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KultusministerkonferenzVergleichbare Prüfungsergebnisse erfordern vergleichbare Bedingungen

Kultusministerin Susanne Eisenmann hat von ihrer letzten Reise nach Berlin nichts Handfestes mitgebracht. Der gemeinsame Abi-Aufgabenpool bleibt eine Farce, wenn die Bedingungen in der Oberstufe nicht ebenfalls harmonisiert werden.

25.10.2019

Aus Sicht der GEW-Fachgruppe Gymnasien ist es mehr als enttäuschend, was Kultusministerin Susanne Eisenmann von der letzten Kultusministerkonferenz (KMK) mitgebracht hat. Selbst der gemeinsame Aufgabenpool für die Abiturprüfen bleibt eine Farce, wenn die Bedingungen in der Oberstufe, der Vorbereitungsphase zum Abitur, nicht ebenfalls harmonisiert werden.

Diesen Rahmen tatsächlich zu vereinheitlichen, ist eine große Aufgabe, die mit der Findung gemeinsamer Abiturtermine oder der Übernahme von Teilaufgaben aus einem gemeinsamen Aufgabenpool nicht ansatzweise erledigt ist. Vielmehr müssen zum Beispiel ebenfalls die Bedingungen in der Sekundarstufe II sowie die Erwartungshorizonte der Aufgaben und die Korrekturverfahren im Abitur selbst angepasst werden. Hier geht es um wesentlich mehr als Details: Nur vergleichbare Bedingungen für Schüler/innen und Lehrkräfte erlauben eine Vergleichbarkeit der Prüfungsergebnisse.

„Es reicht keinesfalls aus, immer wieder gemeinsame Standards zu fordern. Keine Sau wird vom Wiegen fett“, sagte Barbara Becker von der GEW Baden-Württemberg. „Es geht eben nicht ohne bundesweit vergleichbare Arbeitsbedingungen für Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte. Hier sind uns andere Bundesländer deutlich voraus.“

Die GEW fordert für die Gymnasien im Land mehr Lehrkräfte mit weniger Unterrichtsverpflichtung und mehr Zeit für ihre Schüler/innen, mehr Hilfen und Unterstützungssysteme im Schulalltag und kleinere Gruppen statt immer neuer Aufgaben, mehrfacher Arbeitszeiterhöhungen und Aufsetzerkursen, um Leistungskurse überhaupt zu ermöglichen.

Mit Blick auf den Nachholbedarf in Baden-Württemberg sind die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends für die gymnasialen Profis nicht überraschend. Wer guten Unterricht mit erfreulichen Ergebnissen wolle, der müsse ihn ermöglichen – und nicht Erklärungen bei der fehlenden Verbindlichkeit der Eintrittskarten ins Gymnasium suchen, so Becker. Von unterfinanzierten, unzureichend ausgestatteten Systemen mit immer schwierigeren Arbeitsbedingungen kann kein optimaler Erfolg erwartet werden. Gerade im wirtschaftsorientierten Baden-Württemberg müsste diese Regel doch mehr als präsent sein.

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