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Politik versagt beim Lehrerbedarf

In diesem Jahr fehlen hunderte qualifizierte Bewerber/innen für die Grundschule. In den vergangenen Jahren wurden schlicht zu wenig junge Menschen für das Studium Grundschullehramt zugelassen.

14.06.2017 - b&w Artikel, Michael Hirn

In der Not will das Kultusministerium (KM) jetzt ein Programm auflegen, damit Gymnasiallehrer/innen sich für freie Stellen an Grundschulen bewerben können.

Der geplante Einsatz von Gymnasiallehrkräften ist eine verständliche Notlösung. Nicht eingestellte Gymnasiallehrkräfte sollen über eine Zusatzqualifizierung die Laufbahnbefähigung für das Grundschullehramt erwerben können. Sie sollen im ersten Jahr an der Grundschule mit einer berufsbegleitenden Qualifizierung durch die Seminare (GS) pädagogisch und fachdidaktisch weitergebildet werden. Geplant sind Präsenztage am Seminar, Hospitationen, Anrechnungsstunden für die Lehrkräfte und die beteiligten Schulen und eine Abschlussprüfung. Die Lehrkräfte können nach der erfolgreichen Qualifizierung als verbeamtete Lehrkräfte (Besoldung A12) an der Grundschule bleiben. In Frage kommen Bewerber/innen, die zwei Fächer der Grundschule studiert haben. Die GEW fordert, dass eins der beiden Fächer Deutsch oder Mathematik sein soll – analog zum Grundschulstudium. Die Kolleg/innen können sich weiterhin für die Einstellung an einem Gymnasium bewerben – einen Bonus bekommen sie durch die Arbeit an einer Grundschule nicht. Die Stellen sollen im Juli ausgeschrieben werden. Bewerber/innen mit Grundschulausbildung haben natürlich Vorrang.

Die Politik kann die Entwicklung jetzt beklagen oder handeln. Letzteres fordert die GEW von einer Landesregierung, die die Bildungschancen aller Kinder in den Grundschulen ernst nimmt.

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