GEW Baden-Württemberg
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Perpektiven schaffen

Die Landesregierung strapaziert die Geduld der Haupt- und Werkrealschullehr/innen, die nach und nach ihren angestammten Platz verlieren. Schon lange wird ihnen ein Rahmenkonzept versprochen, damit klar wird, wo und wie diese Lehrkräfte weiterarbeiten können. Bisher blieb es bei schönen Worten und Ankündigungen. Das sorgt für Enttäuschungen und Unverständnis.

27.03.2015 - Doro Moritz

Hauptschullehrkräfte haben über Jahrzehnte hervorragende Arbeit geleistet und sehr früh mit qualifizierten pädagogischen Konzepten auf ihre veränderte Schülerschaft reagiert. Selten haben sie für ihre anspruchsvolle Arbeit die entsprechende Anerkennung, Bezahlung und Unterstützung eingefordert. Für viele war es Berufung, ihre Schüler/innen in ihrer individuellen, oft perspektivlosen Situation zu unterstützen.

Sehr viele von ihnen akzeptieren, dass ihre Schulart keine Perspektive mehr hat, dass das Zusammenfassen benachteiligter und schwacher Schüler/innen kaum eine anregende Lernumgebung schaffen konnte. Die Eltern entscheiden sich gegen die Hauptschule, auch wenn ihr Kind dann in einer größeren Klasse sitzt.

Die Lehrkräfte werden ihren Schüler/innen folgen. Besonders an den Realschulen werden ihre Erfahrungen und Kompetenzen im Umgang mit schwierigen Schüler/innen, mit Berufs-
orientierung und Berufswegeplanung, mit Sprachförderung und  individueller Förderung sehr gefragt sein.

Es sind zwei zentrale Punkte, die die GEW massiv kritisiert:
•    Warum hat das Kultusministerium es nicht geschafft, gegenüber allen Lehrkräften, Schulleitungen und Pädagogischen Assistent/innen an Haupt- und Werkrealschulen die Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen und sie direkt und schriftlich zu informieren - über die Rahmenbedingungen, den Einsatz in anderen Schularten, ihre Rechte, die Anforderungen und die Unterstützung?
•    Warum ist die Landesregierung so zögerlich mit der Vorlage eines Beförderungsprogramms?
Seit fast zwei Jahren führt die GEW intensive Gespräche mit der Politik und wird keine Ruhe geben, bis es ein Beförderungsprogramm für Hauptschullehrkräfte gibt. Die Auswahl wird Unmut schaffen, auch weil andere Lehrergruppen abgehängt werden. Klar ist: Beförderungen von Hauptschullehrkräften dürfen nicht an den Einsatz in anderen Schularten gekoppelt sein. Denn diejenigen, die als Letzte an den Werkrealschulen den Schlüssel umdrehen, dürfen nicht leer ausgehen.

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