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GEW Esslingen/Nürtingen unterstützt Lehramtsstudierende in Ghana

Fluchtgründe in den Heimatländern verringern

Aus Ghana hat unseren aktiven GEW-Kollegen Winfried Rindle, Realschulrektor i.R., eine Bitte um Unterstützung von Lehramtsstudenten erreicht: sieben Student/innen bitten ihn um materielle Unterstützung, um ihr Lehramtsstudium weiterführen zu können. Die GEW Esslingen/Nürtingen möchte das Projekt unterstützen - auch weil es die häufig propagierte Strategie realisiert, Fluchtursachen vor Ort zu bekämpfen.

In Ghana leben geschätzte 25 Millionen Menschen. Ghanas Bevölkerung wächst rasch und hat sich in den vergangenen 25 Jahren fast verdoppelt. In den vergangenen Jahren versucht Ghanas Regierung erfolgreich, die Armut im Land zu bekämpfen. Seit 1990 hat sie die Zahl der Menschen halbiert, die unterhalb der Armutsgrenze leben. Doch noch immer gilt etwa ein Viertel von Ghanas Bevölkerung als arm. Die meisten von ihnen leben auf dem Land.

Mehr als die Hälfte der Einwohner ist jünger als 30 Jahre. Weil Ghana im Vergleich zu den Nachbarländern einen hohen Lebensstandard erreicht hat, strömen Tausende von Flüchtlingen ins Land. Viele Menschen ziehen vom Land in die Stadt. In den Ballungszentren steigt auch dadurch die Arbeitslosigkeit vor allem junger Menschen. Mangelnde Ausbildung ist ein weiterer Grund für die hohe Erwerbslosigkeit. Wer gut ausgebildet ist, sieht oft in Nordamerika oder Europa eine Chance und versucht, dort einen Job zu finden. Auch in Deutschland leben derzeit über 50.000 Ghanaer. 

Die sieben Student/innen, die sich an Rindle gewandt haben, wollen in Ghana bleiben und an einer positiven Zukunft der ghanaischen Jugend und ihres Landes mitarbeiten. Aufgrund ihrer jeweils unterschiedlichen prekären ökonomischen Situation ist es den sieben Student/innen derzeit nicht möglich, ihr Studium zu Ende zu führen. Die sieben jungen Menschen haben Winfried Rindle in persönlichen Schreiben ihre unterschiedlich begründeten finanziellen Probleme glaubhaft geschildert. Die handschriftlichen Briefe liegen auch mir vor (drei der Briefe können auch auf dieser Seite - rechte Spalte oben - unter "Downloads" heruntergeladen werden). Der Kontakt kam über Jonas Mensah Anane zustande, den Rindle persönlich kennt. Anane war bis 2010 Lehrer an der Toase Secondary School, etwa 35 km außerhalb von Kumasi im Süden Ghanas. Die Toase Secondary School ist seit acht Jahren offizielle Partnerschule der Realschule Weilheim/Teck.

Anane ist Lecturer an der University of Mines & Technology Tarkwa (Ghana). Er ist u.a. Mitglied der „University Teachers Association of Ghana (UTAG)“. Mehr Information über ihn unter: http://www.umat.edu.gh/staffinfo/staffDetailed.php?contactID=170

Um ein Jahr studieren zu können, benötigt ein Student oder eine Studentin ca. 2000 Ghanaische Cedis. Das entspricht etwa € 450. Wer helfen möchte/kann, sollte seine Hilfe auf folgendes Konto überweisen:  “Partnerschule Ghana” (IBAN DE 5561 2901 2003 7433 9007, BIC GENODES1NUE). Winfried Rindle leitet dann das gesammelte Geld nach Ghana weiter. Wer sich vorstellen kann, einen Beitrag zum Weiterstudium – wie groß er auch immer er sein möge – zu leisten, wende sich bitte an Winfried Rindle, Realschulrektor i.R. um Näheres zu erfahren: winfried.rindle(at)arcor(dot)de. Wer eine Studentin oder einen Studenten unterstützen möchte, kann sich mit der betreffenden Person dann direkt in Verbindung setzen.

Hans Dörr, GEW Esslingen-Nürtingen

Das Bild wurde vor ca. 4 Jahren aufgenommen. Ganz links auf dem Foto Mr. Anane. In blauer Schuluniform sind Schülerinnen der Toase Secondary School, der Partnerschule der Realschule Weilheim abgebildet. Die restlichen Herren sind der Schulleiter sowie Kollegen der Schule. Außerdem auf dem Bild: Liliana Rindle (Tochter von Winfried Rindle) sowie Tobias Peyman. Die beiden absolvierten damals im Rahmen ihres Medizinstudiums ein Praktikum in einem Krankenhaus in der Nähe von Kumasi. Sie überbrachten Gelder, die die Schüler/innen der Realschule Weilheim durch WVR-Projekte erwirtschaftet hatten. Damit wurde der Bau einer “sickbay” (Krankenstation für die Schüler/innen) finanziell unterstützt.