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Kita-Leitungen

(b&w 10/08
Seite 22)

Weitere Infos unter:
www.gew-bw.de/
Kindertageseinrichtungen_
2.html

Zahl der Plätze entscheidet über Eingruppierung

Kita-Leitungen: Mit der Aufnahme von Kindern bis drei Jahren, wird in vielen Fällen die Gesamtkinderzahl einer Kindertageseinrichtung sinken, was zu Konsequenzen bei der Bezahlung der Leitungskräfte führen kann. Was bedeutet eine Reduzierung der Plätze für die Eingruppierung von Leiter/innen in Kindertageseinrichtungen (Kindergärten)?

Die Eingruppierung von Beschäftigten im öffentlichen Dienst erfolgt nach wie vor nach den Regelungen des BAT/BAT-O. Für soziale und Erziehungsberufe wird der Eingruppierungstarifvertrag für den Sozial- und Erziehungsdienst angewandt. Für Leiterinnen von Kindertagesstätten bedeutet dies, dass ihre Eingruppierung abhängig ist von der Zahl der Plätze (siehe Tabelle unten).

Die Zahl der Plätze wird laut Protokollnotiz Nr. 10 des Eingruppierungstarifvertrags zwischen dem 1. Oktober und dem 31. Dezember gemessen und gilt dann für das folgende Jahr. Für die Zählung sind die „vergebenen, je Tag, gleichzeitig belegbaren Plätze zugrunde zu legen“.

Es geht also nicht um die Anzahl der anwesenden Kinder (das spielt für die Finanzierung der Kita durch die Kommune und das Land eine Rolle), sondern um die Zahl der Plätze, die belegbar und vergeben sind. Wenn man z.B. 45 Plätze hat, aber aus welchen Gründen auch immer (weil die Einrichtung einen schlechten Ruf hat, weil im Stadtteil nicht mehr Kinder wohnen, o.ä.) nur 38 vergeben sind, wird die Leiterin in diesem Beispiel von BAT Vb (EG 9) in Vc (EG 8) abgruppiert. Wenn der Träger entscheidet, die Einrichtung zu verkleinern, also die Zahl der belegbaren Plätze zu verringern, gilt das Gleiche: Abgruppierung der Leiterin.
Bei einer ganztags geöffneten Einrichtung mit 38 Plätzen, von denen aber 8 doppelt belegt werden, d.h. 8 Kinder kommen nur vormittags und 8 andere Kinder nur nachmittags, hat man zwar 46 Kinder, aber nur 38 Plätze, die gleichzeitig belegbar sind. Also wird in diesem Fall die Leiterin in BAT Vc (EG 8) eingruppiert.

Sinkende Kinderzahl durch Aufnahme Unter-Drei-Jähriger

Wenn aber z.B. ein Krippenkind zwei Plätze belegt – wie es in einigen Bundesländern durch die Betriebserlaubnis verlangt wird – zählt es tarifrechtlich als zwei Kinder. (Bei Kindern mit Behinderungen sind es mitunter drei Plätze.) Der zweite, nicht vergebene Platz ist dann nicht mehr belegbar. Man muss also die Zahl der von drei- bis sechsjährigen Kindern belegten Plätze zusammenzählen und dann die Zahl der Unter-Drei-Jährigen, doppelt gezählt, addieren. Nur so kommt man zu der Zahl der „vergebenen, gleichzeitig belegbaren Plätze“.

Beispiel: Eine Einrichtung mit 45 Plätzen belegt sechs Plätze mit Unter-Drei-Jährigen Kindern. Das Landesjugendamt verlangt in der Betriebserlaubnis, dass die sechs „U3-Kinder“ doppelt gezählt werden, also fiktiv 12 Plätze belegen. So bleiben für 3- bis 6-jährige Kinder noch 33 belegbare Plätze und diese Plätze werden auch vergeben. Die Kindertagesstätte wird dann zwar nur von 39 Kindern besucht, es bleibt aber bei 45 Plätzen, die für die Eingruppierung der Leiterin maßgeblich sind.

Bernhard Eibeck, Referent für
Jugendhilfe und Sozialarbeit
beim GEW-Hauptvorstand

BAT-TVöD Eingruppierung von Kita-Leiterinnen nach der Anzahl von Plätzen

LeiterinStv. Leiterin
Plätze-Zahl BATÜberleitung in
TVöD
BATÜberleitung in
TVöD
Bis 39 PlätzeBAT Vc + VergütungsgruppenzulageEG 8
mindestens 40BAT Vb, nach 4 Jahren

Bewährungsaufstieg (IVb)
EG 9BAT Vc + VergütungsgruppenzulageEG 8
mindestens 70BAT IVb, nach 4 Jahren

Vergütungsgruppenzulage
EG 9BAT Vb, nach 4 Jahren
Bewährungsaufstieg (IVb)
EG 9
mindestens 100BAT IVb, nach 4 Jahren


Bewährungsaufstieg (IVa)
EG 10BAT IVb, nach 4 JahrenEG 9
mindestens 130BAT IVa, nach 4 Jahren

Vergütungsgruppenzulage
EG 10BAT IVb, nach 4 Jahren

Bewährungsaufstieg (IVa)
EG 10
mindestens 180BAT IVa, nach 4 Jahren

Bewährungsaufstieg (III)
EG 11BAT IVa, nach 4 Jahren

Vergütungsgruppenzulage
EG 10

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