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Realschulleiter werben für Gemeinschaftsschulen

19 Schulleiter/innen von Realschulen, die sich auf den Weg zur Gemeinschaftsschule gemacht haben, machen sich für mehr Gemeinschaftsschulen stark. „Wir gestalten unsere Schulen so, dass sich die anerkannten Vorzüge der Realschule mit den Möglichkeiten der Gemeinschaftsschule verbinden und dadurch verstärken“, heißt es unter anderem in ihrer Erklärung.

 

02.04.2015

(Veröffentlichung im Wortlaut der Autoren)

 

Aufruf der Rektorinnen und Rektoren von Gemeinschaftsschulen/Realschulen

Als Schulleiterinnen und Schulleitern von Realschulen, die sich auf den Weg zur Gemeinschaftsschule gemacht haben, ist es uns ein Anliegen darzustellen, was uns „bewegt“. Wir nehmen wahr, dass im Bewusstsein der Öffentlichkeit noch zu wenig über unsere Arbeit bekannt ist. Mit diesem Beitrag wollen wir den lückenhaften Darstellungen in der aktuellen Diskussion begegnen, indem wir die Grundgedanken und Eckpfeiler unserer Schulen darstellen.

Wir sehen in der Gemeinschaftsschule eine hervorragende Möglichkeit, gerade auch die Realschulen in ihrer pädagogischen Entwicklung zu stärken und zukunftsfähig zu machen. Heterogenität sehen wir als Chance. Was die Realschulen in jahrzehntelanger Arbeit ausgezeichnet und zu ihrer hohen Akzeptanz beigetragen hat, wird in unseren Gemeinschaftsschulen fortgesetzt und intensiviert. Dabei setzen wir die lernpsychologisch fundierte Weiterentwicklung der Lernkultur nahtlos so fort, wie sie schon vor der Einführung der Gemeinschaftsschule von der Kultusverwaltung auf den Weg gebracht wurde. Wir gestalten unsere Schulen so, dass sich die anerkannten Vorzüge der Realschule mit den Möglichkeiten der Gemeinschaftsschule verbinden und dadurch verstärken.

Die Berufsorientierung und die qualifizierte Vorbereitung auf das Berufsleben, die schon immer ein Eckpfeiler in der Bildungsarbeit der Realschule waren, werden in unseren Gemeinschaftsschulen weiter ausgebaut.

Wir haben als Realschulen schon immer Kinder unterschiedlichster Leistungsfähigkeit unterrichtet. Nun aber haben wir die Möglichkeit, die einzelnen Niveaustufen genau zu beschreiben und damit jedem Kind zu seinem individuellen Erfolg zu verhelfen. Dazu gehört auch die Vorbereitung auf weiterführende gymnasiale Bildungswege, die bereits in der Realschule ein fester Bestandteil der unterrichtlichen Arbeit waren. Darauf bauen wir nun auf und weisen in unseren Gemeinschaftsschulen die Inhalte und Kompetenzen der gymnasialen Bildungswege explizit aus, beginnend in Klassenstufe 5. Dazu gehört auch die zweite Fremdsprache ab Klassenstufe 6.

Mit großem Engagement entwickeln wir Unterrichtskonzepte, die für jedes Kind passgenau den bestmöglichen Bildungsweg eröffnen. Dafür setzen wir gezielt auf die Stärken jedes einzelnen Kindes und fördern diese.

Unsere Kinder erleben sich in den unterschiedlichsten Situationen als aktive Gestalter ihrer Lernprozesse, die ihre Fortschritte bewusst wahrnehmen und beschreiben können. Wir sehen mit Freude, dass sie also durch das gemeinsame Lernen dazu gewinnen an Selbstverantwortung, Sozialkompetenz und Freude an der Leistung. In der Gemeinschaftsschule erfahren die Kinder, dass die Lehrkräfte die notwendige Zeit und den geeigneten Rahmen haben, sie auf ihrem individuellen Lernweg zu begleiten. Dadurch fühlen sie sich als Persönlichkeit ernst genommen und gestärkt.

Wie in den Realschulen gilt auch in unseren Gemeinschaftsschulen das Leistungsprinzip. Verzicht auf Ziffernnoten heißt nicht Verzicht auf Leistung. Dafür setzen wir auf qualifizierte und zeitnahe Rückmeldung über den jeweiligen Lernstand.

Die Eltern unserer Kinder erkennen den Wert der engen und regelmäßigen Zusammenarbeit mit den Lehrkräften. Nicht zuletzt schätzen sie, dass die Gemeinschaftsschule Brüche in der Schullaufbahn eines Kindes – mit den traurigen Begleiterscheinungen – vermeidet. So entsteht eine hohe Akzeptanz, die uns immer wieder zurück gemeldet wird. Wir lassen uns beim Wort nehmen! Unsere Schulen stehen allen Interessierten für Informationen vor Ort offen.

  • Iris Engelmann (Graf-Soden-Realschule Friedrichshafen)
  • Martin Fouqué (Gemeinschaftsschule Pliezhausen)
  • Ursula Ganzke (August-Macke-Schule Kandern)
  • Brunhilde Georges (Graf-Eberhard-Schule Kirchentellinsfurt)
  • Thomas Gisonni (Realschule Loßburg)
  • Gabriele Gollnick (Friedensschule Waiblingen-Neustadt)
  • Hans-Jürgen Kraus (Schulzentrum Stetten am Kalten Markt)
  • Manfred Litz (Leintal Realschule Schwaigern)
  • Beate Müller (Anne-Frank-Realschule Möhringen)
  • Mario Munding (Eschachschule Dunningen)
  • Florian Nohl (Karl-Friedrich-Schimper Realschule Schwetzingen)
  • Andreas Petermann (Gemeinschaftsschule Illingen-Maulbronn)
  • Martin Raisch (Burgschule Köngen)
  • Volker Schumacher (Ulrich-von-Ensingen-Gemeinschaftsschule Ulm)
  • Udo Trost (Erhard-Junghans-Schule Schramberg)
  • Bernhard Weh (Reinhold-Frank-Schulzentrum Ostrachtal)
  • Dieter Vilimek (Verbundschule Bad Rappenau)
  • Sandra Vöhringer (Glemstalschule Schwieberdingen-Hemmingen)
  • Heike Willamowski (Drais Gemeinschafts- und Realschule)
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