GEW Baden-Württemberg - Website https://www.gew-bw.de GEW Baden-Württemberg - Website de-DE GEW Baden-Württemberg - Website Wed, 23 Aug 2017 13:45:33 +0200 Wed, 23 Aug 2017 13:45:33 +0200 TYPO3 EXT:news news-12057 Tue, 08 Aug 2017 11:32:00 +0200 Die GEW ruft nicht zum Rechtsbruch auf! https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/die-gew-ruft-nicht-zum-rechtsbruch-auf/ Das Innenministerium Baden-Württemberg wirft der GEW vor, sie würde sich mit der Handlungsanleitung bei drohender Abschiebung erkennbar außerhalb der Rechtsordnung stellen. Dem widerspricht Vorsitzende Doro Moritz. Berufliche Bildung Schule Artikel Baden-Württemberg news-12047 Fri, 04 Aug 2017 10:44:18 +0200 Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/bildung-fuer-toleranz-und-akzeptanz-von-vielfalt/ Die GEW vermisst weiterhin vor allem die praktische Umsetzung der Leitperspektive Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt aus dem neuen Bildungsplan in der Lehrer/innenfort- und -ausbildung sowie in der schulischen Praxis. Bildung & Geschlecht Gleichstellung Artikel sexuelle Vielfalt Baden-Württemberg news-12044 Fri, 04 Aug 2017 10:11:46 +0200 Werden verfasste Studierendenschaften mundtot gemacht? https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/werden-verfasste-studierendenschaften-mundtot-gemacht/ 2012 hatten Grüne und SPD mit der Novelle des Landeshochschulgesetzes (LHG) das politische Mandat der Verfassten Studierendenschaft wiedereingeführt. Jetzt soll die explizite Nennung des politischen Mandats gestrichen werden. Studium Wissenschaft Mitbestimmung Artikel Baden-Württemberg news-11489 Tue, 01 Aug 2017 16:07:00 +0200 5‐Punkte‐Programm für Arbeitnehmer/innen https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/5-punkte-programm-fuer-arbeitnehmerinnen/ Die Personengruppe Arbeitnerhmer/innen hat fünf Forderungen für Lehrkräfte im Arbeitnehmerverhältnis aufgestellt, die sie gegenüber Landtagsabgeordneten vertreten werden. Jede/r kann mitmachen! Baden-Württemberg Artikel Tarif TV-L news-2058 Tue, 01 Aug 2017 13:17:00 +0200 Kostenlose Maßnahmen des Kultusministeriums zum Erhalt der Lehrergesundheit https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/kostenlose-massnahmen-des-kultusministeriums-zum-erhalt-der-lehrergesundheit/ Seit 2011 werden im Kultusressort jährlich 3 Millionen Euro für die Lehrergesundheit zur Verfügung gestellt und diverse Maßnahmen wurden entwickelt – ein Erfolg der GEW in der Arbeitsgruppe „Erhalt der Dienstfähigkeit“ mit dem Kultusministerium. Gesundheit Baden-Württemberg news-12029 Mon, 31 Jul 2017 14:43:06 +0200 Inklusion am Scheideweg https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/inklusion-am-scheideweg/ Seit 2 Jahren gilt das Schulgesetz zur inklusiven Beschulung von Kindern mit Anspruch auf ein sonderpädagogischen Bildungsangebot. Viele Lehrkräfte, Schulleitungen und Eltern sind mit der Umsetzung der Inklusion unzufrieden. Mit guten Gründen. Baden-Württemberg Artikel Schule Gesellschaftspolitik Sonderpädagogische Schulen Gemeinschaftsschule Gymnasium Realschule Grundschule Inklusion news-12027 Thu, 27 Jul 2017 13:15:14 +0200 Neues Bildungsprogramm https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/neues-bildungsprogramm/ Das GEW-Bildungsprogramm für den Herbst und Winter 2017/2018 ist jetzt online. Das gedruckte Programm wurde mit der Juli/August-Ausgabe der b&w an alle Mitglieder verschickt. Zu den Veranstaltungen kann man sich auf der Internetseite anmelden. Baden-Württemberg Artikel news-11891 Fri, 21 Jul 2017 11:32:00 +0200 Was tun bei Abschiebung? https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/was-tun-bei-abschiebung/ Die erklärte Absicht der Politik, die Zahl der Abschiebung zu erhöhen, führt auch dazu, dass Schüler/innen aus dem Unterricht herausgeholt werden, um sie abzuschieben. Die Verunsicherung der Schulleitungen und Lehrkräften ist groß. Keine Abschiebung während der Ausbildung

Die GEW macht sich stark für ein Bleiberecht für Jugendliche während der Ausbildung: "Es darf nicht sein, dass die jungen Leute während der Ausbildung, auch nicht in schulischen Ausbildungsgängen, abgeschoben werden. Bildung ist das, was wir den jungen Menschen geben können, ganz egal, ob sie bei uns bleiben oder ob sie die Bildung in ihrem Herkunftsland unterstützend einbringen und persönlich eine Perspektive haben",  sagte Doro Moritz bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Flüchtlingsrat Baden-Württemberg. "Die Motivation der Flüchtlinge ist groß. Und Lehrkräfte engagieren sich in hohem Maß für Praktikums- und Ausbildungsplätze ihrer Schüler/innen. Abschiebung bzw. Arbeitsverbot machen auch dieses Engagement zunichte. Da spielen sich große Dramen an den Schulen ab: Verzweiflung und Wut bei den jungen Leuten und ihren Familien, auch bei den Lehrkräften."

