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PersonalratswahlenGute Ergebnisse bestätigen die Arbeit der GEW

Die Lehrkräfte haben gewählt und der GEW erneut ihr Vertrauen ausgesprochen. Im Hauptpersonalrat Gymnasien und Berufliche Schulen hat die GEW sogar hinzugewonnen. Jetzt wollen die neuen Personalräte gemeinsam Verbesserungen durchsetzen.

05.06.2019 - Doro Moritz, GEW-Landesvorsitzende

Die GEW konnte bei den Grund-, Haupt-, Werkreal-, Real-, Gemeinschaftsschulen und Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (GHWRGS) ihre starke Position behaupten. In allen GHWRGS-Personalräten (Hauptpersonalrat, ­Bezirkspersonalrat, ­Örtlicher Personalrat) hat die GEW ­weiterhin deutliche Mehrheiten und stellt überall die Vorsitzenden. Im Hauptpersonalrat (HPR) Gymnasien und im HPR Berufliche Schulen hat die GEW hinzugewonnen. Die Bezirkspersonalräte in den Gymnasien konnten ihre Ergebnisse halten, in den Beruflichen Schulen kam es zu Sitzverlusten.

Grund-, Haupt-, Werkreal-, Real-, Gemeinschaftsschulen und Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (GHWRGS)

Das beste Ergebnis erreichte die GEW bei den Beamten im ÖPR des SSA Nürtingen mit 84,5 Prozent. Die GEW hat vor allem Sitze bei den Arbeitnehmer/innen hinzugewonnen. Ganz offensichtlich haben die Kolleg/innen die Kompetenz und das Engagement der Angestelltenvertreter/innen bei der Tarifpolitik und der Eingruppierung anerkannt. Im Hauptpersonalrat hat die GEW bei den Beamten leider einen Sitz verloren. Wir haben aber mit 14 von 19 Sitzen weiterhin eine satte Mehrheit. In den Örtlichen Personalräten erreichte die GEW insgesamt 295 von 405 möglichen Sitzen, das sind fünf weniger als 2014.

Gymnasien und Berufliche Schulen

Im HPR Gymnasien und im HPR Berufliche Schulen konnte die GEW jeweils einen Beamtensitz hinzugewinnen. Das ist sehr erfreulich. Denn die Verbände des Beamtenbundes versuchten mit Polemik und Falschaussagen die Wählerinnen und Wähler zu irritieren. Bei den Bezirkspersonal­räten (BPR) der Beruflichen Schulen hat die GEW leider Stimmen verloren. In den ­gymna­sialen ­Bezirkspersonalräten haben wir dagegen die Ergebnisse von vor fünf Jahren gehalten. Die guten Ergebnisse im gymnasialen Bereich hängen auch mit den erfreulicherweise steigenden Mitgliederzahlen an den Gymnasien zusammen.

Generationenwechsel bei Personalräten

Der Generationenwechsel in der GEW setzt sich in den Personalräten fort. Viele langjährige und verdiente Kolleg/innen sind ausgeschieden. Viele jüngere Kolleg/innen sind in die Personalräte auf allen Ebenen eingezogen, zunehmend übernehmen sie auch den Vorsitz oder Vorstandsfunktionen. Es zahlt sich aus, dass die GEW den Generationenwechsel seit Jahren aktiv gestaltet.

Nach der Wahl geht unsere Arbeit weiter. Die Wahl liefert Anhaltspunkte für die Stimmung in den Lehrerzimmern. Die Unzufriedenheit mit der Situation und den Arbeitsbedingungen ist insbesondere an Real- und Gemeinschaftsschulen und auch an den SBBZ spürbar. Das bestätigten auch die Ergebnisse der GEW-Umfrage zu Arbeitszeit und Arbeitsbelastung in hohem Maße.

