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Stellungnahme zum Bildungsplan 2016

Die GEW hat die Bildungsplanreform von Anfang an im Beirat mit internen Diskussionen, Informationsveranstaltungen, Eingaben an das Ministerium und Fachkommissionen kritisch und mit eigenen Vorschlägen begleitet. Nun hat die GEW zur abschließenden Anhörungsfassung Stellung bezogen.

Mit der Bildungsplanreform 2016 hat das Kultusministerium Kritik und Anregungen aufgenommen, die die GEW schon zur Bildungsplanreform 2004 formuliert hat. Dem neuen Bildungsplan gelingt es deutlich überzeugender als dem von 2004, eine vertikale Kohärenz zwischen dem Orientierungsplan für die frühkindliche Bildung und den abschlussbezogenen schulischen Bildungsstandards der KMK herzustellen.

Die Kompetenzorientierung hat zweifellos dazu beigetragen, Lernbiografen durch eine spiralförmige Strukturierung nachhaltiger anzulegen. Der neue Bildungsplan rückt im Gegensatz zum Plan von 2004 von der Formulierung schulartspezifischer Bildungsstandards ab und stößt so zu einer potenziell durchgängigen Horizontalisierung des Bildungsplans für die weiterführenden Schulen vor.

Die Differenzierung der Kompetenzen nach Niveaustufen (grundlegendes, mittleres, erweitertes Niveau) erlaubt und unterstützt schulische und unterrichtliche Arrangements gemeinsamen Lernens. Ein inklusionsfreundlicher Unterricht ist – gleichgültig in welcher Schulart – auf die Individualisierbarkeit und die methodische Differenzierung von Lernwegen angewiesen.

Die zu Recht kritisierte inhaltliche Beliebigkeit der Bildungsstandards des 2004er Bildungsplans wird durch einen stärkeren inhaltlichen  Bezug insbesondere der kognitiven Kompetenzen abgelöst. Der neue Bildungsplan weist ein deutliches  Mehr an curricularen  Operationalisierungen und Umsetzungshilfen auf als der bisherige.

Der im Prinzip richtige Auftrag zu fächerübergreifendem Lernen wurde 2004 ziemlich einseitig in der Konstruktion schwer nachvollziehbarer und kaum handhabbarer Fächerverbünde konkretisiert; der neue Bildungsplan hat diese wieder aufgelöst.

Rückblickend auf die zurückliegenden Bildungsplanreformen wäre es zu begrüßen, wenn der netzgestützte Zugang zum Bildungsplans auch dazu dienen würde, ihn für eine ständige Revision zu öffnen, so dass mögliche Fehlkonstruktionen nicht erst nach zehn Jahren  korrigiert und weiterführende Anregungen laufend kommuniziert werden könnten.

Die ausführliche Stellungnahme zur Bildungsplanreform und zu ausgewählten Einzelfachplänen finden Sie zum Herunterladen (Download) auf dieser Seite.