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Anders sein ohne Angst

13.07.2015

Am 8. Juli fand mit 125 Teilnehmer/innen die GEW-Tagung "Anders sein ohne Angst. Bildung für Vielfalt am Beispiel der sexuellen Identität" in Stuttgart statt. Neben einer Podiumsdiskussion mit Kultusminister Andreas Stoch und Vertreter/innen aller Landtagsparteien bot die Tagung wissenschaftliche Vorträge und praxisorientierte Workshops. Das Ziel der Tagung: An Bildungseinrichtungen sollen Menschen ohne Angst verschieden sein können.

Das Thema Vielfalt von sexuellen Ortientierungen und Geschlechtsidentität ist als wichtiger Aspekt der Leitperspektive "Bildung für Akzeptanz und Toleranz von Vielfalt" in der Bildungsplanreform verankert, was im letzten Jahr zu einer leider teils unsachlichen und diskriminierenden Debatte geführt hat.

Um die Diskussion zu versachlichen und den Kolleg/innen konkrete Hilfestellungen an die Hand zu geben, haben wir Politiker/innen, Wissenschaftler/innen und Praktiker/innen der Bildungsarbeit zu einer Tagung zusammengeholt.

Die wichtigsten Statements auf dem Podium aus unserer Sicht waren, dass Georg Wacker, bildungspolitischer Sprecher der CDU angekündigte, die Bildungsplanreform aus dem Wahlkampf herauszuhalten. Brigitte Lösch, lesben- und schwulenpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktionhat mahnte an, dass die CDU ihre Unterstützung für die "Demos für alle" zurückfahren solle, wenn sie mit dieser Ankündigung ernst machen will. Timm Kern hat für die FDP-Landtagsfraktion festgestellt, dass bei der Verletzung der individuellen Freiheitsrechte die FDP als Ansprechpartnerin offene Ohren hat, und hat wie sein Kollege Wacker gleichzeitig eine bessere Kommunikationsstrategie der Landesregierung eingefordert. Kultusminister Andreas Stoch plädierte - wie Brigitte Lösch - dafür, die Diskussion um die Inhalte der Tagung so zu führen, dass nicht Bedenken und Ängste weiter geschürt werden, sondern klar wird, dass die Leitperspektive Bildung für Aktzeptanz und Toleranz von Vielfalt ebenso wie die anderen Inhalte der Bildungsplanreform dazu dienen sollen, Kinder und Jugendliche auf das Leben vorzubereiten. Die Verantwortung für die unsachlichen Züge der Diskussion im letzten Jahr sah er - wie große Teile des Tagungspublikums - bei der Landtagsopposition.


Links zur Medienberichterstattung

Deutschlandfunk campus&karriere

SWR Landesschau aktuell (ca. ab Minute 17)

 

Neben einem Vortrag von Prof. Dr. Annedore Prengel, Seniorprofessorin an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main mit dem Titel "Vielfältige Bildung in der unvollendbaren Demokratie" wurde die aktuelle Debatte um und die Lebenssituation von LSBTTIQ-Menschen von zwei Mitgliedern des Sprechendenrates des Netzwerks LSBBTIQ, Margret Göth und Holger Henzler-Hübner zusammengefasst.

Nach der Podiumsdiskussion bildeten sich die Teilnehmer/innen aus Schule, (Schul)Sozialarbeit, KiTa, Erwachsenbildung, Lehrer/innenbildung und Kultusverwaltung in acht Workshops weiter:

Subjektives Erleben der Kindern und Jugendlichen - Prof. Dr. Annedore Prengel

Für eine Schule ohne Angst - Plus e.V. Mannheim, Fluss e.V. Freiburg; LSBTTIQ-Aufklärungsprojekte Baden-Württemberg

Politik für Vielfalt und gegen Diskriminierung in Kita und Schule - Frauke Gützkow

Bildung für Vielfalt in Kindertagesstätten - Joachim Schulte, Loreen Hornberger

Understanding how schools can become less homophobic - Peter Dankmeijer, Global Alliance for LGBT-Education

Vielfalt der Lebensweisen als Thema in der Ausbildung von Lehrkräften - Ruth Schwabe

Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt im Rahmen der Bildungsplanreform 2016 - Workshop des Kultusministeriums Baden-Württemberg

Schule der Vielfalt - Konzeption für eine Schule ohne Homo- und Transphobie - Frank Pohl, Koordinator Schule der Vielfalt in Nordrhein-Westfalen

 

Umfassende Informationen zur Situation homosexueller Jugendlicher in Deutschland gibt es hier:

https://www.lsvd.de/fileadmin/pics/Dokumente/Studien/Abschlussbericht_Pilotstudie_Lebenssituationen_und_Diskriminierungserfahrungen_von_homosexuellen_Jugendlichen_in_Deutschland.pdf

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