Gemeinsam Verbesserungen durchsetzen

Kolleginnen und Kollegen der GEW haben in letzter Zeit viele Gespräche mit Kollegien geführt. Wir hören zu und wir werden die direkte Kommunikation mit den Kolleginnen und Kollegen ausbauen. Wir können gegenüber der Landesregierung nur gemeinsam Druck aufbauen und Verbesserungen durchsetzen. Es ist eine­ ­Tatsache: In allen Schulen sind und bleiben die Lerngruppen heterogen. Es ist Zeit für mehr Zeit. Lehrkräfte brauchen mehr Zeit für Schülerinnen und Schüler und außerunterrichtliche Aufgaben, sie ­müssen konzeptionell unterstützt und durch externe Begleitung entlastet werden. Die Bedingungen in der frühkindliche Bildung und die Arbeit in den Grundschulen müssen nachhaltig verbessert werden, um die Entwicklung jedes einzelnen Kindes bestmöglich zu fördern. Dann wird auch die Arbeit in den Schulen der Sekundarstufe wieder einfacher. Dafür setzt sich die GEW ein.

Absolute Stimmenkönigin ist die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz, die landesweit bei der Wahl für den Hauptpersonalrat (HPR) GHWRGS 38.715 Stimmen sammelte. Alfred König folgte mit 14.234 und Ricarda Kaiser mit 13.213 Stimmen.

Die GEW erreicht im künftigen HPR GHWRGS 14 von insgesamt 19 Sitzen. Von den bisher 13 GEW-Mandaten für Beamte ging einer an den RLV verloren, der erstmals einen Sitz im HPR erreichte. Der VBE wird wie bisher vier Sitze haben.

Wie 2014 konnten beide Arbeitnehmer/innen-Sitze gewonnen werden. 69,9 Prozent der Stimmen gingen an die GEW, der VBE erhielt 30,1 Prozent. Die meisten Stimmen bekamen ­Bärbel Etzel-Paulsen mit 677 und Günther Thum-Störk mit 366 Stimmen.

Die GEW erreichte im HPR GHWRGS, in den vier Bezirkspersonalräten (BPR) und den 21 Örtlichen Personalräten (ÖPR) die Mehrheit.

Auf der HPR-Liste für die Beruflichen Schulen erreichten Michael ­Futterer mit 3.531 Stimmen und bei den Gymnasien Barbara Becker mit 5.400 Stimmen die Spitzenposition auf den GEW-Listen. Im HPR dieser Schularten konnte die GEW jeweils einen Beamtensitz dazu gewinnen und den Abstand auf den BLV und PHV verringern.

Weitere Wahlen stehen an

GEW-Mitglieder kandidieren noch in anderen Personalräten: Im kommunalen Bereich stehen zurzeit zahlreiche GEW-Mitglieder des Sozial- und Erziehungsdienstes zur Wahl. Beim ­Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) und im außerschulischen Bereich des Kultusministeriums finden die Personalratswahlen erst Anfang Juli statt. Der BPR beim Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) wird voraussichtlich sogar erst im Herbst gewählt.

Wie viele Kandidatinnen und Kandidaten freue ich mich über mein sehr gutes Wahlergebnis im HPR GHWRGS und danke für das Vertrauen aller ­Wählerinnen und ­Wähler. Mit diesem Rückenwind ­werden wir die Interessenvertretung für die Beschäftigten in allen Schularten in der Öffentlichkeit, in den Ministerien und bei den Abgeordneten mit neuer Kraft fortsetzen.

Wahlbeteiligung unterschiedlich

Erfreulich ist der insgesamt leichte Anstieg der Wahlbeteiligung. Bei den Beamt/innen im HPR GHWRGS haben leider nur 55 Prozent der Kolleg/innen gewählt, in einzelnen Örtlichen Personalräten sogar weniger als 50 Prozent. Damit können wir nicht zufrieden sein. Bedauerlich sind die vielen ungültigen Stimmzettel. Bei der Briefwahl passieren leider viele Fehler.

Die Personalratswahlen sind ein großer Kraftakt – für die hauptamtlichen Kolleg/innen in den Geschäftsstellen der GEW genauso wie für die ­vielen Ehrenamtlichen. Ihnen allen gilt mein herzlicher Dank für das große Engagement.

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