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Berufliche Bildung Schule Artikel Baden-Württemberg
news-12002 Tue, 18 Jul 2017 16:14:01 +0200 Keine weiteren Stellenstreichungen https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/keine-weiteren-stellenstreichungen/ Die Landesregierung hat die Eckpunkte des Haushalts 2018/2019 beraten und sich geeinigt: Es sollen keine weiteren Lehrerstellen gestrichen werden. Die GEW begrüßt diese längst überfällige Entscheidung. Baden-Württemberg Artikel Schule Bildungsfinanzierung LehrerInnenbildung news-11987 Tue, 18 Jul 2017 10:49:05 +0200 Sie interessieren sich doch https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/sie-interessieren-sich-doch/ Politische Bildung stößt bei Schüler/innen nicht unbedingt auf Begeisterung. Die Rüstungsindustrie und Waffenlieferungen mit all ihren Verflechtungen und Verwerfungen sind in Schulen (und nicht nur dort) auch eher ein Randthema. Der Schulleiter des Beruflichen Schulzentrums Bietigheim-Bissingen, Stefan Ranzinger, hat beides nicht gescheut. Seine Schüler/innen und die ganze Schule profitieren davon. Dem Beruflichen Schulzentrum Bietigheim-Bissingen gelingt es seit über zehn Jahren Prominente aus Politik und Wirtschaft zu gewinnen, die zu der Veranstaltungsreihe „Schule trifft Wirtschaft“ oder zu Expertengesprächen in die Schule kommen. Die früheren Kultusminister/innen Annette Schavan (CDU) und Andreas Stoch (SPD) waren schon da oder der Drogeriemarkt-Gründer Götz Werner. Mitte Mai kam Jürgen Grässlin. Weniger prominent. Der Freiburger Lehrer und GEW-Mitglied ist als Rüstungsgegner und Friedensaktivist manchen in Politik und Wirtschaft unbequem. Säle füllt er trotzdem. Als er in der beruflichen Schule über Waffenhandel referierte, kamen 300 Gäste, überwiegend Lehrkräfte und Schüler/innen.
Warum Grässlin? Wie kommen Lehrkräfte und Schüler/innen dazu, sich mit der Rüstungsindustrie und Waffenlieferungen zu beschäftigten? Überlegt hatte sich das heikle Thema Stefan Ranzinger. „Ich probier es mal“, erzählt der Schulleiter. Er bot das Thema Schüler/innen an, die in der 12. Klasse des beruflichen Gymnasiums seinen dreistündigen Seminarkurs besuchen wollten. Das Thema hält er für ganz hervorragend geeignet, weil es kontrovers und vielschichtig ist. Er sei nicht vorgeprägt und nicht von vorne herein friedensbewegt gewesen, versichert Ranzinger.

Wer von den Schüler/innen mitmachen wollte, musste sich mit einem Motivationsschreiben für den Kurs bewerben. „Nicht alltäglich“, „nicht so langweilig“ sei ihnen der Themenvorschlag vorgekommen, berichten ein paar Schüler/innen. Politisches Interesse war da, ihr erster Antrieb war das aber eher nicht. Elf Schüler/innen nahmen schließlich teil und langweilig wurde es ihnen tatsächlich nicht. Sie waren dabei, als Grässlin den Stuttgarter Friedenspreis entgegennahm, sie diskutierten mit Harald Hell-stern von Pax Christi und sprachen mit dem verteidigungspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold. Die Klasse besuchte das Theaterstück „Feuerschlange“ in Stuttgart, in dem es um verschlungene Wege deutscher Waffen ging, und sie bestritten schließlich eine Podiumsdiskussion mit Jürgen Grässlin.
Pascal Elser hat als erster den Kurs mit der mündlichen Prüfung abgeschlossen. Volle Punktzahl hat er geschafft. Bis er sich die Bestnote verdient hatte, mussten er und alle anderen im Kurs viel Aufwand reinstecken. Als erstes galt es, das dicke Schwarzbuch von Grässlin „ Waffenhandel – Wie Deutschland am Krieg verdient“ zu lesen und zu überlegen, welche unterschiedlichen Aspekte und Vertreter zum umstrittenen Thema gehören. Der SPD-Politiker Arnold beispielsweise bekannte sich im Gespräch mit den 12. Klässler/innen zur Rüstungsproduktion und -forschung in Deutschland. Die Spitzentechnologie mache Deutschland unabhängig von anderen Ländern, war eines seiner Argumente. Klare Rüstungsgegner sind Grässlin und Harald Hellstern. Die Rüstungsindustrie wiederum ist ein gewichtiger Gegenspieler. Und die beeindruckte mächtig. Als erste Schulklasse überhaupt besichtigte der Seminarkurs den Münchner Rüstungskonzern Krauss-Maffei-Wegmann. „Wir hatten gar nicht damit gerecht, dass wir reingelassen werden“, bemerkt Ranzinger. „Die Unternehmensvertreter haben auf all unsere Fragen geantwortet“, lobt der Schüler Robin Schatzmann das Gespräch. Ein Foto mit einem Panzer im Hintergrund hätten sie mit der Begründung, das sei keine Trophäe, abgelehnt. Mit manchen Antworten hätte es sich das Unternehmen aber auch leicht gemacht, bemängelt der Schüler. „Wenn die Politik es erlaubt, liefern die überall hin“, ergänzt der Schulleiter. Auf der Teststrecke wurde den jungen Besucher/innen aus Bietigheim ein Leopardpanzer II vorgeführt und sie bekamen ein für Katar bestimmtes Exemplar zu sehen.

