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PersonalratswahlenDeputat runter – Qualität rauf

Die GEW fordert bei den Personalratswahlen im Mai: Es ist Zeit für mehr Zeit. Für die Lehrkräfte an Gymnasien bedeutet das, die dauerhafte Überlastung zu beenden und zeitgemäße Rahmenbedingungen zu garantieren.

26.04.2019

Die GEW fordert:

  • Zeit für alle Aufgaben – Deputat senken: Seit Jahrzehnten wurden den Lehrkräften immer neue Aufgaben aufgesattelt und parallel das Deputat mehrfach erhöht. Eine Senkung der Unterrichtsverpflichtung um mindestens zwei Stunden muss diese strukturelle Überbelastung beenden.
  • Zeit für den Unterricht – Keine dauerhafte Mehrarbeit: Langfristig bekannter Vertretungsbedarf wird zurzeit von den Kollegien aufgefangen. Die Sicherung des Pflichtunterrichts muss durch externe Krankheitsvertretungen und eine generelle Lehrkräfteversorgung von mindestens 110 Prozent erfolgen.
  • Zeit, um gesund zu bleiben – Arbeitszeit realistisch bewerten: Dauerhafte strukturelle Überbelastung macht krank. Aufgaben wie Elternarbeit, individuelle Förderung, Konferenzen, Organisatorisches und Schulentwicklung müssen realistisch in der Arbeitszeit der Lehrkräfte abgebildet werden. Zur Entlastung bei zusätzlichen Aufgaben muss das allgemeine Entlastungskontingent erhöht werden.
  • Zeit für Regeneration – Auftanken nach Belastungsspitzen: Außerunterrichtliche Veranstaltungen sind eine unerlässliche Ergänzung des Unterrichtes. Lehrkräfte sind dabei rund um die Uhr im Dienst. Echte Regenerationsphasen im Anschluss sind unerlässlich. Der Vollzeiteinsatz von Teilzeitkräften muss voll bezahlt werden.
  • Zeit für den Unterricht in der Kursstufe – Deputat anpassen: Unterricht in der Kursstufe ist besonders aufwändig, die Qualität der Abiturvorbereitung von höchster Priorität. Die Kursgröße ist auf maximal 15 Lernende in den fünfstündigen und auch 20 Lernende in den anderen Kursen zu begrenzen. Fünfstündige Kurse brauchen eine zusätzliche Deputatsstunde für Einarbeitung, Vorbereitung und Korrektur, dreistündige Kurse eine halbe.
  • Zeit für das Abitur – Realistische Regelungen: Qualität im Abitur ist nur zu halten durch realistische Regelungen für Korrekturtage und die intelligente Organisation der mündlichen Prüfungen. Klare Rahmenvorgaben müssen individuell ausgestaltete Entlastung ermöglichen. Den hohen Anspruch der mündlichen Prüfungen sichert eine Höchstgrenze von zehn Prüfungen pro Tag.
  • Zeit für Klassenleitung – Wichtige Aufgaben angemessen ausstatten: Veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen führen zu Ausweitung und Aufwertung der Klassenleitungstätigkeit. Eine feste Wochenstunde für Klassenleitungen in allen Jahrgangstufen der Sekundarstufe I ist notwendig.
  • Zeit für professionelles Arbeiten – Zeitgemäße Ausstattung, Technik und Medien: Schulische Qualität braucht professionelle Arbeitsmittel. Die Einsatzfähigkeit der technischen Ausstattung muss gewährleistet sein. Zeitgemäße Arbeitsplätze für Lehrkräfte umfassen ebenso Büromaterialien und Arbeitsmittel.
  • Zeit auch für Teilzeitkräfte – Konsequente Aufgabenkritik: Teilzeitkräfte leisten nachweislich mehr als ihrem Deputat entspricht. Die dienstlichen Tätigkeiten der Lehrkräfte müssen transparent und verlässlich beschrieben werden. Die Belange der Teilzeitlehrkräfte müssen durch trennscharfe Differenzierung von teilbaren und unteilbaren Dienstgeschäften angemessen berücksichtigt werden.
  • Zeit für Ältere – Systematischer Ausbau der Altersermäßigung: Notwendig ist der systematische Ausbau der Altersermäßigung von einer auf bis zu drei Deputatsstunden beginnend mit dem 55. Lebensjahr. Teilzeitkräfte sind anteilig zu berücksichtigen.

Es ist Zeit für mehr Zeit.

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