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Arbeits- und GesundheitsschutzGEW fordert freiwillige Corona-Tests für Lehrkräfte

In einer Videokonferenz mit der Landesregierung hat GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz gemahnt, den Schutz der Lehrerinnen und Lehrer endlich wahrzunehmen. Dazu gehöre, die Hygienemaßnahmen auszubauen, so Moritz.

02.07.2020

GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz hat heute an einer Videokonferenz mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann und weiteren Mitgliedern der Landesregierung teilgenommen. Themen waren unter anderem Corona-Tests an Schulen und Ausbau der Hygienemaßnahmen.

„Die Landesregierung muss ihre Fürsorgepflicht für 130.000 Lehrerinnen und Lehrer endlich wahrnehmen. Dazu gehören die regelmäßige mehrfache Reinigung in den Schulen, Plexiglasscheiben für Lehrerpulte und ausreichend FFP2-Masken für alle Lehrkräfte, die das brauchen. Nichts davon ist bisher garantiert, nur die Sicherheitsabstände und die Maskenpflicht, die überall sonst verlangt werden, sind für die pädagogischen Profis aufgehoben worden“, kritisiert Moritz das bisherige Vorgehen der Landesregierung.

Offensichtlich kann sich das Kabinett nicht auf eine gemeinsame Linie einigen. Kretschmann und Kultusministerin Susanne Eisenmann streiten seit Tagen über eine geeignete Teststrategie an Schulen und Kitas. Die GEW drängt nun schon seit Wochen darauf, den Arbeits- und Gesundheitsschutz in den Fokus zu rücken, und hat unter anderem mehrere Gutachten dazu in Auftrag gegeben.

„Wir empfehlen auch eine Mund-/Nasenschutzpflicht für Schülerinnen und Schüler außerhalb des Klassenzimmers und im engen Kontakt mit Lehrkräften. Die Lehrkräfte erwarten den Ausbau der Testkapazitäten. Gerade wenn im Herbst die Husten- und Schnupfen-Kinder wieder vor ihnen sitzen, müssen sie schnell durch Tests Gewissheit bekommen können, ob sie infiziert worden sind. Auch Lehrerinnen und Lehrer haben Angehörige, die zu Risikogruppen gehören und die sie nicht in Gefahr bringen wollen. Wenn ein Arbeitgeber in der freien Wirtschaft so fahrlässig mit gesetzlich vorgegebenen Arbeitsschutzstandards umgehen würde, wären dort Betriebe geschlossen worden“, sagt die GEW-Landeschefin.

Die Landesregierung hat in der Videokonferenz zugesagt, sich dem Thema Hygiene an Schulen anzunehmen. Eine späte Einsicht.