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Weihnachtspaket von Susanne EisenmannSchulen erhalten 40 Millionen Euro

Die Landesregierung will mit einem Förderprogramm die Schulen im Kampf gegen das Coronavirus unterstützen. Um die unterschiedlichen Bedürfnissen vor Ort zu berücksichtigen, sollen die Schulen selbst entscheiden, wofür sie das Geld einsetzen.

17.12.2020 - Von Thomas Reck, Hauptpersonalrat GHWRGS

Mit einem Förderprogramm mit 40 Millionen Euro will das Land Baden-Württemberg die Schulen im Kampf gegen das Coronavirus unterstützen. Wo Sonderausgaben nicht durch andere Förderprogramme abgedeckt sind, will das Land den Schulen finanziell unter die Arme greifen. Und so kann Kultusministerin Susanne Eisenmann noch vor Weihnachten melden: „Das Geld steht zur Verfügung, es wird schnellstmöglich an die Stadt- und Landkreise verteilt, sodass diese die Mittel umgehend weiterreichen können.“

Wann genau die Gelder des Landes bereitgestellt werden und wie hoch der Betrag je Schule ist, war den Kommunen bis Mitte Dezember allerdings noch nicht bekannt. Es soll einen 3.000-Euro-Grundsockel plus einen weiteren Betrag je nach Schüler*innenzahl geben, hat die Ministerin in der Presse angekündigt. „Die Schulen entscheiden selbst, ob sie beispielsweise bei der Digitalausstattung zusätzlichen Bedarf haben. Sie können aber auch Luftreinigungsgeräte, Kohlenstoffdioxid-Sensoren oder andere Dinge anschaffen, die sie dringend benötigen, um gut durch die Pandemie zu kommen“, schreibt die Kultusministerin in ihrer Presseerklärung.

Produktkatalog für Stuttgarter Schulen

Nun läuft es mehr oder weniger geklärt überall im Land anders. Wie die Stadt Stuttgart die Vorgaben einlöst, hat sie mit einem Schreiben an die Schulleitungen mitgeteilt. (Dem Schreiben nach liegen der Stadt Förderrichtlinien vor.) Die Stadt erstellt einen Produktkatalog, aus dem die Schulen Bestellungen vornehmen können. Vorteil für Schulleitung und Schulträger: Über die Vorauswahl können schon Fragen des Vergaberechts, des Betreiberrechts sowie der Wartung und des Betrieb der Produkte vorab geklärt werden. Plexiglasscheiben für den Unterricht, Masken für Lehrkräfte, CO2-Ampeln oder Desinfektionsmittel hat das Schulverwaltungsamt in Stuttgart vorgesehen. Die Schulleitungen können auch noch eigene Vorschläge für den Warenkorb beisteuern.

Was auf der einen Seite eine Chance für die Schulen ist, ist auf der anderen Seite eine weitere Herausforderung für die Schulleitung und das Kollegium. Die Maßnahmen müssen gemäß Förderrichtlinien überlegt und umgesetzt werden. „Ich wüsste spontan noch nicht, was wir beschaffen sollen“, sagt Christoph Heidel, Rektor der Grundschule Eglofs/Eisenharz im württembergischen Allgäu. Er hat eine Gemeinde, die ihm freie Hand lässt, aber er hat kein städtisches Schulamt, das einen Warenkorb und Standards für die Beschaffung erstellt. Heidel kennt seine Grenzen: „Wenn es um Luftreiniger geht, fehlt mir das Wissen, ob eine Anschaffung sinnvoll ist. Für Belüftungen in allen Räumen ist der Betrag zu gering, um es richtig zu machen.“ Was Christoph Heidel gegen die Pandemie wirklich helfen würde, ist Personal, zum Beispiel für kleinere Gruppen in der Betreuung – und Zeit, um all die Herausforderungen des Schulbetriebs unter Pandemiebedingungen zu meistern. Aber das steckt leider nicht im Weihnachtspaket von Susanne Eisenmann.