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Förderprogramm „Lernen mit Rückenwind“Kultusministerium will Schulleitungen für Mehrarbeit entlasten

Schulleitungen sind nicht erst seit Corona massiv belastet. Jetzt hat das Land die Überlastung anerkannt und macht einen ersten Schritt: Schulleiter erhalten für „Rückenwind“ je nach Angebot zwischen einer halben und bis zu vier Stunden Anrechnung.

25.11.2021

Das Kultusministerium bewegt sich bei der Entlastung der Schulleitung für die Mehrarbeit in Sachen „Lernen mit Rückenwind“. Geplant ist eine Anrechnung, die von den Gruppen und der Zahl der dort beförderten Schüler*innen abhängt. Für die einzelne Schulleitung wird es je nach Angebot zwischen einer halben und bis zu vier Stunden Anrechnung geben. Diese Anrechnung kann entweder im laufenden oder im kommenden Schuljahren in Anspruch genommen werden.

„Diese Anrechnung löst natürlich nicht alle Probleme – aber mit ihr erkennt die Landesregierung immerhin an, dass die Schulen insgesamt und vor allem auch die Schulleitungen mit und nach Corona massiv belastet waren und sind“, sagt GEW-Landesvorsitzende Monika Stein. Die GEW setzt sich seit Jahren für die Entlastung der Schulleitungen ein und tut dies seit der Pandemie noch intensiver.

Mit diesem Angebot macht das Land einen ersten Schritt für eine überfällige Entlastung der Schulleitungen. Diese Entlastung war von der Landesregierung ursprünglich schon für die erste Stufe des Schulleitungskonzepts vorgesehen, die 2020 umgesetzt wurde. Damals leider ohne zusätzliche Leitungszeit. Diese wurde mit Verweis auf die angespannte Unterrichtszeit auf 2022 verschoben. Ob die zusätzliche Leitungszeit zum Schuljahr 2022 umgesetzt werden kann, ist noch unsicher. Die bisher für das Kultusministerium angekündigten neuen Stellen im Haushaltsplan reichen nicht für alle Vorhaben, die 2022 neben der Entlastung der Schulleitungen umgesetzt werden sollen.

Auch im Koalitionsvertrag hatte sich die neue Landesregierung etwas vorgenommen: „In Anbetracht der Mehrbelastung durch die Corona-Pandemie wollen wir kurzfristig prüfen, wie und ob Schulleitungen weiter entlastet werden beziehungsweise von der Unterrichtsverpflichtung entbunden werden können.“ Davon ist inzwischen nicht mehr die Rede – was die GEW gegenüber der Landesregierung massiv kritisiert.

Immerhin zeigen die angekündigten Anrechnungsstunden für „Lernen mit Rückenwind“, dass sich der hartnäckige Einsatz der GEW lohnt.