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Multiprofessionelle Zusammenarbeit lohnt sich

Die Junge GEW setzt sich für Rahmenbedingungen ein, damit alle pädagogischen Fachkräfte einer Bildungseinrichtung koordiniert zusammenarbeiten und multiprofessionelle Teams entstehen können.

07.04.2017

Nach Ansicht der Jungen GEW muss multiprofessionelle Zusammenarbeit in allen Phasen der Lehrer/innenausbildung strukturell und konzeptionell verankert werden – ebenso wie in der Ausbildung von Erzieher/innen und allen sozialpädagogischen Fachkräften. Langfristig setzt sich die Junge GEW daher für ein gemeinsames Kerncurriculum für alle Pädagog/innen ein.

Die Junge GEW möchte auch in der gewerkschaftlichen Arbeit die Bildungsbereiche verzahnen. Kolleg/innen aus den unterschiedlichen Bereichen sind in diesem Gremium aktiv: Kita, Jugendhilfe und alle Schularten. Die Heterogenität, die dadurch bei der Jungen GEW entsteht, macht die Arbeit nicht immer einfach. Dies beginnt schon, wenn man einen gemeinsamen Termin sucht. Beschäftigte in der Jugendhilfe und an Schulen haben unterschiedlich flexible Arbeitszeiten.

Die Vorteile der gemischten Gruppe überwiegen bei Weitem: Gemeinsame Diskussionen öffnen den Blick für die Vielfalt innerhalb der Bildungsgewerkschaft. Mirijam Schnaitter, Lehrerin an einem Sonderpädagogischen Bildungs – und Beratungszentrum erklärt: „Wir als Junge GEW richten den Fokus besonders auf den Anfang des Berufslebens. In dieser Phase ist man besonders auf Kooperation angewiesen. Um von Erfahrungen und der fachlichen Qualifikation von Kolleg/innen profitieren zu können, braucht es einen institutionellen Rahmen. Diesen fordern wir ein.“ „Wir wollen das Thema Multiprofessionalität ins Bewusstsein rücken“ sagt Anna Heinrich, Teamvorsitzende der Jungen GEW. Sie erlebt in ihrem Arbeitsalltag in der Kita, dass vielen Kolleg/innen Wissen und Unterstützung fehlen, um Kooperationen mit der Schule oder Einrichtungen der Jugendhilfe nicht nur als zusätzliche Aufgaben, sondern als wertvollen Teil ihrer Arbeit zu erleben.

Die Gruppe der jungen GEW-Kolleg/innen beschreibt Multiprofessionalität so: Sie meint die koordinierte Zusammenarbeit aller pädagogischen Mitarbeiter/innen in einer Institution: Schule, Kita oder andere Einrichtungen der Jugendhilfe. Menschen mit unterschiedlichen Ausbildungswegen, Erfahrungshintergründen, unterschiedlichem Dienstrecht sowie Bezahlung, aber auch unterschiedlichen pädagogischen Aufträgen und Bildungsbegriffen, arbeiten gemeinsam in einer Institution: Dies ist eine Chance, und die Zusammenarbeit gelingt, wenn Zeit und Raum für Teamentwicklung, Austausch und Auseinandersetzung da ist. Dafür braucht es mehr gemeinsame Fortbildung zu pädagogischen Schwerpunkten, Ressourcen für kollegiale Beratungsformen und Zeit für Reflexion über sich verändernde Arbeitsprozesse.

Die Junge GEW sammelt konkrete Berichte zum Thema Multiprofessionalität in der Praxis. Wer seine Erfahrungen teilen mag, ist eingeladen, einen kurzen Bericht an die Referentin Johanna Schreiber (johanna.schreiber(at)gew-bw(dot)de) zu schicken. Uns interessiert, wo multiprofessionelle Zusammenarbeit bereits gut funktioniert und wo es schwierig ist.

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