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Realschulen stärken

23.10.2015 - Pressemitteilung

GEW: Wichtiges Signal für 230.000 Realschüler/innen

(Zumeldung PK Realschulen, 22.10.15)

Stuttgart – Die Bildungsgewerkschaft GEW nennt das Gesetz zur Weiterentwicklung der Realschulen einen Meilenstein in der baden-württembergischen Bildungspolitik. „Es ist gut, dass endlich ein Konzept zur Stärkung der Realschulen auf den Weg gebracht wird. Damit wird dazu beigetragen, dass wir eine große Gruppe von Schülerinnen und Schülern nicht zu Verlierern unseres Bildungssystems machen. Weil sich Eltern immer mehr für die Realschule und gegen die Haupt- und Werkrealschule entscheiden, wechseln verstärkt schwächere Schülerinnen und Schüler auf die Realschule.

Darauf braucht es Antworten. Dazu gehören zusätzliche Lehrerstellen und mehr Unterstützung der Lehrkräfte. Nur durch das Angebot des Hauptschulabschlusses kann auch das Niveau des Realschulabschlusses gehalten werden. Die 500 Stellen werden nicht reichen“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende GEW Baden-Württemberg am Donnerstag (22.10.) in Stuttgart.

Das Konzept zur Weiterentwicklung der Realschulen ist vom Kultusministerium in Gesprächen mit der Arbeitsgemeinschaft der Realschulrektoren und der GEW entstanden. Die GEW organisiert mit fast 6.000 die meisten Lehrer/innen an den Realschulen im Südwesten. Derzeit werden etwa 230.000 Schüler/innen an

429 öffentlichen Realschulen von 13.500 Lehrkräften unterrichtet. Unter der CDU/FDP-Landesregierung erhielten die Realschulen im Unterschied zu den Hauptschulen und Gymnasien keine zusätzlichen Poolstunden. Das wird jetzt durch die zusätzlichen Stunden für die Realschulen geändert.

Die Bildungsgewerkschaft hält die Vorwürfe aus den Lehrerverbänden des Beamtenbundes, der CDU und FDP, die Gründung der Gemeinschaftsschulen ginge zu Lasten anderer Schularten für „durchsichtige Wahlkampfmanöver“. „Das Märchen, die Gemeinschaftsschulen seien teuer ausgestattet, bleibt auch durch ständiges Wiederholen ein Märchen. Wer sich ein Bild über die Arbeit an den Gemeinschaftsschulen machen will, sollte sie besuchen und wird dort feststellen, dass dort nicht nur eine neue Schulart aufgebaut, sondern gleichzeitig der gebundene Ganztagsbetrieb organisiert und Inklusion gestaltet wird. Für diese schwierigen Aufgaben erhalten die Gemeinschaftsschulen eigentlich zu wenig Unterstützung“, sagte Moritz.

Große Heterogenität an Realschulen
Kultusminister Andreas Stoch dafür stark gemacht, dass die Realschulen zusätzliche Mittel für den Umgang mit der großen Heterogenität erhalten. Zur Weiterentwicklung gehört unter anderem, dass die Klassen 5 und 6 als Orientierungsstufe gestaltet werden, zeitweise in Kernfächern temporäre leistungsdifferenzierte Kurse eingerichtet werden und auch der Hauptschulabschluss in der Schule erworben werden kann.

G9-Ausbau würde Realschulen schaden
Die GEW setzt darauf, dass die bestehenden G8-Gymnasien weiter entwickelt und verbessert werden. „Eine Rückkehr zu G9 würde auch den Realschulen schaden, weil dann stärkere Schüler diese Schulart diesen Weg zur Hochschulreife wählen würden. Die Stärke der Realschulen ist es, mit dem mittleren Bildungsabschluss sowohl ein Türöffner für Ausbildungen als auch für den Weg zur Hochschulreife über die beruflichen Gymnasien zu sein. Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Realschule erhalten die Schulen die Voraussetzungen, um diese Anforderungen weiter erfüllen zu können“, sagte Moritz

Grundschulempfehlung
„Derzeit haben beim Wechsel an die Realschule 18,4 Prozent der Schüler eine Gymnasialempfehlung und 24,3 Prozent eine Empfehlung für die Haupt-/Werkrealschule. Für den Umgang mit dieser Heterogenität brauchen wir die versprochenen zusätzlichen Poolstunden sowie Unterstützung bei der Schul-, Unterrichts- und Teamentwicklung. Schülerinnen und Schüler zu unterschiedlichen Bildungsabschlüssen zu führen ist eine pädagogische Herausforderung“, sagte Moritz.

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