Umfrage mit Überraschungen
Aufwändig und aufschlussreich war eine schulinterne Umfrage zur Rüstungsindustrie und zu Rüstungsexporten. Geantwortet hatten rund 1.400 Schüler/innen und 72 Lehrkräfte des Berufsschulzentrums. Rund die Hälfte des Kollegiums und mehr als 50 Prozent der Schülerschaft der großen Schule beteiligten sich an der Befragung der Seminarklasse. Die Wissensfragen offenbarten so manche Wissenslücke, die Meinungsfragen lieferten überraschende Antworten. Wer über brisante Rüstungsexporte entscheide, wurde gefragt oder wie hoch der Anteil der Kriegswaffenausfuhren am deutschen Gesamtexport 2015 gewesen sei. Oder „Was halten Sie davon, dass Deutschland Waffen exportiert?“ und „Würden Sie in einer Rüstungsfirma arbeiten, wenn Sie dort viel mehr Geld verdienen würden?
Nach Grässlins Vortrag wurde die Umfrage unter den Zuhörer/innen wiederholt. Der Vortrag wirkte. Danach wussten fast alle, dass der Bundessicherheitsrat brisante Rüstungsexporte verantwortet und dass der Anteil der Kriegswaffenausfuhr nur 0,13 Prozent vom Gesamtexport beträgt. Vor dem Vortrag kreuzten nur rund ein Drittel der Schüler/innen und der Lehrkräfte den Bundessicherheitsrat als Entscheidungsträger an. (Siehe Grafik 1) Viele meinten, die Bundesregierung oder die Abgeordneten würden die Rüstungsexporte außerhalb der Nato und der EU genehmigen. Rund die Hälfte der Befragten schätzte zunächst den Anteil der Waffenausfuhr am Gesamtexport deutlich höher ein (Grafik 2).
Der Vortrag des Rüstungskritikers konnte allerdings nicht verhindern, dass danach immer noch 40 Prozent des Publikums für die Waffenindustrie arbeiten wollten, wenn es dafür viel mehr Geld geben würde. Gesunken ist die Zahl dennoch. Bei der ersten Befragung kreuzten 61 Prozent der Schüler/innen bei dieser Frage „ja“ an. Bei den Lehrkräften waren es mit 17 Prozent sehr viel weniger.

Aufwand hat sich gelohnt
Nach einem Jahr intensiver Arbeit sind sich die Schüler/innen einig: Der Aufwand hat sich gelohnt, sie sind stolz auf ihre Ergebnisse und würden es sofort wieder machen. Mit ihren Meinungsäußerungen sind sie vorsichtig. Wenn es um die Frage geht, ob die Waffenexporte moralisch verantwortbar sind, antwortet Valentin Hubl: „Das ist ein komplexes Thema und situationsabhängig.“ Natalie Kempf sagt: „Das kann man nicht verallgemeinern, das ist in jedem Land anders.“ Pascal Elser meint zum Verfahren im Bundessicherheitsrat, der habe gute Gründe, dass seine Entscheidungen geheim blieben. Er wünscht sich trotzdem mehr Transparenz.
Friedensaktivist/innen sind die Schüler/innen nicht geworden. Ihr anfänglich nur zaghaftes politisches Interesse ist auf jeden Fall gestiegen und Selbstbewusstsein haben sie auch getankt. Der Schulleiter ist stolz auf seine Klasse. Sein riskantes Thema hat sich ausgezahlt

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Baden-Württemberg Artikel b+w
news-11982 Tue, 18 Jul 2017 10:30:00 +0200 Politik für Ältere sollte ältere Menschen beteiligen https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/politik-fuer-aeltere-sollte-aeltere-menschen-beteiligen/ „Chancen und Hilfen im Alter“ – so wird im Koalitionsvertrag der grün-schwarzen Landesregierung der Abschnitt Seniorenpolitik überschrieben. Darin wird eine Gesamtstrategie angekündigt, „um die Belange der älter werdenden Gesellschaft in allen Politikfeldern angemessen zu berücksichtigen.“ Als Grundlage dient ein „Kompass Seniorenpolitik“, der bereits 2015 herausgegeben wurde und Ziele und Maßnahmen in wichtigen Politikfeldern beinhaltet: Ein gutes Leben im Alter, Selbstbestimmung im Alter, zu Hause wohnen, Mehrgenerationenhäuser, Ausbau ehrenamtlicher Strukturen und das alles beherrschende Thema Pflege sollen nun weiterentwickelt werden.

