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CoronavirusZu wenig Schutz in Kitas

In Kitas sind die Ansteckungszahlen stark gestiegen. Solange das Land keine Strategie hat, um den Gesundheitsschutz für Kinder und Beschäftigte zu gewährleisten, müssen Kitas zurück in die Notbetreuung, findet die GEW. Landesregelungen müssen her!

08.04.2021 - Von Maria Jeggle, b&w-Redakteurin

Kitas hatten keine Osterferien. Sie arbeiten seit 22. Februar im Regelbetrieb, obwohl die Infektionszahlen täglich steigen. Schon vorher waren sehr viele Kinder in der Notbetreuung. Seit Virusmutationen überhand nehmen, sind die Annahmen, Kinder unter zehn Jahren seien von Infektionen weniger betroffen, widerlegt. In Kitas sind die Ansteckungszahlen bei Kindern unter fünf Jahren und bei den Beschäftigten stark gestiegen. Es kommt immer wieder zu Schließungen.

In Mannheim beispielsweise waren alle Kitas von Mitte März bis Ostern geschlossen. Der Landkreis Schwäbisch Hall, der wochenlang die höchste Ansteckungsrate in ganz Baden-Württemberg hatte, stellte den Kitabetrieb erst eine Woche später auf Notbetreuung um. Rund 400 Infektionen und Folgefälle gingen dort auf Ausbrüche in Kitas zurück. Es fehlen Regelungen vom Land, ab welcher regionalen Inzidenz die Kitas in die Notbetreuung gehen. Jeder Träger entscheidet anders.

Versorgungslücke mit Masken und Tests

Bis Ende März versorgte das Land alle Kitas mit Masken und Berechtigungsscheine für zwei Schnelltestungen pro Woche. Danach gab es eine Lücke. Erst kurz vor Ostern hat das Sozialministerium Tests zum Selbsttesten für alle Mitarbeitenden in Kitas genehmigt. Bis die Lieferungen in Gang kommen und bei den Kitas ankommen, verstreicht wertvolle Zeit.

Ob und wie Kitakinder getestet werden sollen, ist unklar. Der Landkreis Böblingen startete nach Ostern mit einem Modellversuch. In 26 Kitas werden dort drei Wochen lang regelmäßig Hunderte von Jungen und Mädchen unterschiedlich auf das Coronavirus getestet. Dabei werden Spuck- und Lutschtests und Tests mit Nasenproben verwendet. Der dreiwöchige Modellversuch kostet den Landkreis rund 40.000 Euro. Inzwischen zieht das Land mit und hat sich mit den Kommunen auf eine gemeinsame Finanzierung von Schnelltests verständigt. Kitakinder sollen zweimal wöchentlich getestet werden können.

Impfen beschleunigen

Die GEW setzt sich in Gesprächen hinter den Kulissen für einen bestmöglichen Gesundheitsschutz der Beschäftigten in Kitas ein. Erfreulicherweise konnte die GEW durchsetzen, dass Mitarbeiter*innen in Kitas prioritär geimpft werden können. Leider ist es sehr mühsam, einen Impftermin zu bekommen. Viele haben es noch nicht geschafft. Das Wirrwarr um den Impfstoff von Astrazeneca hat für Verunsicherung und Verzögerungen gesorgt. In Karlsruhe wird Erzieher*innen in den Impfzentren ein Zeitfenster eingeräumt, in denen sie sich impfen lassen können.

Gute Modelle gibt es, Ideen auch. Ein zuverlässiger Gesundheitsschutz ist im Land bisher weder für Kinder noch für Beschäftigte an Kitas gewährleistet. Solange das so ist, müssen die Kitas zurück in die Notbetreuung. Es braucht klare Regelungen und das Land muss die Kosten für den Gesundheitsschutz übernehmen. Nur dann können Kitas öffnen.