GEW Baden-Württemberg
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„Inklusion braucht Ressourcen!“

Am Donnerstag, den 5.3. fand unsere digitale „Sprechstunde Inklusion“ statt. Als Gäste nahmen neben den rund 20 Teilnehmer*innen teil: Gabi Rolland (SPD), Sabine Wölfle (SPD), Nadyne Saint-Cast (Grüne), Rüdiger Tonojan (Grüne) und Michael Hirn (Stellvertretender Landesvorsitzender der GEW).

Das Ziel der Veranstaltung war es, den Teilnehmer*innen die Möglichkeit zu geben, konkret aus der Praxis zu berichten und mit den Politiker*innen ins Gespräch zu kommen.

Grundlage für die Diskussion bildete auch die Umfrage der GEW Südbaden zur Arbeitszufriedenheit in inklusiven Settings.

Bei der Umfrage und auch bei der Diskussion wurde deutlich, dass viele Lehrkräfte, die eigentlich sehr hinter der Inklusion stehen, frustriert sind, da sich die personellen und räumlichen Ressourcen an den allgemeinen Schulen für Inklusionsklassen verschlechtert haben. Die Verschlechterung ist unter anderem dem derzeitigen Lehrkräftemangel geschuldet, der im Bereich Sonderpädagogik besonders gravierend ist. Michael Hirn kritisierte mit klaren Worten das Kultusministerium, die Inklusion vernachlässigt zu haben.

Die anwesenden Politiker*innen stellten viele Fragen und waren sehr interessiert an den Berichten aus der Praxis. Konkret wollen sie sich einsetzen für Maßnahmen zur Lehrergewinnung (v.a. im Bereich Sonderpädagogik) und multiprofessionelle Teams. Die Forderungen an die Politiker*innen, die im Laufe der Veranstaltung entwickelt wurden, sind:

  • Eine feste Zuordnung von Deputatsstunden Sonderpädagogik an allgemeinen Schulen, um Kontinuität zu gewährleisten (nicht wie bisher Stundenzuweisung pro Kind)
  • Deutlich mehr Studienplätze und Förderung der Attraktivität für den Aufbaustudiengang Sonderpädagogik
  • Eine durchgehende Doppelbesetzung in Inklusionsklassen (mit Sonderpädagog*innen, aber auch anderen pädagogischen Mitarbeiter*innen wie z.B. pädagogische Assistent*innen)
  • Mehr schulscharf ausgeschriebene Stellen für Sonderpädagog*innen an Regelschulen
  • Erhöhung der zeitlichen und personellen Ressourcen für Schulleitungen und Kolleg*innen (Anrechnungsstunde im Deputat für Besprechungen)
  • Planbarkeit über mehr als 1 Schuljahr hinaus; d.h. Schulen muss die Zeit gegeben werde, gute Inklusion zu entwickeln statt Inklusion an ständig wechselnden Standorten anzubieten

Ylva Beiser, Karin Maillard, Kerstin Schildt

GEW Freiburg – Fachgruppen Grundschule und Sonderpädagogische Berufe

 

Die Ergebnisse einer Umfrage der GEW Südbaden zur Inklusion können HIER nachgelesen werden!