GEW Baden-Württemberg
Du bist hier:

JA13-AktionswochenGleichwertige Arbeit gleich bezahlen

Fünf Bundesländer bezahlen Grundschullehrkräfte und neun Bundesländer die Lehrkräfte der Sekundarstufe I inzwischen nach A 13/E 13. In Baden-Württemberg blockiert das Kultusministerium immer noch eine gerechte Bezahlung aller Lehrer*innen.

09.11.2020

Die GEW setzt sich für die gleiche Bezahlung aller wissenschaftlichen Lehrkräfte ein – auch in der Pandemie. Als Grund- und Hauptschullehrkraft oder Fachlehrkraft leistest du eindrucksvolle Arbeit in deinem Berufsleben. Für deine Schule, für deine Schülerinnen und Schüler, für deine Kolleginnen und Kollegen. Du hast mehr verdient!

Wir sagen: Es ist Zeit für eine gerechte Bezahlung.

Fünf Bundesländer bezahlen Grundschullehrkräfte inzwischen nach A 13/E 13. In Baden-Württemberg bleibt ihnen A 13 immer noch verwehrt. Im Rahmen der Kampagne „Grundschulen – weg vom Abstellgleis“ haben wir im März mehr als 3.000 Unterschriften für Verbesserungen an Grundschulen gesammelt und an Kultusministerin Susanne Eisenmann übergeben.

Neun Bundesländer bezahlen die Lehrkräfte der Sekundarstufe I inzwischen nach A 13/E 13. In Baden-Württemberg können nur Hauptschullehrkräfte an Gemeinschaftsschulen, an Realschulen und an Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) über HOLA-Lehrgänge nach A 13/E 13 kommen. Den Hauptschullehrkräften an Werkrealschulen verweigert das Kultusministerium diese Möglichkeit weiterhin komplett.

Mit der Blockadehaltung in Baden-Württemberg muss Schluss sein!

Einen Überblick über den Stand von A 13 für Lehrkräfte an Grundschulen und in der Sekundarstufe I nach Bundesländern gibt es hier.

Es gibt viele Gründe, warum alle Lehrerinnen und Lehrer A 13 verdient haben. Einige davon haben wir in einer Bildergalerie zusammengestellt:

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) verlangt, dass der Beruf der Grund- und Hauptschullehrkräfte aufgewertet wird und die Pädagog*innen deutlich besser als bisher bezahlt werden.

„Der Grundstein für gute Bildung wird bei den Kleinsten gelegt. Trotzdem erkennt Deutschland die wertvolle Arbeit der Grundschullehrerinnen immer noch nicht ausreichend an. Nicht zuletzt mit der Inklusion sind die Anforderungen an die pädagogische Arbeit an Grundschulen kontinuierlich angestiegen. Die GEW erwartet von der Landesregierung einen Stufenplan für den Aufstieg aller Grund- und Hauptschul- sowie Werkrealschullehrkräfte von der Besoldungsgruppe A 12 in A 13. Es muss endlich Schluss damit sein, dass diese Lehrkräfte von der Politik ignoriert werden“, findet GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz.

Fünf Bundesländer bezahlen Grundschullehrkräfte und neun Bundesländer die Lehrkräfte der Sekundarstufe I inzwischen nach...

Gepostet von GEW Baden-Württemberg am Montag, 9. November 2020

Verbeamtete Grundschullehrerinnen werden nach A 12 besoldet. Als Angestellte sind sie in der Entgeltgruppe (E) 11 des Tarifvertrages der Länder (TVL) eingruppiert. Im Schnitt verdienen diese Pädagogen rund 400 bis 650 Euro im Monat weniger als die Lehrkräfte mit A 13. Unter dem „JA13“-Motto macht die Bildungsgewerkschaft GEW auf die Lohnlücke zwischen A 12 und A 13 beziehungsweise E 11 und E 13 aufmerksam.

Die GEW bezeichnet die schlechtere Besoldung als strukturelle Diskriminierung von Frauen. „Die Landesregierung hat das Primarstufenlehramt bewusst bei acht Semestern belassen, um Geld auf Kosten der Grundschullehrkräfte zu sparen. Grundschullehrerin ist ein Frauenberuf. Grundschullehrkräfte werden mit A 12 abgespeist und haben keine Chance, in ihrem Berufsleben eine höhere Besoldung zu bekommen, es sei denn, sie werden Schulleitern oder Schulleiter. Die Landesregierung macht sich so mitverantwortlich für den Lehrermangel“, kritisiert Moritz.

Bundesweit herrscht ein großer Mangel an Grundschullehrkräften. Sie werden überall am schlechtesten bezahlt. „Mehrere Bundesländer haben auf den Lehrermangel reagiert und bezahlen dort A 13. Warum kann das ein so reiches Land wie Baden-Württemberg nicht? So bleiben wir nicht konkurrenzfähig im Wettbewerb um gute Lehrkräfte“, mahnt die GEW-Landeschefin.

Verratet uns, warum auch Grund- und Hauptschullehrer*innen in Baden-Württemberg A 13 verdient haben und was gerechte Bezahlung für euch bedeutet. In den nächsten Wochen kommen Postkarten bei euch in den Schulen an. Wir freuen uns, wenn ihr sie ausfüllt und bis Weihnachten über die Vertrauensleute an euren Schulen oder per Post an uns zurückschickt. Wir sorgen dann dafür, dass eure Stimmen gehört werden und übergeben die Postkarten vor der Landtagswahl an Landtagsabgeordnete.