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„Nicht auf unserem Rücken“

Sonderschullehrkräfte machen bei Protestaktion der GEW auf Probleme aufmerksam

Der Ärger über die Situation an den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) war nach einer Personalversammlung am 05. Dezember 2018 in Plochingen groß. Deshalb protestierten die Anwesenden symbolisch mit schweren Säcken auf den Schultern gegen die zunehmende Belastung

„An keiner anderen Schulart ist der Mangel an Lehrkräften so hoch“ sagt David Warneck, Kreisvorsitzender der GEW. „Es kann nicht sein, dass die Versäumnisse der Politik nun auf dem Rücken der Lehrkräfte ausgetragen werden.“ Das findet auch Ruben Ell, Sonderschullehrer und GEW-Vertrauensperson an der Bodelschwinghschule in Nürtingen: „Die Situation ist ohnehin schon angespannt. Wenn jetzt im Winter die große Erkältungswelle kommt, kann normaler Unterricht kaum noch gewährleistet werden.“ Deshalb forderten die Teilnehmenden einer Resolution, dass dringend mehr Lehrkräfte ausgebildet werden müssen. Nach Ansicht von Warneck hätte das Kultusministerium die Möglichkeit, den Mangel an Lehrkräften relativ kurzfristig einzudämmen. Zum einen müsste das Land aufhören, befristet Beschäftigte regelmäßig zu den Sommerferien zu entlassen. „Unter diesen Bedingungen wollen viele einfach nicht mehr arbeiten“ ist der Kreisvorsitzende überzeugt. Zum anderen müsste das Weiterqualifizierungsangebot für Lehrkräfte an auslaufenden Haupt- und Werkrealschulen deutlich attraktiver gemacht werden. „Ein berufsbegleitendes Aufbaustudium ist unter diesen Rahmenbedingungen kaum leistbar“ erläutert Warneck. Eine weitere große Baustelle ist die Inklusion. Martin Pelz, Vorsitzender der GEW-Fachgruppe Sonderpädagogische Berufe macht deutlich: „Inklusion ist wichtig, damit diese aber umgesetzt werden kann, braucht es finanzielle, zeitliche und personelle Ressourcen. An allen drei Stellen fehlt es leider.“ Schließlich arbeiten viele Fachlehrkräfte in sonderpädagogischen Einrichtungen. Sie verdienen allerdings deutlich weniger als Lehrkräfte mit einem Studium. Zu ihnen gehört auch GEW-Personalrätin Ivona Jonasz-Kugler, die am Rohräckerschulzentrum unterrichtet „Obwohl sich unsere Arbeit kaum von der der wissenschaftlichen Lehrkräfte unterscheidet verdienen wir bis zu 1500 € weniger im Monat und müssen dafür auch noch fünf Stunden mehr pro Woche unterrichten.“ Für alle Anwesenden ist klar, dass es so nicht weitergehen kann. David Warneck stellt abschließend fest: „Die Belastungsgrenze ist erreicht. Unter der aktuellen Situation leiden letztlich nicht nur die Lehrkräfte, sondern natürlich auch die Kinder und Jugendlichen.“