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Den Grundschulen gehen die Lehrer/innen aus

07.04.2017

Eine von der GEW beauftragte Studie des Bildungswissenschaftlers Klaus Klemm kommt zum Ergebnis, dass bis 2030 mindestens 8.000 zusätzliche Lehrerstellen in den Klassen 1 bis 4 gebraucht werden und viel zu wenig Lehrkräfte ausgebildet werden.

Die Studie kommt zu folgenden Ergebnissen:

  • Die Grundschulbevölkerung wird bis 2030 auf 438.000 Kinder ansteigen. Diese Zahl übersteigt die bisherigen Annahmen der Bevölkerungsvorausberechnung gewaltig.
  • Mit den neu zu besetzenden Stellen für die Lehrkräfte, die bis 2030 in den Ruhestand gehen, werden in den nächsten 13 Jahren 11.930 Lehrerstellen zu besetzen sein.
  • Da viele Lehrkräfte Teilzeit arbeiten, ist davon auszugehen, dass 13.275 neue Grundschullehrer/innen gebraucht werden.
  • Die prognostizierten Studierendenzahlen können diesen Bedarf nicht decken: Klaus Klemm geht von 10.500 Berufseinsteiger/innen bis zum Jahr 2030 aus.
  • Um die bereits beschlossene Erweiterung der Kontingentstundentafel mit je zwei Stunden mehr Mathematik und Deutsch umzusetzen und für eine bessere Kooperation zwischen Grundschulen und Kitas, für eine bessere Vertretungsreserve, die Einführung von Poolstunden und den Ausbau der Ganztagsschulen werden bis 2030 5.439 weitere Stellen und gut 6.000 neue Grundschullehrkräfte gebraucht.
  • Unterm Strich werden bis 2030 8.000 Stellen neu zu schaffen sein und insgesamt für die Besetzung aller Stellen etwa 19.000 neue Grundschullehrer/innen gebraucht.

Auf Grundlage dieser Ergebnisse, fordert die GEW den Stopp aller Stellenstreichungspläne, den schnellen Ausbau der Studienkapazitäten und eine bessere Bezahlung der Pädagog/innen, um den Beruf attraktiver zu machen.

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