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PH WeingartenLehramtsstudierende übergeben offenen Brief an Wissenschaftsministerin Bauer

In einem offenen Brief an Wissenschaftsministerin Theresia Bauer benennen angehende Lehrerinnen und Lehrer Defizite im Studium und Beruf. Die GEW unterstützt die Lösungsvorschläge der Studierenden.

30.10.2018

Am 24. November 2018 besuchte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer die Pädagogische Hochschule Weingarten, um sich die „Start Up Stories“ anzuschauen und mit Gründerinnen und Gründern ins Gespräch zu kommen. 200 Studierende nutzten den Besuch, um ihrem Ärger Luft zu machen und um einen offenen Brief an die Ministerin zu übergeben.

Mehr Praxisbezug während des Studiums könnte die Lösung des Problems sein. Seit der Änderung der Prüfungsordnung 2015 sammeln Nachwuchs-Lehrkräfte ihre ersten nennenswerten Praxiserfahrungen frühestens im siebten Semester, das kritisiert auch die Bildungsgewerkschaft GEW. Wenn man dann erst merkt, dass der Beruf im Alltag der falsche ist, steht man nach sieben Semestern ohne verwertbaren Abschluss da. Deshalb fordert die GEW regelmäßige Schulpraxis von Beginn des Bachelorstudiums an.

Die Lehramtsanwärterinnen und -anwärter ärgern sich nicht nur über die inhaltlichen Defizite des Studiums. Sie wünschen sich mehr Sicherheit: Seit der Umstellung des Studiums auf das Bachelor- und Mastersystem bangen viele Studierende nach dem Bachelor, ob sie einen Masterplatz erhalten. Allein der Bachelor-Abschluss befähigt nicht zum Lehren. Die GEW macht sich für einen Rechtsanspruch auf einen Masterplatz stark.

Auch kritisieren die angehenden Lehrerinnen und Lehrer, dass viele Lehrkräfte nicht verbeamtet werden. Sie arbeiten befristet an Schulen und sind in den Sommerferien wieder arbeitslos. Dann gibt es nicht einmal Arbeitslosengeld, weil man dafür zuvor zwölf Monate am Stück gearbeitet haben muss.

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer hat sich zumindest zwei Minuten Zeit genommen, um den offenen Brief in Empfang zu nehmen  – und sie hat versprochen, zu antworten.

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