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93.123 Beschäftigte in Kitas

Die Familienforschung Baden-Württemberg macht die Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern in den ersten Lebensjahren zum Inhalt ihres jüngsten Reports. Der Bericht gibt Aufschluss über die Anzahl der betreuten Kinder und über die Beschäftigten.

03.02.2016

Am 1. März 2015 wurden 78.700 Kinder unter drei Jahren in einer Kindertageseinrichtung oder in der Kindertagespflege betreut, dies entspricht einer Quote von 27,8 Prozent. Laut einer DJI-Länderstudie aus dem Jahr 2014 gaben allerdings 39 Prozent der Eltern einen Betreuungsbedarf an. Trotz der massiven Anstrengungen im Ausbau von Kitaplätzen besteht noch immer eine Diskrepanz zwischen gewünschter Betreuung und den Realisierungsmöglichkeiten.

95 Prozent aller Kinder der drei bis unter sechs Jährigen in Baden-Württemberg (266.753 Kinder) besuchte am 1. März 2015 eine Kindertageseinrichtung. 23 Prozent der Kinder dieser Altersgruppe wurden ganztags, also durchgehend mehr als sieben Stunden täglich, betreut. Zum Vergleich: Im Jahr 2005 waren es gerade mal 6,8 Prozent. Der Trend geht klar Richtung längerer Öffnungszeiten, auch für die Kinder unter drei Jahren. Als Grund wird das Ziel der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die damit einhergehende Geschlechtergerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt genannt.

Da mit dem quantitativen Ausbau auch Fragen der Qualität im Fokus der öffentlichen und politischen Diskussionen stehen, stellt der Report verschiedenen Dimensionen der Qualität, u.a. die Entwicklung des Qualitätsniveaus des pädagogischen Personals dar.

Am 1. März 2015 verzeichnete Baden-Württemberg 93.123 Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen, 7 Prozent und damit 5.900 Personen mehr als ein Jahr davor. Im Bericht werden die Beschäftigten in drei Qualifikationsniveaus unterteilt: „Fachlich Qualifizierte“, „in Ausbildung“, „ohne Ausbildungsabschluss/Fachfremde“. Während im Bundesgebiet hinsichtlich der Differenzierung zwischen 2006 und 2014 keine wesentlichen Veränderungen zu verzeichnen sind, gibt es im Ländervergleich große Unterschiede. Laut Bericht verfügt Baden-Württemberg mit Hamburg, Hessen und Bremen über den höchsten Anteil derjenigen, die ohne einen Ausbildungsabschluss oder auf der Basis einer fachfremden Qualifikation in einer Kita arbeiten. Der Anteil derjenigen, die noch in Ausbildung sind, ist in Baden-Württemberg, Hessen und Berlin am höchsten. Der Fachkraftanteil liegt in Hessen mit 82 Prozent am unteren Ende, in Baden-Württemberg liegt der Anteil bei 84 Prozent; Thüringen befindet sich mit 97 Prozent an der Spitze.

Anders als auf Bundesebene ist in Baden-Württemberg der Anteil des pädagogischen Personals, welches einen Fachschulabschluss besitzt, seit 2012 um fast 5 Prozent gesunken, sogenannte „sonstige Beschäftigte“ allerdings um 4 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung spiegelt, so die Schlussfolgerund im Bericht, die Öffnung des Fachkräftekatalogs wieder.

Neben dem Qualifikationsniveau der Fachkräfte gilt der Personalschlüssel als Merkmal, um die Qualität der Bildung und Betreuung in Kitas zu erfassen. Sowohl auf die Krippengruppen als auch auf den Kindergarten bezogen gilt dieser im Ländervergleich in Baden-Württemberg als am günstigsten. Vielleicht steht die Elternzufriedenheit damit in Zusammenhang: Ergebnisse des Fritz-Erler-Forums besagen, dass 93 Prozent der U3-Eltern sehr zufrieden mit der Qualität der Betreuungseinrichtung sind und 79 Prozent der Eltern deren Kind drei bis fünf Jahre alt ist.

Im Report ist außerdem nachzulesen, welche regionalen Unterschiede es innerhalb Baden-Württembergs gibt und er beinhaltet einen Vergleich frühkindlicher Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsangebote in Europa.

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