Dafür will die Koalition die Stelle eines „Demografiebeauftragten“ schaffen, der den Querschnitt koordinieren soll. Diese Ankündigung des Koalitionsvertrags 2016 ist seit dem 1. Januar 2017 bereits umgesetzt: Thaddäus Kunzmann (CDU) mit Sitz im Sozialministerium ist Ansprechpartner für alle Belange des demografischen Wandels und soll Lösungskonzepte der Öffentlichkeit zugänglich machen. Er arbeitet hauptamtlich und ist gegenüber der Landesregierung nicht weisungsgebunden. Insbesondere wird er sich dem Thema Wohnen widmen. Das Wohn-, Teilhabe- und Pflegegesetz (WTPG) vom Mai 2014 wird ihn dabei unterstützen, die Zusage des Vertrags einzulösen, ein gutes Leben im Alter zu sichern. Das Land kann allerdings nur mit gesetzlichen Vorgaben (z.B. der Weiterentwicklung des WTPG) Voraussetzungen schaffen und Projekte unterstützen, denn die Umsetzung ist in der Regel auf der Ebene der Kommunen angesiedelt.

Der Koalitionsvertrag legt großen Wert auf die Weiterentwicklung bestehender Strukturen des Engagements, auf Selbstverantwortlichkeit, Eigeninitiative und gegenseitige Hilfen. Dafür soll ein Runder Tisch „Quartiersentwicklung“ gegründet werden. Die GEW fordert, dass hierzu zwingend die Betroffenen einbezogen und beteiligt werden müssen. In allen Feldern der Seniorenpolitik muss das Prinzip der Teilhabe älterer Menschen viel stärker als bisher Eingang finden, denn Politik für Ältere kann nur mit den älteren Menschen gemacht werden.

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Baden-Württemberg Artikel Mitglieder 60+ b+w
news-11981 Tue, 18 Jul 2017 10:09:29 +0200 Gute Arbeit braucht gute Rahmenbedingungen https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gute-arbeit-braucht-gute-rahmenbedingungen/ Welche Perspektiven haben Nachwuchswissenschaftler/innen in Baden-Württemberg? 87 Prozent des wissenschaftlichen Nachwuchses sind in Baden-Württemberg befristet beschäftigt. Haben sich durch den Hochschulfinanzierungsvertrag „Perspektive 2020“ die Befristungsverhältnisse verbessert? An vielen Hochschulen sind seit dem neuen Hochschulfinanzierungsvertrag aus 2015 selbstverpflichtungserklärungen implementiert worden. Damit symbolisieren Hochschulen und Forschungseinrichtungen, dass sie mit ihrer gewachsenen Autonomie verantwortungsbewusst umgehen und die Rahmenbedingungen des Arbeitsplatzes Wissenschaft mitgestalten wollen. Durch Mindeststandards für befristete Beschäftigungsverhältnisse, bessere Betreuung der Doktorand/innen, berechenbare Perspektiven für promovierte Wissenschaftler/innen sowie eine familienfreundliche Gestaltung von Karrierewegen wollen Hochschulen ihren Beschäftigten Planungssicherheit und Verlässlichkeit geben.

Was an den meisten Hochschulen mit der Mitwirkung von Hochschulgremien und  Personalrat gut funktioniert hat, scheitert an einigen Universitäten. Bis heute hat beispielsweise die Universität Heidelberg keine Selbstverpflichtung abgeschlossen. Das Wissenschaftsministerium (MWK) hat mit der „Perspektive 2020“ die Hochschulen aufgefordert, gute Arbeit in der Wissenschaft in die Praxis umzusetzen. Zwar hat das MWK die Universität Heidelberg aufgefordert, eine Selbstverpflichtung nachzuliefern, passiert ist jedoch nichts.
Und das ist auch das Problem der Selbstverpflichtung. Ein verbindlicher Kodex für gute Arbeit in der Wissenschaft fehlt. Nur wenn die Landesregierung für einen verbildlichen Kodex für gute Arbeit sorgt und nicht nur plakativ im Koalitionsvertrag meint: „ die Beschäftigungsbedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs (…) unter dem Aspekt der Planbarkeit akademischer beziehungsweise nicht akademischer Karrieren durch frühzeitige und transparente Personalplanungen und Entscheidungen zu verbessern,“ kann es auch für die Beschäftigten tatsächlich eine bessere Perspektive bis 2020 geben. Trotz des Hochschulfinanzierungsvertrages liegt der durchschnittliche Befristungsanteil in Baden-Württemberg bei über 80 Prozent. An der Universität Konstanz liegt der Anteil der befristet Beschäftigten bei 83,41 Prozent, an der Universität Heidelberg bei 80,36. Die „Perspektive 2020“, die gegen die Befristungspraxis an den Hochschulen wirken soll, hat ihre Wirkung verfehlt.

Positiv ist die Bilanz der grün-schwarzen Landesregierung bei den Bemühungen, den Anteil der Professorinnen an den Hochschulen in Baden-Württemberg zu erhöhen. Zwischen 2005 und 2015 ist der Anteil an Frauen von 12,7 auf 20 Prozent gestiegen. Mit vier Millionen Euro jährlich investiert das MWK in Habilitationsprogramme, die die Förderung von Frauen in der Wissenschaft stärken.
Auch muss die Zahl der Tenure-Track-Professuren, wie es im Koalitionsvertrag angekündigt worden ist, steigen. Neue Berufswege in die Wissenschaft müssen vor Ort in den Hochschulen und Forschungseinrichtungen umgesetzt werden, dafür brauchen die Hochschulen eine planbare Grundfinanzierung.  Der Bundesnachwuchspakt will mit seinem Programm 1.000 Tenure-Track-Professuren fördern. Wir brauchen jedoch 5.000 zusätzliche Tenure-Track-Professuren, die Wissenschaftler/innen berechenbare Karriereperspektiven eröffnen und die Betreuungsrelation zwischen Studierenden und Professor/innen verbessern.

