GEW Baden-Württemberg
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GEW Ostwürttemberg informierte seine Fachlehrkräfte/Technische Lehrkräfte

An vielen Schulen wird man das Gefühl nicht los, dass ohne Fachlehrer/innen der Apparat hoffnungslos in die Knie gehen müsste.

18.12.2017 - Volker Spellenberg, stellvertretender Kreisvorsitzender GEW-Ostwürttemberg

Aus diesem Grund und auch durch den Wunsch nach Information hat der GEW-Ortsverein Heidenheim-Giengen mit Angelika Kistner die Vorsitzenden der Landespersonengruppe FL/TL in die Pistoriusschule nach Herbrechtingen eingeladen. Sie ist selbst Fachlehrkraft an einer SBBZ und Mitglied im Hauptpersonalrat GHWRGS.

Die gut gefüllte Caféteria versprach einen interessanten Nachmittag und einen noch interessanteren Austausch, denn Diskussionsbedarf gibt es beim Fachlehrer-Dasein genug: Ungleich-Behandlung in Bezug auf Bezahlung (vier Gehaltsstufen unter der des wissenschaftlichen Kollegen), das weit höhere Deputat und der unsägliche Beförderungsstau. Kistner verwies darauf, dass die GEW und die sehr aktive Landespersonengruppe der Fachlehrkräfte/technische Lehrkräfte seit Jahren unermüdlich daran arbeiten, die Lage der Kolleginnen und Kollegen zu verbessern. In ständigem Kontakt mit Politikern und unermüdlichen Einsatz in der Öffentlichkeitsarbeit konnte das Team schon einiges erreichen. Vor allem durch die Besuche bei Landtagsabgeordneten konnte man in den vergangenen Jahren viele Verantwortliche sensibel machen für die immer noch ungerechte Situation. Die Aktion „Wir besuchen Politiker“ dauert sein Juli an und wird auch weiterhin bis ins Frühjahr 2018 fortgeführt.

Eine Teilnehmerin erklärte sich auch gleich bereit mit einem Hospitations-Tag Wissenslücke bei Politikern zu schließen, wenn ihnen der Unterschied zwischen einer wissenschaftlichen und einer Fach-Lehrkraft nicht klar wäre.

Doch nicht nur die Politiker müssten dazu lernen: Kistner verwies darauf, dass die Fachlehrer/innen immer bei allem in der ersten Reihe stehen und vor allem außerschulische Aktionen organisieren. Sie wünsche sich stattdessen, dass die Hände der Kolleg/innen auch mal unten bleiben, wenn nach der Mitarbeit beim Sporttag, bei der Vernissage, beim Schulfest, beim Schwimmtag, beim Schullandheim, beim Ausflug gefragt wird.

Seit den 60er-Jahren hat sich das System der Fachlehrerkräfte-Ausbildung in Baden-Württemberg bewährt. Die ausgebildeten Lehrkräfte stammen vorwiegend aus der freien Wirtschaft und bringen mit ihren Erfahrungen und Werten aus anderen Berufssparten neue und praxisnahe Elemente in die Bildung, Ausbildung und Erziehung der Kinder und Jugendlichen an den Schulen. Dabei gibt es musisch-technische Fachlehrkräfte, die in den Fächern Sport, Kunst und Musik ihr Wissen weitergeben, aber auch die Fachlehrkräfte/technische Lehrkräfte für die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren.

Die Besoldung, das hohe Deputat und die Beförderung der betroffenen Lehrerinnen ist immer noch ein politisches Unding und angesichts der wachsenden Probleme im Bildungssektor mehr als fahrlässig. Letzter Lichtblick ist die von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erreichte Möglichkeit einem Aufstiegslehrgang zu absolvieren und weitere zusätzliche Beförderungsstellen, sodass die Wartezeit von 12-17 Jahre auf 8-10 Jahre verkürzt wurde.

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