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Start der Kampagne „Sprach-Kitas retten“

Keine Einsparungen auf Kosten der frühkindlichen Bildung!

In Sprach-Kitas sind alltagsintegrierte sprachliche Bildung, inklusive Pädagogik und die Zusammenarbeit mit Familien besonders wichtig. Das ist wertvoll und darf nicht verloren gehen.

Seit 2011 fördert das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) sprachliche Bildung in der Kindertagesbetreuung. Seit 2016 verbindet das Programm „Sprach-Kitas“ drei inhaltliche Schwerpunkte: alltagsintegrierte sprachliche Bildung, inklusive Pädagogik und die Zusammenarbeit mit Familien. Für jede Sprach-Kita wird eine zusätzliche Fachkraft zur Verfügung gestellt, die durch externe Fachberatung im Verbund begleitet wird.

Das Angebot der „Sprach-Kitas“ geht folglich weit über die sprachliche Bildung hinaus. In den Einrichtungen wurden über Jahre hinweg wichtige Strukturen für inklusives Arbeiten und die Kooperation mit Familien geschaffen. Aufgaben, die in Kitas elementar sind.

Bundesweit werden Mittel (Stand 15.07.2022) für 6.804 Kindertageseinrichtungen bereitgestellt, für insgesamt 523.936 Kinder. In Baden-Württemberg gibt es 936 Sprach-Kitas, also in etwa jeder 10. Kita im Land profitieren rund 55.854 Kindern vom Bundesprogramm.

Nun steigt der Bund überraschend aus dem Programm aus. Die Länder sollen übernehmen.

„Dieses Jahr kommen tausende Kinder aus der Ukraine zu uns. Es ist absurd, wenn in dieser Situation Mittel für sprachliche Bildung gekürzt werden. Kinder, die dringend Unterstützung bräuchten, erhalten zu wenig Förderung und haben damit schlechtere Bildungschancen“,

kritisierte die GEW-Landesvorsitzende Monika Stein.Die Bundesländer sollen diese tragfähigen Strukturen nun aus Eigenmitteln retten bzw. auf Finanzen zurückgreifen, die sie über das Kita-Qualitätsgesetz erhalten. Diese Mittel müssten an anderer Stelle eingespart werden, in Baden-Württemberg etwa für die wichtige Aufgabe der Leitungsfreistellung.

„Anstatt die frühkindliche Bildung zukunftsfähig zu machen, hat die Bundesregierung einen Verteilungskampf in Gang gesetzt“, sagte Stein.

Es sei kaum abzusehen, wie viele qualifizierte Fachkräfte das Arbeitsfeld perspektivisch verlassen würden.

Das Aktionsbündnis „Sprach-Kitas retten“, das Gewerkschaften, Verbände, zahlreiche Kitaträger, Fachkräfte und Eltern tragen, warnt davor, das Programm ad hoc zu beenden. Die Bundesländer bräuchten Zeit, um die Finanzierung des erfolgreichen Programms auf solide Beine zu stellen. Am 6. September lud das Bündnis auf eine zentrale Kundgebung in Berlin statt. Wir berichten ausführlich über die Zusammenhänge im Oktober.

Rettung der Sprach-Kitas – jetzt Petition unterschreiben! Deine Stimme zählt.

Die GEW unterstützt die Initiative „Sprach-Kitas retten“ (www.sprachkitas-retten.de).
Ziel ist es durch eine Petition zu bewirken, dass das Thema im Bundestag nochmals auf die Tagesordnung kommt.

Mach mit bei dieser wichtigen Aktion.

Was du tun kannst:

  • Unterschreibe die Petition
  • Weise weitere Kitas, Eltern, Interessierte etc auf die Petition hin und bitte sie, diese auch zu unterschreiben
  • Schreibe deine*n Bundestagsabgeordnete*n an, und bitte sie*ihn, die Petition zu unterschreiben.
  • Mach die Website www.sprachkitas-retten.de publik über deine Social Media Kanäle.

Die Petition ist bis zum 20. September online. Die analogen Unterschriften sollten bis 7. September beim Bundestag eingehen.

Kontakt
Heike Herrmann
Referentin für Jugendhilfe und Sozialarbeit der GEW Baden-Württemberg