GEW Baden-Württemberg
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GEW-Mitmach-AktionAufblühen mit der GEW

Wir möchten wissen, was sich unsere Kolleg*innen an den Schulen wünschen, damit sie ihre wertvolle Arbeit gut machen können. Wie kann Wertschätzung für ihren Einsatz und ihr Engagement ausgedrückt werden? Schick uns dein Statement und ein Foto!

14.07.2021

In den Wochen bis zu den Sommerferien sucht die GEW das Gespräch mit Lehrkräften an den Haupt-/Werkrealschulen, Realschulen und Gemeinschaftsschulen. Wir möchten wissen, was sich unsere Kolleg*innen an den Schulen wünschen, damit sie ihre wertvolle Arbeit gut machen können. Wie kann Wertschätzung für ihren Einsatz und ihr Engagement ausgedrückt werden?

Mit Plakaten an den Schulen, Postkarten zu den Kolleg*innen nach Hause und über unsere Online-Angebote nehmen wir Kontakt auf und laden zum Austausch ein.

Bitte mitmachen! Wir freuen uns über alle, die sich beteiligen. Als Dankeschön gibt es eine Sommerblütenmischung.

Die Antworten fließen zurück in die Arbeit der Fachgruppen und in die bildungspolitischen Forderungen der GEW.

David ist Zukunftsgestalter

„Ich engagiere mich in der GEW, weil wir als große Organisation die einzelnen Schularten in den Blick nehmen und gleichzeitig das Bildungssystem als Ganzes begreifen. Es macht mir Spaß, Teil einer erfolgreichen Gewerkschaft zu sein, die etwas bewirkt.

Ich setzte mich für eine Schule ein, in der sich alle wohl fühlen: ein Ort für  Kinder und Jugendliche, die ihr Potential entfalten können. Eine gut ausgestattete Schule mit  passenden Rahmenbedingungen für die wertvolle Arbeit von uns Lehrerinnen und Lehrern.

Dafür brauchen wir durchdachte Konzepte und multiprofessionelle Teams. Wie sieht Wertschätzung für dich aus? Was brauchst du an deiner Schule, damit du deine Arbeit gut machen kannst?

Schick uns dein Statement und ein Foto und du bekommst die Blütenpracht direkt nach Hause. Wir schicken dir als Dankeschön ein Samentütchen mit einer Sommerblumenmischung: Aufblühen mit der GEW!“

Susanne ist Lernbegleiterin an einer Gemeinschaftsschule

„Die Gemeinschaftsschule ist eine visionäre Schulart. Hier wird Zukunft gelebt: Mit digitalen Lernkonzepten, Coaching und individueller Lernbegleitung haben zahlreiche Lehrer*innen in den vergangenen neun Jahren Schulgeschichte geschrieben. Doch wir brauchen Unterstützung.

Bei uns wird Demokratie gelernt und gelebt. In Lerngruppen lernen alle gemeinsam. Projektorientiertes Arbeiten und kooperative Arbeitsformen sind feste Bestandteile unserer Lernarrangements. Lerngruppenräte, Schüler*innenvollversammlung und Coaching sind Herzstück der Gemeinschaftsschule. Durch individuelle Lernbegleitung lernen Kinder und Jugendliche ihren eigenen Bildungs- und Lebensweg zu entwerfen. Hierdurch erfahren sie Selbstwirksamkeit.

Wir stehen für Bildungsqualität. Nicht umsonst ist seit 2017 unter den baden-württembergischen Gewinnern des Deutschen Schulpreises immer eine Gemeinschaftsschule.

Der Blick auf den Finanzierungsvorbehalt im grün-schwarzen Koalitionsvertrag 2021 erfüllt uns mit Sorge. Wir sollen einige neue Oberstufen erhalten. Das ist schön. Schulqualität bedeutet mehr. Wir brauchen politische und organisatorische Rückendeckung. Nur so kann die Gemeinschaftsschule noch stärker dazu beitragen, soziale Gerechtigkeit und Bildungserfolg zu leben.

Dafür wünsche ich mir:

  • Eine angemessene personelle Ausstattung und multiprofessionelle Teams um den zunehmenden gesellschaftlichen Herausforderungen begegnen zu können.
  • In der Lehrerausbildung muss die Gemeinschaftsschule stattfinden. Erfolgreiche Gemeinschaftsschulkonzepte müssen in Studium und Vorbereitungsdienst verankert werden.

