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Bilanz grün-rote Landesregierung: Berufliche Schulen

Das berufliche Schulwesen wurde an vielen Stellen aus- und umgebaut und die Unterrichtsversorgung wurde deutlich verbessert.

04.02.2016

Zum einen ist die Reform des Übergangssystems zu nennen. Ein Reformkonzept für das Recht auf berufliche Ausbildung liegt vor. Modellversuche hierzu und zu einem regionalen Übergangsmanagement haben begonnen. Mit der Ausbildungsvorbereitung Dual (AV-Dual) wurde ein weiterer Schulversuch gestartet mit dem Ziel, mehr Jugendlichen den direkten Übergang von der Schule in eine Ausbildung zu ermöglichen.

Auch an den beruflichen Schulen steht die individuelle Förderung und Unterstützung der Schüler/innen im Fokus. An 105 beruflichen Schulen (Schuljahr 2013/14) wurde ein individuelles Unterstützungssystems aufgebaut, 179 berufliche Schulen kümmern sich um individuelle Förderung an der Sekundarstufe II. Ebenfalls neu ist der sonderpädagogischer Dienst an beruflichen Schulen.

Beim Unterricht hat sich einiges getan: In der Berufsschule wurde an 189 Standorten und 2.907 Berufsschulklassen das Fach Englisch eingeführt – die GEW hatte sich hierfür vehement ausgesprochen. An Berufskollegs und Berufsvorbereitungsklassen sind jetzt Ganztagsschulangebote möglich.

Die beruflichen Gymnasien wurden ausgebaut (Versorgungsquote 2011/12 65 Prozent - 2014/15 91,6 Prozent), jedoch fehlt noch ein Rechtsanspruch auf einen Platz an beruflichen Gymnasien.

Mit der „dualen Berufsqualifizierung“ (BQ dual) sollte faktisch eine Ausbildungsgarantie für Schulabgänger/innen realisiert werden. Dies ist bislang jedoch trotz der fraglosen Dringlichkeit noch nicht umgesetzt. Auch der ausbildungsbegleitende Erwerb der Fachhochschulreife steckt noch in Schwierigkeiten. Bislang sind kaum neue Duale Berufskollegs entstanden.

Die Unterrichtsversorgung an den beruflichen Schulen wurde deutlich verbessert: Mehr als 1.000 Stellen zusätzlich flossen seit 2011 in diesen Bereich, so dass das strukturelle Unterrichtsdefizit von 4,4 Prozent im Schuljahr 2010/11 auf 2,3 Prozent im Schuljahr 2014/15 gesenkt werden konnte. Darüber hinaus gelang ein leichter Abbau der Bugwelle von 1.806 Deputaten auf 1.688 im selben Zeitraum.

Eine offene Baustelle ist nach wie vor die Finanzierung der Internatsunterbringung der Landes- bzw. Bezirksfachklassen: Das Land plant derzeit eine Drittel-Finanzierung (jeweils zu einem Drittel von Land, Ausbildungsbetrieb und Auszubildendem). Dazu müsste das Land seine Zuschüsse verdoppeln. Die GEW fordert jedoch, dass die Auszubildenden nicht zur Finanzierung der Internatsunterbringung herangezogen werden dürfen. Land und Ausbildungsbetrieb müssen sich die Kosten teilen (50:50 Finanzierung).

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