Um den Hochschulfinanzierungsvertrag zu garantieren, der den Hochschulen eine verlässliche Perspektive zusichert, werden zum Wintersemester 2017/2018 Gebühren für internationale Studierende und Studierende eines  Zweitstudiums eingeführt. Der auf den Wissenschafts- und Kunstbereich entfallende strukturelle Konsolidierungsbedarf beträgt rund 48 Millionen Euro pro Jahr. Die Umsetzung des Hochschulfinanzierungsvertrags wird auf Kosten der Studierenden umgesetzt. Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass es in Baden-Württemberg keine allgemeinen Studiengebühren geben wird. Die Einführung der Gebühr für internationale Studierende und Studierende im Zweitstudium ist aber ein Türöffner für die Einführung der allgemeinen Studiengebühren. Bereits jetzt zieht mit NRW das nächste Bundesländer nach.

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Baden-Württemberg Artikel b+w Wissenschaft
news-11977 Mon, 17 Jul 2017 15:45:46 +0200 Arbeitslosigkeit trotz Lehrermangel https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/arbeitslosigkeit-trotz-lehrermangel/ Die Einstellungssituation im Sommer 2017 ist regional und in den Schularten sehr unterschiedlich. Weniger Bewerber/innen gab es in den Lehrämtern Grundschule, Haupt-/ Werkrealschule, Realschule und Sonderpädagogik und berufliche Schulen. Baden-Württemberg Artikel Schule news-11971 Mon, 17 Jul 2017 15:39:38 +0200 Stagnation und wenige Lichtblicke https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/stagnation-und-wenige-lichtblicke/ Von Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen in Kindertageseinrichtungen und Jugend- und Sozialarbeit gibt es bisher keine Spur. Lediglich bestehende Projekte werden (vorübergehend) weiterfinanziert. Für die Frühe Bildung gibt es bislang keinerlei Initiativen der grün-schwarzen Landesregierung, um das Ziel des Koalitionsvertrags – die Stärkung und Qualitätsentwicklung der Frühen Bildung – zu erreichen. Seit dem Regierungswechsel wurden keine zusätzlichen finanziellen Mittel für den dringend notwendigen qualitativen Ausbau und zur Verbesserung der Rahmen- und Arbeitsbedingungen bereitgestellt.
Die erste Maßnahme des Kultusministeriums in der Frühen Bildung lief sogar in die gegenteilige Richtung: Auf Druck einiger Städte und Gemeinden wurde es den Kita-Trägern ermöglicht, die Gruppengröße für Flüchtlingskinder unbürokratisch um zwei Kinder zu erhöhen. Dieses Vorgehen hat die GEW aufs Schärfste kritisiert.

Finanziert werden lediglich bestehende Projekte: Weitergeführt wird das 2016 angelaufene Förderprogramm zur Weiterentwicklung von Kindertageseinrichtungen zu Kinder- und Familienzentren. Die 91 bereits geförderten Einrichtungen sollen auch in diesem Jahr mit je 10.000 Euro bezuschusst werden. Davon stehen je 5.000 Euro für die Entlastung der Einrichtungsleitung zur Verfügung. Ein Betrag, der nach Berechnung der GEW jedoch gerade einmal für rund vier Stunden Leitungszeit pro Woche ausreicht. Angesichts der vielfältigen zusätzlichen Koordinationsaufgaben ist dies bei weitem nicht genug.
Dauerhaft in die Regelfinanzierung aufgenommen wurden die bestehenden 194 „Bildungshäuser 3-10“. Für die Kooperation Kindertagesstätte-Grundschule (eine Lehrerwochenstunde/Kita-Gruppe) stellt das Land jährlich ca. 1,8 Millionen Euro zur Verfügung. Die Kindertageseinrichtungen gehen jedoch weiterhin leer aus, obwohl auch sie Zeit für die Kooperationsarbeit benötigen.

Praxisintegrierte Ausbildung wird Regelform

Wie im Koalitionsvertrag verankert, wird die seit dem Schuljahr 2012/2013 als Schulversuch erprobte Praxisintegrierte Erzieher/innenausbildung (PIA) ab dem Schuljahr 2017/18 in die Regelform übernommen. Dies ist ein wichtiger Schritt angesichts des gravierenden Fachkräftemangels, der mittlerweile flächendeckend von der Krippe über die Betreuung an Grundschulen bis zur Jugend- und Sozialarbeit spürbar wird. Wie der Fachkräftemangel in den Griff zu bekommen ist, darüber herrscht bei der Landesregierung Ratlosigkeit. Es fehlt beispielsweise an Strategien, wie die akademisch ausgebildeten Kindheitspädagogen/-pädagoginnen dauerhaft in den Kindertageseinrichtungen etabliert werden können.

Betreuung an Schulen sollte so gut sein wie in den Horten
Nach dem zweiten Ganztagsgipfel des KM ist davon auszugehen, dass die kommunal verantworteten Betreuungsangebote an Schulen weiterhin gefördert werden. In welcher Höhe und ob diese Förderung an Qualitätsstandards geknüpft wird, bleibt abzuwarten. Bei steigenden Kinderzahlen in dieser Betreuungsform sind Rahmenbedingungen analog der Horte dringend erforderlich.

