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Schülerzahlen steigen, Lehrer fehlen, Landesregierung?

23.08.2017 - GEW-Pressemitteilung

GEW: Studienplätze ausbauen – Grundschullehrkräfte besser bezahlen

(Zumeldung Schülerzahlprognose Stat. Landesamt, 23.08.17)

Stuttgart – „Die grün-schwarze Landesregierung weiß bereits länger, dass die Schülerzahlen steigen und Lehrkräfte fehlen. Niemand versteht, warum sie untätig bleibt und nicht endlich die Studienplätze für Grundschul- und Sonderpädagogik deutlich ausbaut. Vor allem in den Grundschulen wird in knapp drei Wochen mancher Platz hinter dem Lehrerpult leer bleiben. Andere Bundesländer reagieren bereits und bezahlen Grundschullehrkräfte wie die meisten anderen Lehrerinnen und Lehrer in den weiterführenden Schulen mit A13. Durch ihr Nichts-Tun verschärft die Landesregierung den Lehrermangel“, sagte am Mittwoch (23.08.) Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Die heute vorgestellte Schülerzahlprognose des Statistischen Landesamtes bis 2025 zeigt, dass langfristig mehr Lehrkräfte benötigt werden und bestätigt die von der GEW in Auftrag gegebene Lehrerbedarfsprognose für die 2.500 Grundschulen in Baden-Württemberg, die im April 2017 vorgestellt wurde. Der Bildungswissenschaftler Prof. Klaus Klemm kommt darin zum Ergebnis, dass bis 2030 mindestens 8.000 zusätzliche Lehrerstellen in den Klassen 1 bis 4 gebraucht und viel zu wenig Lehrkräfte ausgebildet werden.

„Wenn im Jahr 2026 14 Prozent mehr Grundschüler als jetzt in Baden-Württemberg die Schule besuchen, dann werden in der Folge auch die Schülerzahlen in den weiterführenden Schulen steigen und dort entsprechend zusätzliche Lehrkräfte benötigt werden. An Beruflichen Schulen, in den Grundschulen und in der Sonderpädagogik fehlt bereits jetzt Nachwuchs. Grüne und CDU haben alle Zahlen, die sie brauchen, um jetzt für eine solide Bildungspolitik in den nächsten 10-15 Jahren zu sorgen und entsprechend zu investieren“, sagte Moritz.

Die Bildungsgewerkschaft setzt sich auch für eine bessere Bezahlung der Grundschul- und Hauptschullehrer/innen nach der Gehaltsgruppe A13 ein. „Berlin und Brandenburg haben jetzt auf den Lehrermangel reagiert und bezahlen dort A13. Warum kann das ein Land wie Baden-Württemberg nicht, in dem die Steuereinnahmen sprudeln? So bleiben wir nicht konkurrenzfähig im Wettbewerb um gute Lehrkräfte“, sagte Moritz.

Derzeit unterrichten gut 22.000 Lehrer/innen an 2.382 öffentlichen und 108 privaten Grundschulen fast 380.000 Schüler/innen in knapp 20.000 Klassen. Die Altersgruppe der 6-10jährigen wird von etwa 391.700 zum Jahresende 2015 bis 2020 auf etwa 398.900, bis 2025 auf gut 433.000 und bis 2030 auf 438.000 ansteigen, wenn die Geburtenhäufigkeit etwa gleich bleibt.

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