GEW Baden-Württemberg
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"Blut muss fließen - Undercover unter Nazis"

Filmvorführung im Kommunalen Kino in Freiburg

 

Warum radikalisieren sich Jugendliche? Was bieten radikale Organisationen jungen Menschen? Was können Pädagog/innen tun? Wie sollen Schule, Sozialarbeit oder Eltern reagieren?

Diese und weitere Fragen standen am 29. November bei einer Filmvorführung der GEW Kreis Freiburg im Mittelpunkt. In Kooperation mit dem Kommunalen Kino und dem Interkulturellen Verein „Fairburg“ wurde der preisgekrönte und auf der Berlinale 2012 uraufgeführte Dokumentarfilm „Blut muss fließen“ – Undercover unter Nazis von Peter Ohlendorf gezeigt. Thomas Kuban (ein Alter Ego) hat darin die Rechtsrock-Szene mit versteckter Kamera gefilmt und dabei beängstigende Zustände aufgedeckt. Auch internationale Verflechtungen der rechten Szene nach Ungarn, der Schweiz und Italien werden aufgezeigt. Denkt man an bevorstehende Wahlen in Frankreich und Deutschland werden auch dort extrem beunruhigende Verbindungen zur rechten Szene deutlich.

Der Film wurde mit türkischen Untertiteln aufgeführt: „Damit soll ein Zeichen  des Zusammenhalts und Mitgefühls gesetzt werden gegenüber den Angehörigen der Opfer des terroristischen „Nationalsozialistischen Untergrunds“ so Ohlendorf. Der Regisseur des Films war bei der Vorführung dabei und stellte sich nach dem Film in einer Podiumsdiskussion den Fragen der Moderatorin Jutta Heppekausen. Mit Mareike Sürder und Andrea Wagner waren zwei Lehrerinnen der Werkrealschule vertreten, die überlegten, inwiefern und ob man mit dem Film in der Schule arbeiten kann. Ibrahim Sarialtin, Vorsitzender des Vereins Fairburg sah eine dringende Notwendigkeit das Thema Radikalisierung in möglichst vielen Facetten im Unterricht zu behandeln. Wichtig war ihm besonders, dass es bei Radikalisierungsprozessen immer auch um Identitätssuche gehe und  Jugendliche in ihrem demokratischen Handeln gestärkt werden müssen. Peter Ohlendorf vertrat den Standpunkt, dass die Filmvorführung in Schulen immer begleitet  werden muss und es einer guten Vorbereitung des Projekts bedürfe. Wer Interesse hat mit dem Film und dem Regisseur zu arbeiten, wendet sich an folgende E-Mail-Adresse: info(at)filmfaktum(dot)de.

 

Text: Andrea Wagner, Kreis Freiburg

Fotos: Peter Fels

v.l.n.r.: Mareike Sürder, Andrea Wagner, Peter Ohlendorf, Jutta Heppekausen, Ibrahim Sarialtin