Projekte der Schul- und Jugendsozialarbeit gehen weiter

Das Land finanziert die Schulsozialarbeit insgesamt mit 25 Millionen Euro pro Jahr. Im sogenannten „Pakt für Integration“ wurde Ende 2016 sowohl die Finanzierung der Schulsozialarbeit (je 2,5 Millionen) als auch die der Jugendberufshilfe (1,7 Millionen.) für die Jahre 2017 und 2018 sichergestellt.
Das Landesprogramm Schulsozialarbeit, das bis Ende 2016 befristet war, wurde bis Ende 2019 verlängert. Mit der Pauschale von 16.700 Euro pro Vollzeitstelle werden die Personalkosten für Schulsozialarbeiter/innen an öffentlichen Schulen gefördert. Voraussetzung für einen Zuschuss ist, dass der Stellenumfang mindestens 50 Prozent einer Vollzeitstelle umfasst.
Des Weiteren bleibt die Jugendberufshilfe vorerst erhalten. Dafür hat sich die GEW stark gemacht, nachdem die Landesförderung zum 31.03.2017 eingestellt werden sollte. Ziel des Programms ist es, leistungsschwächere Schüler/innen eine sozialpädagogische Unterstützung zukommen zu lassen, um sie beim Übergang von der Schule in die Berufsausbildung zu unterstützen.
Die bisherigen Maßnahmen sind nur sehr kleine Tropfen auf den glühend heißen Stein. Ohne zusätzliche finanzielle Mittel wird eine Stärkung und Qualitätsentwicklung der Frühen Bildung und Sozialarbeit nicht möglich sein! 

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Baden-Württemberg Artikel b+w
news-11914 Mon, 17 Jul 2017 14:49:00 +0200 Qualitätskonzept setzt auf Kontrolle und Zentralisierung https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/qualitaetskonzept-setzt-auf-kontrolle-und-zentralisierung/ Ende Juni hat das Kultusministerium ein Qualitätskonzept vorgelegt, das vor allem auf die schlechten Ergebnisse baden-württembergischer Schüler/innen bei den Vergleichsarbeiten reagiert. Ab 2019 sollen zwei neue Institutionen geschaffen werden. Baden-Württemberg Artikel Schule Bildungsqualität news-11083 Wed, 12 Jul 2017 10:29:00 +0200 Den Grundschulen gehen die Lehrer/innen aus https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/den-grundschulen-gehen-die-lehrerinnen-aus/ Eine von der GEW beauftragte Studie des Bildungswissenschaftlers Klaus Klemm kommt zum Ergebnis, dass bis 2030 mindestens 8.000 zusätzliche Lehrerstellen in den Klassen 1 bis 4 gebraucht werden und viel zu wenig Lehrkräfte ausgebildet werden. Die Studie kommt zu folgenden Ergebnissen:

  • Die Grundschulbevölkerung wird bis 2030 auf 438.000 Kinder ansteigen. Diese Zahl übersteigt die bisherigen Annahmen der Bevölkerungsvorausberechnung gewaltig.
  • Mit den neu zu besetzenden Stellen für die Lehrkräfte, die bis 2030 in den Ruhestand gehen, werden in den nächsten 13 Jahren 11.930 Lehrerstellen zu besetzen sein.
  • Da viele Lehrkräfte Teilzeit arbeiten, ist davon auszugehen, dass 13.275 neue Grundschullehrer/innen gebraucht werden.
  • Die prognostizierten Studierendenzahlen können diesen Bedarf nicht decken: Klaus Klemm geht von 10.500 Berufseinsteiger/innen bis zum Jahr 2030 aus.
  • Um die bereits beschlossene Erweiterung der Kontingentstundentafel mit je zwei Stunden mehr Mathematik und Deutsch umzusetzen und für eine bessere Kooperation zwischen Grundschulen und Kitas, für eine bessere Vertretungsreserve, die Einführung von Poolstunden und den Ausbau der Ganztagsschulen werden bis 2030 5.439 weitere Stellen und gut 6.000 neue Grundschullehrkräfte gebraucht.
  • Unterm Strich werden bis 2030 8.000 Stellen neu zu schaffen sein und insgesamt für die Besetzung aller Stellen etwa 19.000 neue Grundschullehrer/innen gebraucht.

Auf Grundlage dieser Ergebnisse, fordert die GEW den Stopp aller Stellenstreichungspläne, den schnellen Ausbau der Studienkapazitäten und eine bessere Bezahlung der Pädagog/innen, um den Beruf attraktiver zu machen.

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Baden-Württemberg Artikel Schule Grundschule Bildungsfinanzierung
news-11930 Tue, 11 Jul 2017 17:17:01 +0200 VBL-Zusatzversorgung: Was lange währt wird endlich gut https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/vbl-zusatzversorgung-was-lange-waehrt-wird-endlich-gut/ Üblicherweise finden Tarifverhandlungen im Lichte der Öffentlichkeit statt. Bei den „Tarifverhandlungen zur Neuberechnung der Startgutschriften für rentenferne Versicherte“ war das Thema wohl zu trocken, um die Aufmerksamkeit der Medien zu erhaschen. Dabei geht es um richtig viel Geld! Baden-Württemberg Artikel Tarif TV-L news-11929 Tue, 11 Jul 2017 16:54:18 +0200 Ein oft schwieriger Neubeginn... https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/ein-oft-schwieriger-neubeginn/ Gerade die ersten Erfahrungen im Berufsleben formen Haltungen und Handlungsmuster für die künftige Arbeit als Lehrkraft. Die Berufseinsteiger/innen entwickeln in dieser Zeit ihre berufliche Identität und ihre Einstellung gegenüber den Schüler/innen. Lösungsansätze für einen sinnvoll gestalteten Berufseinstieg
Die dargestellten Überlegungen sind ausdrücklich nicht als eine Verlängerung der Ausbildungszeit aufzufassen, sondern als Möglichkeit zu einer ausgestalteten und klar strukturierten Berufseinstiegsphase.

