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Besuch des Blauen Hauses in Breisach

 

Ergriffen und bewegt – so haben sich die Teilnehmer der Veranstaltung  „Das Blaue Haus in Breisach“  am 14.10.12015 ins Gästebuch eingetragen.

Nach der Begrüßung durch die Mitglieder des Fördervereins Dr. Christiane Walesch-Schneller,  Gerd Müller und einer ehrenamtlichen Jugendlichen war  Zeit, sich über die erste Erfahrung im eigenen Leben mit dem Holocaust  bewusst zu werden. Frau Dr. Walesch-Schneller stellte das Blaue Haus als Erinnerungs- und Begegnungsstätte vor, zeigte den Platz der Synagoge und den alten jüdischen Friedhof. 

Aus dem ursprünglichen Anlass der Gründung des Blauen Hauses,  die Schicksale der deportierten jüdischen Breisacher ins Gedächtnis zu rufen, ist ein weltumspannendes Netzwerk entstanden.  Klassen und Schüler aus der Regio können sich im Gespräch und im z.T. digitalisierten Archiv und der Bibliothek kundig machen und einen eigenen Zugang finden. Und dies wird auch genutzt:  So haben sich gerade während unserer Veranstaltung  zwei Werkrealschülerinnen über die Deportation der badischen Juden am 22. Oktober 1940 informiert, an dem innerhalb einer Stunde alle 6540 badischen jüdischen Mitbürger gefangen genommen und über die einzige noch intakte Brücke über den Rhein ins Lager Gurs in Frankreich verschleppt wurden. Zum 75-jährigen Gedenken errichteten die beiden  Jugendlichen am Bahnhof in Breisach einen Wegweiser nach Gurs.

Aber nicht nur die Vergangenheit bestimmt die Arbeit: Alle zwei Wochen kochen Jugendliche des Fördervereins freitags zusammen mit Flüchtlingen aus Breisach, abwechselnd nach den Rezepten der Herkunftsländer.


Text und Foto: Annette Zimmermann