GEW Baden-Württemberg
Du bist hier:

JA13-AktionswochenGleichwertige Arbeit gleich bezahlen

Acht Bundesländer bezahlen Grundschullehrkräfte und zehn Bundesländer die Lehrkräfte der Sekundarstufe I inzwischen nach A 13/E 13. In Baden-Württemberg blockiert das Kultusministerium immer noch eine gerechte Bezahlung aller Lehrer*innen.

09.11.2021

Die GEW setzt sich für die gleiche Bezahlung aller wissenschaftlichen Lehrkräfte ein – auch in der Pandemie. Als Grund-, Haupt- und Werkrealschullehrkraft oder Fachlehrkraft leistest du eindrucksvolle Arbeit in deinem Berufsleben. Für deine Schule, für deine Schülerinnen und Schüler, für deine Kolleginnen und Kollegen. Du hast mehr verdient!

Wir sagen: Es ist Zeit für eine gerechte Bezahlung.

Acht Bundesländer bezahlen Grundschullehrkräfte inzwischen nach A 13/E 13. In Baden-Württemberg bleibt ihnen A 13 immer noch verwehrt. Im Rahmen der Kampagne „Grundschulen im roten Bereich“ haben wir im Juni und Juli mehr Zeit, gute Arbeitsbedingungen und bessere Ausstattung für die Grundschulen gefordert. Viele Kolleg*innen haben sich im Rahmen einer Postkartenaktion aktiv an der Kampagne beteiligt. Diese Postkarten wollen wir bei einem persönlichen Treffen direkt der Kultusministerin, Theresa Schopper, übergeben.

Zehn Bundesländer bezahlen die Lehrkräfte der Sekundarstufe I inzwischen nach A 13/E 13. In Baden-Württemberg können nur Hauptschullehrkräfte an Gemeinschaftsschulen, an Realschulen und an Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) über HOLA-Lehrgänge nach A 13/E 13 kommen. Den Hauptschullehrkräften an Werkrealschulen verweigert das Kultusministerium diese Möglichkeit weiterhin komplett. Bei unserer Online-Aktion „Aufblühen mit der GEW“ haben wir im Juni und Juli die Kolleg*innen an Haupt- und Werkrealschulen, Realschulen und Gemeinschaftsschulen gebeten uns zu sagen, wie Wertschätzung für sie aussieht. Zahlreiche Kolleg*innen haben mitgemacht und möchten gemeinsam mit uns Bildung zum Blühen bringen.

Mit der Blockadehaltung in Baden-Württemberg muss jetzt Schluss sein!

Mitmach-Aktion auf Facebook und Instagram

Verratet uns, warum auch Grund-, Haupt- und Werkrealschullehrer*innen in Baden-Württemberg A 13/E 13 verdient haben und was gerechte Bezahlung für euch bedeutet. Nehmt alleine oder gerne auch gemeinsam mit euren Kolleg*innen ein Handyvideo auf und erzählt dort, warum es jetzt Zeit ist für eine gerechte Bezahlung. Postet dieses Video auf euren Social Media-Kanälen mit den Hashtags #JA13 #GEW und markiert uns mit: @gewbw

Lasst uns so gemeinsam Druck machen, damit die Landesregierung ihre Blockadehaltung endlich aufgibt.

Einen Überblick über den Stand von A 13/E 13 für Lehrkräfte an Grundschulen und in der Sekundarstufe I nach Bundesländern gibt es hier.

Es gibt viele Gründe, warum alle Lehrerinnen und Lehrer A 13/E 13 verdient haben. Einige davon haben wir in einer Bildergalerie zusammengestellt:

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) verlangt, dass der Beruf der Grund- und Hauptschullehrkräfte aufgewertet wird und die Pädagog*innen deutlich besser als bisher bezahlt werden. „Auf den Anfang kommt es an. Es ist ein Armutszeugnis, dass die Landesregierung das bis heute nicht erkannt hat und den immer weiter wachsenden Anforderungen an Grundschullehrkräfte und ihre Arbeit weiterhin nicht gerecht wird. Die Grundschulen sind die Schulen mit der größten Heterogenität in der Schüler*innenschaft, gleichzeitig haben die Grundschullehrkräfte das größte Deputat und bekommen dafür nur A 12 beziehungsweise E 11. Als GEW erwarten wir von der Landesregierung, dass hier endlich nachgebessert wird und es einen klaren Plan gibt, wie alle Grund-, Haupt- und Werkrealschullehrkräfte von der Besoldungsgruppe A 12/E 11 in A 13/E 13 kommen. Die Landesregierung darf sich nicht mehr länger der Realität in den Schulen verweigern“, findet GEW-Landesvorsitzende Monika Stein.

Verbeamtete Grundschullehrer*innen werden nach A 12 besoldet. Als Angestellte sind sie in der Entgeltgruppe (E) 11 des Tarifvertrages der Länder (TVL) eingruppiert. Im Schnitt verdienen diese Pädagog*innen rund 400 bis 650 Euro im Monat weniger als die Lehrkräfte mit A 13. Unter dem „JA13“-Motto macht die Bildungsgewerkschaft GEW auf die Lohnlücke zwischen A 12 und A 13 beziehungsweise E 11 und E 13 aufmerksam.

Die GEW bezeichnet die schlechtere Besoldung als strukturelle Diskriminierung von Frauen. „Es entscheiden sich deutlich mehr Frauen als Männer für das Grundschullehramt. Die Entscheidung der Landesregierung, das Primarstufenlehramt bei acht Semestern zu belassen, um damit Geld zu sparen, trifft damit deutlich mehr Frauen als Männer. Mit ihrem Beharren auf einer kürzeren Studiendauer verwehrt die Landesregierung nicht nur allen Grundschullehrkräften die Chance auf eine höhere Besoldung, abgesehen von einer Schulleitungsstelle, sondern schadet damit auch ganz generell der Attraktivität des Grundschullehramts und verschärft damit den ohnehin schon bestehenden Lehrkräftemangel“, kritisiert Stein.

Bundesweit herrscht ein großer Mangel an Grundschullehrkräften. Sie werden überall am schlechtesten bezahlt. „Inzwischen haben schon viele Bundesländer reagiert. In insgesamt acht Bundesländern wird Grundschullehrkräften A 13/E 13 bezahlt. Dass Baden-Württemberg dazu weiterhin nicht bereit ist, ist vor dem Hintergrund des immer akuter werdenden Lehrkräftemangels nicht nachvollziehbar. Die Landesregierung verschließt die Augen davor, dass Baden-Württemberg so Gefahr läuft, gut ausgebildete Grundschullehrkräfte an benachbarte Bundesländer zu verlieren, die besser bezahlen“, mahnt die GEW-Landeschefin.