Personalplanung und Zuweisung der Berufseinsteiger/innen
Zunächst muss eine grundlegende Änderung der Zuweisungspraxis an den Schulämtern und Oberschulämtern erfolgen. Bei der Einstellung sollten die individuellen Kompetenzen des Einzelnen und die verschiedenen Profile der Schulen in den Blick genommen werden. Hier muss nach einer größtmöglichen Übereinstimmung gesucht werden.
Die Schulämter und Oberschulämter werden, auch im Sinne einer Qualitätsverbesserung von Schulen, nicht daran vorbei kommen, Personalplanung mit den Berufseinsteigern/innen zu betreiben. Dies bedeutet, dass Gespräche mit den Bewerbern/innen und Eingestellten geführt werden, die die Zukunftsplanung und Zielsetzungen beider Seiten definieren ( z.B. Einsatz an der Schule A um den Computerbereich zu betreuen oder um an der Schule B Soziales Lernen zu etablieren). Viele junge Kollegen/innen bringen spezielle Fähigkeiten und Fertigkeiten mit, die sie auch in den Schulen gewinnbringend einsetzen möchten.
Weiterhin wünschenswert wäre es, den Bewerbern/innen mehrere Stellen zur Wahl anzubieten. Mit den angeführten Maßnahmen könnten die bekannten Frustrationen bei Schuljahresbeginn abgefedert werden.
Um für eine bedarfsgerechte Versorgung der einzelnen Schule sowie den Kompetenzen der Bewerberin/ des Bewerbers gerecht zu werden, sollten Schulen verstärkt Stellen ausschreiben können. Dazu könnte beispielsweise das bisherige Stellenausschreibungsverfahren erweitert werden, wobei gleichzeitig auf die Beteiligung des Kollegiums bei der Ausschreibung der Stelle(n) geachtet werden muss.
Um den Einstieg in die berufliche Tätigkeit zu erleichtern, sollten Junglehrer/innen nicht völlig allein an Schulen geschickt werden. So könnte man beispielsweise mehrere Berufsanfänger/innen pro Schule einstellen (Teambildung). Einzelne Neueingestellte sollten nur dann an Schulen, wenn diese schon in den letzten Jahren Berufseinsteiger/innen erhalten haben. Dadurch besteht einen bessere Möglichkeit mit anderen zusammenzuarbeiten. Dies fördert die Integrationsmöglichkeiten und auch die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit und zur beruflichen Qualifizierung.

Sensibilisierung und Qualifizierung der Schulleiter/innen
Ein wesentlicher Bestandteil einer gelingenden Berufseinstiegsphase ist die notwendige Sensibilisierung und Qualifizierung der Schulleitungen. Nur wenn sie über die Probleme und Lösungsansätze des Berufseinstiegs informiert werden, können sie entsprechend handeln. In regelmäßigen Besprechungen sollte die Schulleitung die Berufseinsteiger/innen losgelöst von Bewertungszwängen beraten und unterstützen und somit ihrer Fürsorgepflicht wohlwollend nachkommen. Durch diese Sensibilisierung der Schulleitungen soll eine effektivere Professionalisierung der Berufeinsteiger/innen in den Schulen erreicht werden.
Begleitung und UnterstützungAn der Einzelschule sollten neben der Schulleitung auch kompetente Ansprechpartner/innen für die neuen Kollegen/innen verantwortlich sein. Diese hätten dann die Aufgabe, die Berufseinsteiger/innen im Alltag zu unterstützen und zu informieren. Diese Ansprechpartner/innen sollten verpflichtend an allen Schulen eingerichtet werden. Als unterstützende Maßnahme könnte durch eine Kürzung der Unterrichtsverpflichtung der neuen Lehrer und Lehrerinnen die verbleibende Zeit für Supervision, Gespräche mit Mentoren und Betreuern oder weiteren Fortbildungen genutzt werden. Hierfür muss den Berufseinsteigern/innen ein Stundenpool zur Verfügung gestellt werden, der diese Fortbildung und damit Qualifizierung ermöglicht, ohne die Berufseinsteiger/innen zusätzlich zu belasten.Einführungsveranstaltungen für Berufseinsteiger/innen Als Vorbereitung auf die kommenden Aufgaben und möglichen Probleme beim Einstieg ins Berufsleben sollte mindestens eine zweitägige Einführungsveranstaltung für alle Berufseinsteiger/innen verpflichtend noch in den Sommerferien vor Unterrichtsbeginn stattfinden. In diesem Rahmen werden auch Forschungsergebnisse zum Berufseinstieg referiert und bearbeitet und die vom Schulamt bis dahin entwickelten Fortbildungen, Unterstützungssysteme und Kooperationsmöglichkeiten vorgestellt. Um diese Veranstaltungen und den kompletten Berufseinstieg sinnvoll zu organisieren, sollte an den jeweiligen Schulämtern und Oberschulämtern Personen (Ansprechpartner für Junglehrer/innen) mit ausreichender Freistellung eingestellt werden. Anknüpfend an die Einstiegsveranstaltung, sollten auf (Ober-) Schulamtsebene Möglichkeiten für den organisierten Austausch der Einsteiger/innen (Materialbörse, AG Junglehrer/innen, Lernwerkstatt) zur Verfügung stehen.

