GEW Baden-Württemberg
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Andreas Kenner, David Warneck, Hans Dörr

GEW im Gespräch

mit MdL Andreas Kenner

Am Montag, den 23.01.2017 führten Hans Dörr (GEW-Kreisvorsitzender Esslingen) und David Warneck (stellv. GEW-Kreisvorsitzender) die Gespräche mit den Wahlkreisabgeordneten fort. Diesmal mit Andreas Kenner (Wahlkreisabgeordneter der SPD in Kirchheim).

Auch bei dem Termin mit der Opposition machten Dörr und Warneck auf die derzeit schwierige Situation der Unterrichtsversorgung aufmerksam.

Voraussetzung für einen guten, qualitativ hochwertigen Unterricht ist, dass geregelter Unterricht stattfinden kann. Allerdings gibt es bei mittel- und langfristigen Erkrankungen oder vorzeitigen sowie regulären Beschäftigungsverboten keinen Ersatz für die ausfallenden KollegInnen. Den Schulämtern stehen keine befristeten Beschäftigten zur Verfügung, die als Vertretungslehrkräfte eingesetzt werden könnten.

David Warneck gibt dabei auch zu bedenken, "dass viele Kolleginnen und Kollegen nicht mehr bereit sind, immer wieder zum Schuljahresende entlassen zu werden - und während der Zeit der Vertretung auch noch deutlich weniger Gehalt zu bekommen". Die GEW fordert seit langer Zeit, dass mit dieser Befristungspraxis endlich Schluss sein muss.

In Zukunft ist es wichtig, dass die Ressourcen im Bereich der Abwesenheitsvertretung auf mindestens 6 Prozent aufgestockt werden. Das geht nur über zusätzliche Stellen. Für Hans Dörr ist klar:
"Verlässliche Bildung und Betreuung setzt eine verlässliche Ausstattung mit Vertretungsressourcen voraus."

Die Vertreter der GEW signalisierten, dass die von Grün-Rot angestoßenen Reformen notwendig waren. Für die Umsetzung brauchen die Kolleginnen und Kollegen aber Zeit. Es sei falsch, Reformprozesse immer weiter zu verändern oder gar umzudrehen.

Durch den Brief der Minsterin zum Thema Orthografie wurde beispielsweise eine neue Baustelle aufgemacht. Das ist jedoch ein falsches Signal an die Lehrkräfte. So sind Grundschulen weiterhin die einzige Schulart, an der es keine verbindlichen Poolstunden zur individuellen Förderung gibt.
 
Darüber hinaus wurde über die unzureichende Umsetzung der Inklusion, mangelnde Anreize bei der Besetzung von Schulleitungsstellen sowie die Perspektiven für Lehrkräfte an den auslaufenden Werkrealschulen gesprochen.

Andreas Kenner versicherte diese Themen in seiner Fraktion anzusprechen und mit der GEW in Kontakt zu bleiben.