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Schulöffnungen zum 15.03.Ohne garantierte Tests keinen Präsenzunterricht

Die GEW erwartet von der Landesregierung, dass heute (09.03.) in der letzten Sitzung des Kabinetts vor der Landtagswahl die Pläne von Kultusministerin Susanne Eisenmann für Schulöffnungen ab dem 15. März korrigiert werden.

09.03.2021 - GEW-Pressemitteilung

Nach dem Schreiben der Kultusministerin Susanne Eisenmann an die Schulen am Freitag (05.03.) sollen ab 15. März  alle Klassenstufen von 1 bis 6 zum Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen zurückkehren. Die von Ministerpräsident Winfried Kretschmann genannten Bedingungen wie Teststrategien oder verkleinerte Lerngruppen tauchen im Brief des Ministeriums nicht auf. In dem Brief und in einem weiteren Schreiben am 08.03. bleiben Rahmenbedingungen für kommunale Teststrategien weiter ungeklärt und werden in den Schreiben nicht einmal erwähnt.

Keine Öffnung ohne Sicherheitsmaßnahmen

„Wir sind gespannt, ob es sich die Grünen gefallen lassen, dass Eisenmann die öffentlichen Zusagen von Kretschmann nicht einhält. Winfried Kretschmann hat versprochen, dass Öffnungen nur stattfinden, wenn eine klare Teststrategie vorhanden und gute Sicherheitsmaßnahmen garantiert sind. Kultusministerin Susanne Eisenmann hat bisher nicht landesweit für klare Regelungen und kommunale Teststrategien gesorgt, sondern schiebt die Umsetzung in ihrem Brief an die Schulen erneut den jetzt schon völlig überlasteten Schulleitungen zu. Wenn Kretschmann dies zulässt, werden in sechs Tagen in den Schulen ganze Klassen stundenlang ohne Schutz in vollen Klassenzimmern sitzen und dadurch derzeit unkalkulierbaren Gefahren ausgesetzt. Ganze Grundschulen zu öffnen und die Klassen 5 und 6 ohne Abstand im Klassenzimmer, das funktioniert nicht. Wir brauchen zuerst weiter den Wechselunterricht“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Monika Stein am Dienstag (09.03.) in Freiburg.

Die GEW erwartet Garantien, dass an allen Schulen Testmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte vorhanden sind und überall maximal im Wechselunterricht gestartet wird. „Wenn Kultusministerin Susanne Eisenmann in den letzten Wahlkampftagen die wieder steigenden Infektionszahlen und die Gefahr durch Virusmutationen ignoriert, muss wenigstens der Ministerpräsident die Verantwortung übernehmen, für möglichst sichere Lernbedingungen zu sorgen. Es ist absehbar, dass wir angesichts der Impfungen für Lehrkräfte in wenigen Wochen wieder auf einen relativ normalen Unterrichtsalltag hoffen können. Es ist fahrlässig, wenn jetzt auf potentielle Stimmen bei der Wahl geschielt wird und diese wichtiger sind als die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler, ihrer Familien sowie der Lehrkräfte. Wenn Eisenmann offenbar keine Verantwortung für das Infektionsgeschehen an den Schulen über den Wahltag hinaus übernehmen will, muss das Kretschmann tun“, sagte Stein.