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A 13 auch für Grund‐ und Hauptschullehrer*innen!

GEW-Stammtisch am 23.11.17 im Fluxus – E-Werk

Inklusion mit geringer Unterstützung, Unterricht mit Flüchtlingskindern mit rückläufigen Ressourcen, fehlende Förderstunden in der Pflichtzuweisung, fehlender Ethikunterricht, eine fehlende Vertretungsreserve trotz verlässlicher Grundschule und Ganztagsschule u.v.m.  Diese und viele andere Herausforderungen meistern Grund‐ und Hauptschullehrer*innen täglich erfolgreich durch viel persönliches Engagement. Die Wertschätzung oder gar die finanzielle Anerkennung von Seiten der Landesregierung fehlen.

Im Rahmen der Aktionswoche der GEW: „Bildung. Weiter denken: JA 13!“ hat die GEW-Kreis Freiburg deshalb einen Stammtisch für Grund- und Hauptschulleher*innen veranstaltet. An diesem Abend konnte erzählt werden, welche Sorgen und Probleme diese Lehrer*innen haben.

Dabei ging es vor allem um folgende Punkte:

Geschätzt wird an der Grundschularbeit, dass man viel pädagogischen Freiraum hat und eine enorme kollegiale Kooperation vorliegt. Problematisch sagen die Kolleginnen, dass die Qualität der Arbeit von allen Seiten in Frage gestellt wird. Außerdem werde die Leistung der Arbeit an die Studienlänge gekoppelt – deshalb auch hier eindeutig die Forderung nach einem 10-semestrigen Studium für GS-Lehrer*innen. Die Kolleg*innen erwarten für ihre professionelle und qualitativ hochwertige Arbeit mehr Anerkennung und Unterstützung.

Wünschen würden sich die Lehrer*innen ganz einfache Dinge:

  • Der Beruf soll finanziell attraktiver gemacht werden.
  • Es soll für Inklusion und die Arbeit mit geflüchteten Kindern Geld in die Hand genommen werden.
  • Die Grundschule braucht endlich Pool-Stunden für Förderung und Forderung, aber nicht dadurch, dass im Gegenzug der Fremdsprachenunterricht aus dem Pflichtbereich gekürzt wird.
  • Die Grundschule braucht mit den gestiegenen Anforderungen durch Inklusion und Arbeit mit geflüchteten Kindern ein Zwei-Pädagog*innen-Prinzip.

Auf den Punkt bringen es vor allem die zwei folgenden Wünsche:

„Wir wollen unterrichten“ und „Auf den Anfang kommt es an.“ Es wurde eine Resolution verteilt und verabschiedet, die auch für Gespräche mit Landtagsabgeordneten verwendet werden kann und an diese vom Kreis Freiburg weitergeleitet wird.

Andrea Wagner, Kerstin Schildt

Treffen mit PH-Rektor Prof. Druwe

Die GEW Kreis Freiburg suchte am 23. Nov. 2017 das Gespräch mit dem Rektor der PH Freiburg, Prof. Dr. Druwe. Im Rahmen der bundesweiten Aktion „JA 13“ der GEW wurde vor allem erörtert, warum es gerade Grundschullehrkräften ermöglicht werden sollte, ebenfalls 10 Semester studieren zu können. Große Einigkeit bestand darüber, dass die Notwendigkeit groß ist: die Grundschule hat fachlich zwar weniger zu leisten. Pädagogisch setzt sie aber die umfassendste und fundierteste Qualifikation voraus. Ob Grün, Schwarz oder Rot – alle beteuern: „Auf den Anfang kommt es an“. Das bedeutet nichts weniger, als dass vor den weiterführenden Schulen die wichtigsten Grundlagen gelegt werden. Das hierfür nötige Wissen kann aber kaum im Schnellgang angeeignet werden. Zudem würden 10 Semester den Weg zu einem dritten Studienfach öffnen, was in Anbetracht des universellen Einsatzes von Grundschulkräften von allen Seiten wünschenswert wäre. Herr Druwe und mit ihm die Landesrektorenkonferenz unterstützen das Anliegen auf voller Linie. Das Gespräch führten Karin Maillard, Leiterin der jungen GEW Südbaden, Erdmuthe Röhrle, engagierte Grundschullehrerin und Arbeitnehmer-Vertreterin in der GEW Kreis Freiburg und Peter Fels, Vorsitzender.

