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Gute Chancen für Gymnasiallehrkräfte

Die Einstellungssituation für Gymnasiallehrkräfte ist in diesem Jahr erfreulich. Eine gute Note, räumliche Flexibilität und die Bereitschaft, auch an eine andere Schulart zu gehen, sind die besten Voraussetzungen, um ein Einstellungsangebot zu erhalten.

14.07.2016

2.739 gymnasial ausgebildete Lehrkräfte bewarben sich zum Schuljahr 2016/17 um eine Einstellung im Schuldienst. Die Zahl umfasst auch Bewerber/innen, die in den letzten Jahren nicht zum Zuge gekommen sind. Vorab wurden 301 Stellen in verschiedenen Ausschreibungsverfahren vergeben, darunter 30 im Rahmen der Zusatzqualifikation und 63 an Gemeinschaftsschulen.

984 Stellen sind zum kommenden Schuljahr frei, weil Lehrkräfte ausscheiden. Das sind vorwiegend  Pensionierungen. Diese Stellen führen laut Kultusministerium zu 1.110 Einstellungen. 632 Stellen konnten im Listenverfahren vergeben werden. Darin enthalten sind 138 Stellen auf TV-L-Basis mit Übernahmegarantie ins Beamtenverhältnis zum Schuljahr 2017/18. Bei diesen Lehrkräften erfolgt die Einstellung auf TV-L-Basis mit Übernahmegarantie ins Beamtenverhältnis zum Schuljahr 2017/18.
504 angehende Lehrkräfte erhielten im Listenverfahren ein Einstellungsangebot, davon 72 an Gemeinschaftsschulen. Bei der Einstellungssitzung im Kultusministerium, an der Mitglieder der Hauptpersonalräte Gymnasien und GHWRGS teilgenommen haben, wurden bei weitem nicht alle verfügbaren Stellen vergeben. Für 50 Stellen gab es keine geeigneten Bewerber/innen, insbesondere in den Fächern Mathematik und Naturwissenschaften. Es wurde kein einziger Bewerber, keine einzige Bewerberin mit dem Fach Informatik eingestellt, obwohl aufgrund der Bildungsplanreform der Bedarf in diesem Fach erheblich ist.

20 Stellen werden für Sonderverfahren (u.a. Schwerbehinderteneinstellung und Härtefallregelung) zurückbehalten. Darüber hinaus gibt es weitere Einstellungsmöglichkeiten an beruflichen Schulen und in den Nachrückverfahren.

Noch nicht berücksichtigt sind 111 Stellen für die Differenzierungsstunden in Klasse 10, die erst im Nachtragshaushalt bewilligt wurden.

Die Einstellungssituation im Listenverfahren ist in den vier Regierungspräsidien recht unterschiedlich. Sie war im RP Stuttgart mit 303 Stellen am besten, im RP Tübingen mit 68 Stellen am schlechtesten. Auch fachspezifisch gibt es große Unterschiede. Die Fächer Mathematik und Deutsch haben exakt dieselben Stundentafeln und damit einen identischen Bedarf. Die Lehrbefähigung für Deutsch haben aber über 1.000 angehende Lehrkräfte, die für Mathematik nur etwas mehr als 200. Schwierig ist die Situation auch für Lehrkräfte mit ungewöhnlichen Fächerkombinationen, die im Listenverfahren oft nur eine Chance haben, wenn sie von der Ausbildungsschule angefordert werden.

Insgesamt ist die Einstellungssituation 2016 für Gymnasiallehrkräfte wie schon letztes Jahr erfreulich. Dies liegt aber auch daran, dass es gute Einstellungschancen an Gemeinschaftsschulen und beruflichen Schulen gibt. Neben einer guten Leistungsziffer ist die räumliche Flexibilität der Bewerber/innen und die Bereitschaft, auch an eine andere Schulart zu gehen, die beste Voraussetzung, um ein Einstellungsangebot zu erhalten.

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