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Sitzenbleiben

04.02.15: „Sitzenbleiben ist fragwürdig und teuer“

Die Zahl der Sitzenbleiber an Gymnasien und Realschulen steigt weiterhin. Die GEW spricht sich dafür aus, auf bessere Förderungen für jeden Einzelnen zu setzen, dann werde Sitzenbleiben überflüssig.

Die GEW ist der Meinung, dass Sitzenbleiben pädagogisch fragwürdig ist. Stattdessen braucht es bessere Bedingungen an den Realschulen und Gymnasien. Dazu gehören entsprechende pädagogische Konzepte und mehr Zeit, damit die Lehrkräfte den gestiegenen Herausforderungen gerecht werden und die Bildungschancen der Schüler/innen verbessern können. Durch Fortbildungen müssen die Diagnose- und Förderkompetenzen der Lehrerinnen und Lehrer gestärkt werden. Dann wird es kein Sitzenbleiben und Abschulen mehr geben.

Die Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg verzichten bereits auf die Klassenwiederholung. „Daran sollte man sich ein Beispiel nehmen“, findet die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz. „Sitzenbleiben ist nicht nur pädagogisch fragwürdig, weil damit dem einzelnen Kind nur wenig geholfen wird, sondern auch teuer“, sagt Doro Moritz.

Jährlich kostet Sitzenbleiben den Steuerzahler rund eine Milliarde Euro, das hatte der Bildungsforscher Klaus Klemm 2009 in einer Studie ermittelt. Auch andere Bildungswissenschaftler urteilen, dass Sitzenbleiben nicht hilfreich ist und im besten Fall dem Schüler oder der Schülerin nicht schadet.

Seit dem Schuljahr 2012/2013 gibt es keine verbindlichen Grundschulempfehlungen mehr. Die GEW ist der Überzeugung, dass dies ein richtiger Schritt war. Viele Eltern nutzen die Beratung der Lehrer/innen und nehmen unverbindliche Empfehlungen sehr ernst. Dadurch hat sich das Verhältnis zwischen Eltern und Lehrer/innen verbessert. Die Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung sollte allerdings keine isolierte Maßnahme bleiben.

Auch für die Realschulen hat Kultusminister Andreas Stoch mit der künftigen Orientierungsstufe in den Klassen 5 und 6 die Weichen richtig gestellt. In den weiteren Jahrgängen wird die Entscheidung für den
Hauptschul- oder Realschulabschluss im Interesse der Schülerinnen und Schüler möglichst lange offen gelassen. „Für diese anspruchsvolle Aufgabe brauchen die Lehrkräfte an den Realschulen nachhaltige Unterstützung. Die vorgesehenen 500 Deputate sind zu wenig“, sagte Moritz.


Zahl der Wiederholer der letzten Schuljahre an Realschulen und Gymnasien (Quelle: Statistisches Landesamt):

SchuljahrWiederholer an RealschulenWiederholer an Gymnasien
2011/20124.5884.913
2012/20134.8515.284
2013/20145.0575.369


Weitere Informationen:

Studie von Klaus Klemm

Landtagsanfrage der CDU



Weitere Informationen

Pressemitteilung der GEW vom 04.02.15

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