Text und Foto: Peter Fels

Treffen mit Gabi Rolland, MdL

In der Bezirksgeschäftsstelle der GEW Südbaden in Freiburg traf sich am 27. Nov. 2017 die Landtagsabgeordnete Gabi Rolland mit der GEW Kreis Freiburg, vertreten durch Kerstin Schildt, Leiterin der Fachgruppe Grundschule, Andrea Wagner, stv. Vorsitzende und Peter Fels, Vorsitzender. Im Rahmen der bundesweiten Aktion „JA 13“ diskutierten sie über Möglichkeiten und die Notwendigkeit, dass alle wissenschaftlichen Lehrkräfte, auch die Grundschullehrer*innen, nach A 13 bezahlt werden müssen und deshalb die Studienzeit auf 10 Semester verlängert werden muss. MdL Rolland unterstützt das Anliegen und sicherte zu, dass sich die SPD im Landtag entsprechend einbringen wird. Insbesondere versteht sie nicht, warum die grün-schwarze Landesregierung jetzt, da die Kassen voll sind, immer noch mit der Umsetzung zögert.

Die GEW und Rolland sind sich einig, dass der neuerliche Alleingang der Ministerin genauso schnell wieder aufgehoben werden sollte, wie er postuliert wurde. Die 10 Grundschulen ohne Noten in Baden-Württemberg sollen aufgegeben werden! Frau Rolland, gerade von der betroffenen Paul-Hindemith-Schule kommend, berichtete von der Bestürzung, dass ohne Not ein vierjähriges Konzept über Board gehen soll, zu welchem es keine negative Rückmeldungen der Eltern gab. Schulleiterin Kieber und ihr Kollegium haben sich mit viel Zeit, Energie und Herzblut dem erfolgreichen Versuch gewidmet, die äußere Einteilung der Kinder in Einsen und Fünfen aufzuheben. Stattdessen werden wesentlich aussagekräftigere, ausführliche und persönliche Rückmeldungen über den Lernstand und die Entwicklungsmöglichkeiten gegeben. Wir dürfen vermuten, dass die konservative Ministerin es nicht geschafft hat, ihr eigenes Leistungsdenken zugunsten einer humaneren Schule zu hinterfragen.

Text und Foto: Peter Fels

Treffen mit Dr. Patrick Rapp, MdL

Der Landtagsabgeordnete der CDU, Dr. Patrick Rapp, lud die GEW Kreis Freiburg auf Anfrage am 30. Nov. 2017 in sein Wahlkreisbüro ein, um sich aus erster Hand über die Forderung nach A13 für alle wissenschaftlichen Lehrkräfte zu informieren. Beide Seiten standen sich in ihrer Argumentation gegenüber, sodass sich eine rege Diskussion entfachte – beiderseits geprägt von Sachlichkeit und aktivem Zuhören. Herr Rapp nahm einige Anregungen auf, insbesondere die Kritik an den wiederholten überfallartigen Entscheidungen im Alleingang der Kultusministerin. Unbestritten blieb auch, dass die Ausbildung der Grundschulkräfte zwar mit anderen Schwerpunkten erfolgen, aber keinesfalls kürzer ausfallen sollte.

Aus aktuellem Anlass brachte die GEW den neuesten Donnerschlag der Ministerin auf den Tisch: die Beendigung des Schulversuchs „Grundschule ohne Noten“. Da eine der 10 betroffenen Schulen des Landes mitten in Freiburg liegt, in Freiburg liegt. ist es ein Anliegen der GEW, die Schule in ihrem Anliegen zu unterstützen: der Schulversuch soll nicht nur fortgesetzt, sondern auch endlich wissenschaftlich begleitet werden. In einem offenen und beiderseits mit Herzblut vorgetragenen Disput wurde am Ende deutlich, wie weit hier CDU – mit dem Fokus auf Leistungsorientierung und Selektion – und GEW – mit dem Auge auf Lernfreude durch persönlichen Fortschritt – auseinander liegen. Das Gespräch führten Susanne Gallery, Vorstandsmitglied in der GEW Kreis Freiburg, Leiterin der Fachgruppe Grundschule sowie betroffene Mutter der „Grundschule ohne Noten“ sowie Peter Fels, Vorsitzender.

Text: Peter Fels, Foto: Micha Bächle