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Sitzenbleiben

12.03.13: „Sitzenbleiben ist fragwürdig und teuer“

In den letzten Wochen wurde bundesweit über das Sitzenbleiben diskutiert. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg spricht sich dafür aus, auf bessere Förderungen für jeden Einzelnen zu setzen, dann werde Sitzenbleiben überflüssig.

Die neue Landesregierung in Niedersachsen plant das Sitzenbleiben abzuschaffen. Diese Entscheidung löste in ganz Deutschland eine Debatte über den Sinn und Unsinn vom Wiederholen einer Klasse aus.

Auch in Baden-Württemberg hat der Vorstoß der Niedersachsen Diskussionen ausgelöst. „Die Angst vor dem Sitzenbleiben ist keine sinnvolle Lernmotivation für die Schülerinnen und Schüler“, findet Baden-Württembergs Kultusminister Andreas Stoch (SPD). Kritik dafür gibt es von der CDU und der FDP, die die Möglichkeit des Sitzenbleibens beibehalten wollen. In einer Landtagsdebatte versicherte Stoch der Opposition, dass die Landesregierung nicht plane das Sitzenbleiben abzuschaffen, sondern „Sitzenbleiben durch individuelle Förderung überflüssig zu machen“.

Die GEW unterstützt die Position der Landesregierung, hält jedoch konkrete Regelungen für sinnvoll. Die Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg verzichten bereits auf die Klassenwiederholung. „Daran sollte man sich ein Beispiel nehmen“, findet die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz. „Sitzenbleiben ist nicht nur pädagogisch fragwürdig, weil damit dem einzelnen Kind nur wenig geholfen wird, sondern auch teuer“, sagt Doro Moritz.

Jährlich kostet Sitzenbleiben den Steuerzahler rund eine Milliarde Euro, das hatte der Bildungsforscher Klaus Klemm 2009 in einer Studie ermittelt. Auch andere Bildungswissenschaftler urteilen, dass Sitzenbleiben nicht hilfreich ist und im besten Fall dem Schüler oder der Schülerin nicht schadet.

Bundesweit wiederholen pro Jahr etwa zwei Prozent aller Schüler und Schülerinnen eine Klasse. Baden-Württemberg liegt etwas unter diesem Durchschnitt. Hier wiederholen 1,2 Prozent der Schüler/innen die Klasse.

Mehr Informationen:

Interview mit Bildungswissenschaftler Ingmar Hosenfeld

Studie von Klaus Klemm

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