GEW Baden-Württemberg
Du bist hier:

Drei Fragen an GEW-Mitglieder zur Tarifrunde„Ich stehe für meine Rechte ein – und für die der anderen“

Bei den Tarifverhandlungen geht es nicht nur um Lohnerhöhungen. Es geht auch um bessere Arbeitsbedingungen – und um Solidarität. Zwei tarifbeschäftigte Lehrerinnen haben uns verraten, was für sie ganz besonders wichtig ist.

23.09.2021

Wann ist die Tarifrunde für dich ein Erfolg?

Iris Balzer: Wenn die Tarifbeschäftigten nicht von der allgemeinen Einkommensentwicklung abgekoppelt werden. Wir verdienen eh schon deutlich weniger als die beamteten Kolleg*innen, machen aber die gleiche Arbeit und haben dieselben Pflichten. Wir wissen, dass mit Corona die Staatsverschuldung gestiegen ist. Es muss gespart werden, aber nicht auf unserem Rücken.

Die Inflation ist im Moment hoch, die Energie- und Lebenshaltungskosten steigen, das muss ausgeglichen werden. Es müssen mindestens 3,5 Prozent Lohnsteigerung pro Jahr rauskommen.

Gabriele Stork: In der letzten Tarifrunde wurde die Stufe 6 für die oberen Lohngruppen neu eingeführt, allerdings bringt die Stufe nach vielen Berufsjahren keine Erhöhung mehr. Die Stufe 6 müsste jetzt ausgebaut werden. Auch höhere Gehaltsstufen sollten noch von Lohnsteigerungen profitieren können.

Welches Anliegen liegt dir grundsätzlich am Herzen?

Iris: Mir ist eine gerechte Bezahlung wichtig. In einer wirklich schlechten Situation sind die befristet Beschäftigte. Sie stopfen Versorgungslöcher an den Schulen, vor allem an SBBZ und in Vorbereitungsklassen, werden in den Sommerferien nicht bezahlt und landen möglicherweise nach jahrelanger Arbeit auf der Straße ohne weiteren Vertrag.

Gabriele: Damit Lehrkräfte besser bis zum Renteneintrittsalter mit 67 durchhalten, brauchen wir eine bessere Altersermäßigung.

Was muss passieren, damit du dich bei der Tarifrunde beteiligst?

Iris: Warum soll ich nicht streiken? Ich stehe für meine Rechte ein, und letztlich auch für die der anderen. Was kann ich verlieren, außer dass mich im Lehrerzimmer mal die eine oder der andere Kolleg*in scheel anguckt? Aber es ist eine solidarische Aktion und das wissen viele Beamt*innen mittlerweile auch und unterstützen uns.

Gabriele: Da muss gar nichts passieren. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass ich mitmache. Schließlich geht es um uns und unsere Arbeitsbedingungen.