Wir hatten uns vor neun Jahren gemeinsam etwas Großes vorgenommen. Wir Lehrer*innen haben unsere ganze Kraft in die Entwicklung unserer Schulart investiert. Und wir wissen, dass es richtig ist. Es funktioniert. Die Ergebnisse geben uns recht. Auch in Pandemiezeiten haben wir unsere Innovationskraft nicht verloren und beispielhafte digitale Konzepte weiterentwickelt. Damit es so bleibt, brauchen die Menschen, die all das leisten, wieder Wertschätzung und Unterstützung.

Man kann kein Haus ohne Bauarbeiter*innen bauen. Wir wollen Gemeinschaftsschule auch in Zukunft leben.“

Katharina lehrt an einer Hauptschule

„In den letzten Jahren wurden viele Haupt- und Werkrealschulen geschlossen oder gingen in Grundschulen, Schulverbünden oder Gemeinschaftsschulen auf.

Wir Lehrkräfte an auslaufenden und noch bestehenden Haupt- und Werkrealschulen wünschen uns echte Perspektiven – langfristig und verlässlich. Wir besitzen wertvolle Kompetenzen und haben zukunftsfähige Konzepte entwickelt. Wir fordern eine Einbindung auf Augenhöhe in die Weiterentwicklung des Schulwesens.

Auch ist es wichtig, dass wir endlich die Wertschätzung bekommen, die wir verdienen: Wir Hauptschullehrer*innen wollen einen klaren und absehbaren Aufstieg nach A 13 / E 13 für alle, ohne Hürden und ohne Einschränkung auf bestimmte Schularten.

Die Aufgaben an unserer Schulart haben nicht erst seit Corona zugenommen. Was wir gerade jetzt besonders brauchen ist Zeit für unsere Schüler*innen – aber auch für uns, um wieder Kraft zu tanken. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz ist uns daher sehr wichtig.

Die verbleibenden Haupt- und Werkrealschulen sind Schulen mit besonderen pädagogischen Aufgabenstellungen und dafür fordern wir verbesserte Bedingungen:

  • Klassenteiler an die Gemeinschaftsschulen anpassen
  • Klassenlehrer*innenstunden fest im Deputat verankern
  • Ausbau der Stellen für pädagogische Assistent*innen
  • Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen
  • Schulsozialarbeit weiter ausbauen und verbindlich festlegen

Wir Hauptschullehrer*innen sind hochmotiviert, weil wir unsere Arbeit lieben!

Unser täglicher Einsatz für jeden einzelnen Schüler und jede einzelne Schülerin, die intensive Zusammenarbeit mit Eltern und den pädagogischen Netzwerken sind es wert, wenn wir über die Jahre die vielen positiven (Bildungs-)Biografien unserer Schüler*innen sehen.

Wir Hauptschullehrer*innen wollen unsere Berufung leben!“

Jenny und Heike unterrichten an einer Realschule

„Die Realschule ist eine sehr lebendige Schulart – mit viel Potential. Um dieses auszuschöpfen, müssen in vielen Bereichen und über alle Klassenstufen Verbesserungen vorgenommen werden.

Vor allem wünschen wir uns eine Orientierungsstufe, die ihren Namen verdient hat, in der sich also die Lernenden in Klasse 5 und 6 orientieren können, wie das Lernen für sie gut und richtig ist. Deshalb möchten wir hier die Möglichkeit haben, dass die Kinder in verschiedenen Fächern auf unterschiedlichen Niveaus lernen können, gerade auch in den Haupt- und den späteren Prüfungsfächern.

Damit die Schüler*innen möglichst gut von uns unterstützt werden können, muss jede einzelne Schule die Möglichkeit haben, ihre bewährten Differenzierungskonzepte weiterzuführen, aber auch andere auszuprobieren. Das muss unbedingt für alle Realschulen möglich sein, nicht nur für die ganz großen. Alle Realschullehrer*innen sollten hier die gleichen Möglichkeiten haben, ihre Klassen mit Freude und Enthusiasmus zu unterrichten und dabei optimal auf die verschiedenen Abschlüsse hin vorzubereiten.

Denn wenn wir in unseren Klassen stehen, dann ist dieser Blick nach vorn immer da: Diese jungen Menschen sind unsere Zukunft und verdienen die beste Unterstützung, die wir ihnen bieten können. Das wollen wir, das macht uns Spaß und dafür wollen wir die besten Bedingungen!“