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FachlehrertagAnpassungen sind überfällig

Nachgehakt haben Fach- und Technische Lehrkräfte am Fachlehrkräftetag in Karlsruhe im März. Die GEW lud zum Gespräch mit der Politik. Dabei ging es unter anderem um die Perspektiven von Anwärterinnen und Anwärtern. Die Ergebnisse ernüchtern.

06.06.2019

Nachgehakt haben Fach- und Technische Lehrkräfte am Fachlehrkräftetag in Karlsruhe. Christel Pörsch als stellvertretende Vorsitzende des Bezirks Nordbaden lud im März zu einem Austausch mit der Politik ein. Mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren anwesend. Mit Plakaten, Redebeiträgen und im direkten Gespräch mit den Politikerinnen und Politikern erneuerten sie Forderungen der GEW an die Landesregierung nach besserer Bezahlung, Angleichung des Deputats an Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) und attraktiveren Perspektiven.

Ganz still im Saal wurde es, als ein tarifbeschäftigter Kollege seine Situation schilderte. Mit einer Vita, die eigentlich ein Gewinn für die Anforderungen im Schuldienst vermuten ließe, kann der Kollege aufgrund seines Alters nicht verbeamtet werden und unterliegt in Eingruppierung und Einstufung den Verwaltungsvorschriften des Finanzministeriums. Warum wird er so deutlich schlechter bezahlt als sein verbeamteter Kollege mit den gleichen Voraussetzungen?

Aber auch die Anwärterinnen und Anwärter des Pädagogischen Fachseminars (PFS) in Karlsruhe hatten Fragen. Alle haben einen Vorberuf und bringen langjährige pädagogische Erfahrungen mit, gleichzeitig haben sich Ausbildungszeit und Inhalte der Fachseminare deutlich erweitert. Welche Perspektiven haben sie? Die GEW fordert eine Eingangsbesoldung von A 10 / E 9 groß. Ernüchternd waren allerdings die Antworten von Sandra Boser (Grüne) und Sylvia Felder (CDU), die der Einladung der GEW Nordbaden gefolgt sind. Verbesserungen konnten sie keine in Aussicht stellen. Sibel Uysal, bildungspolitische Sprecherin der SPD im Gemeinderat Karlsruhe und Harald Paulsen (FDP) versprachen immerhin, sich für die Belange der Anwärterinnen und Anwärter einzusetzen.

Ein weiteres Themenfeld öffnete Dr. Thomas Rihm, koordinierende Leitung der Abteilung Sonderpädagogik, mit seinen Ausführungen. Die Neustrukturierung der Fachlehrerausbildung 2016 setzte sich unter anderem „die Erweiterung und Vertiefung der theoretischen Fundierung und damit Verbesserung der Anschlussfähigkeit an wissenschaftliche Lehramtsstudiengänge“ zum Ziel. Rihm fordert, neben dem bekannten und bewährten Aufstiegslehrgang für Lehrkräfte, die schon im System sind, sollte es weitere Möglichkeiten geben, ins wissenschaftliche Lehramt zu wechseln. Ein mögliches Szenario sieht er in der Anerkennung des PFS-Abschlusses als Bachelor-Äquivalent an der Pädagogischen Hochschule aber auch die Umgestaltung der Fachseminare als Institute von Dualen Hochschulen.

Mit großen Hoffnungen sind Anwärterinnen und Anwärter des Pädagogischen Fachseminars gekommen, etwas ernüchtert blicken sie auf die Ergebnisse der Diskussion mit den Politikerinnen und Politikern zurück. Doch sie sind froh, dass sie in ihren Anliegen von der GEW vertreten werden, einige sind der GEW an diesem Tag beigetreten. Kollegin Pörsch versprach in ihrer Abschiedsrede, am Ball zu bleiben.

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