Kita-Gruppe ein. Für die Bemessung der Leitungszeit gibt es keine landesweiten Standards, 20 Prozent der Kita-Leitungen in Baden-Württemberg bekommen überhaupt keine zusätzlichen Stunden. Damit liegt der Südwesten im bundesweiten Vergleich auf dem 13. Platz. „Eltern und Beschäftigte haben nicht den Eindruck, dass Baden-Württemberg spitze ist. Für Elterngespräche, Teamarbeit, die Dokumentation der Arbeit und die Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit werden mehr Fachkräfte benötigt. Außerdem ist es bei uns im Land stark vom Wohnort abhängig, wie gut die Kitas ausgestattet sind. Wir brauchen endlich verbindliche Standards und eine landesweite Umsetzung des Orientierungsplans“, sagte Moritz.

Die Bildungsgewerkschaft setzt sich in Baden-Württemberg für einen Ausbau der Ausbildungskapazitäten an Fachschulen und Hochschulen ein, erwartet eine angemessene Bezahlung der Kindheitspädagog/innen und will eine Erhöhung des Landeszuschusses für die Betriebs- und Personalkosten der Kitas erreichen.

Die GEW fordert von der Landesregierung ein Umsteuern in der Finanz- und Bildungspolitik. „Wir geben im internationalen Vergleich viel zu wenig für unsere Kitas, Schulen und Hochschulen aus. Statt den Alltag in Kitas und Klassenzimmern endlich wahrzunehmen starren Grüne, CDU und insbesondere Ministerpräsident Winfried Kretschmann auf die Schuldenbremse. Ich halte es für unverantwortlich, dass der Bund den Ländern nicht mehr Geld für Bildung gibt. Während unter einem CDU-Bundeskanzler Helmut Kohl Vermögen besteuert wurde, will das ein grüner Ministerpräsident verhindern, obwohl in Deutschland zwei Drittel des Nettovermögens den zehn Prozent Reichsten gehören“, sagte Moritz.

Mit der Initiative „Bildung. Weiter denken!“ macht sich die GEW bundesweit für einen Kurswechsel in der Bildungspolitik und Bildungsfinanzierung sowie ein bundesweites Kita-Qualitätsgesetz stark. Die GEW ist die größte bildungspolitische Interessenvertretung in Baden-Württemberg und organisiert Beschäftigte aller Bildungseinrichtungen.

Zurück