Fortbildung
Neben den bisher angeführten Punkten wünschen wir uns speziell auf die Bedürfnisse der Neueinsteiger/innen abgestimmte, qualitativ hochwertige Fortbildungen. Das Angebot sollte so vielfältig wie möglich ausgestaltet sein und könnte neben Supervision, Notenverwaltung, Organisation des Schulalltags, Differenzierung, Zeitmanagement, Entspannungstechniken und Stimmbildung viele weitere Möglichkeiten beinhalten. Sinnvoll wäre es mit Sicherheit, wenn diese Fortbildungen auf Nachfrage bei den (Ober-) Schulämtern insbesondere in den ersten drei Dienstjahren abgerufen werden können.

Kooperationsmöglichkeiten schaffen
Die Kooperation in Teams und in den Lehrerkollegien stellt einen wichtigen Entwicklungsschritt für die Schule der Zukunft dar. Die Möglichkeit in Teams zusammenzuarbeiten und zu unterrichten kann sicherlich als ein Schlüssel zu einer höheren Berufszufriedenheit für Lehrer/innen mit einer daraus folgenden Qualitätsverbesserung in den Schulen erachtet werden. Dabei ist sowohl die Zusammenarbeit zwischen erfahrenen Lehrer/innen und Neueingestellten, als auch von Junglehrer/innen untereinander äußerst sinnvoll.
Die Schulbehörde muss an dieser Stelle Farbe bekennen und die erforderlichen Rahmenbedingungen für mögliche Kooperationen schaffen und den Mehraufwand für die Kolleg/innen in einem angemessenen Verhältnis zur Entlastung stellen.

Abschluss
Die genannten Problemfelder und deren Lösungsansätze sind sicherlich nur einige Aspekte des Berufseinstiegs von Lehrerinnen und Lehrern. Klar ist, dass die meisten Lehrkräfte am Beginn ihrer Berufslebens Probleme unterschiedlicher Art haben, diese zu beseitigen muss das Ziel von Schule und Gesetzgeber sein.

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Baden-Württemberg Artikel Schule Junge
news-11926 Tue, 11 Jul 2017 16:08:10 +0200 11 Tipps für einen gelingenden Berufseinstieg https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/11-tipps-fuer-einen-gelingenden-berufseinstieg/ Die junge GEW hat einige Hinweise gesammelt, die den Einstieg in den Berufsalltag in der Schule erleichtern können. Wer sie berücksichtigt kann gesund bleiben und zufrieden arbeiten. Baden-Württemberg Artikel Schule Junge news-11901 Fri, 07 Jul 2017 15:29:00 +0200 Aufstieg nach A13: Informationen gibt es nur bei der GEW https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/aufstieg-nach-a13-informationen-gibt-es-nur-bei-der-gew/ Im Herbst soll die nächste Aufstiegsqualifizierung für die Lehrkräfte beginnen, die als GHS-Lehrkräfte mit A12 an Realschulen, Gemeinschaftsschulen oder SBBZ arbeiten. Allerdings hat das Kultusministerium immer noch nicht alle Fragen geklärt. Baden-Württemberg Artikel Schule Hauptschule Gemeinschaftsschule news-11912 Fri, 07 Jul 2017 13:04:36 +0200 Einstellungsrunde: Berufliche Schulen kommen mit blauem Auge davon https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/einstellungsrunde-berufliche-schulen-kommen-mit-blauem-auge-davon/ Zum Sommer 2017 werden zwar 210 Stellen wie vorgesehen gestrichen, die beruflichen Schulen erhalten aber insgesamt 183 zusätzliche Stellen für Geflüchtete und Inklusion zugewiesen. Real fallem somit nur 27 Stellen weg. Baden-Württemberg Artikel Berufliche Bildung news-11890 Tue, 04 Jul 2017 13:48:13 +0200 "Tagelöhner leisten Integrationsarbeit" https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/tageloehner-leisten-integrationsarbeit/ Bei der Protestaktion "Baustelle Bildung" wehrte sich auch eine Gruppe von DaF-Lehrkräften gegen die Unterfinanzierung in der Erwachsenenbildung. Der Schlüssel zur Integration wurde der schwarzen Null geopfert. In der Erwachsenenbildung wird immer wieder der Allgemeinplatz "Wer soll das bezahlen?" aufgefahren. Die dreizehn Honorarlehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache (DaF), die aus vier Städten zur Baustelle Bildung anreisten, kennen darauf nur eine Antwort: "Wir jedenfalls nicht."

Das machte auch die Sprecherin der DaF-Honorarlehrkräfte deutlich, die die Bühne im aus einem Kartoffelsack geschneiderten Gewand betrat. "Wer bei diesem Outfit an Mittelalter und Tagelöhner denkt, der liegt damit gar nicht so falsch", so die Sprecherin, und erklärte: "Wir sind Dozentinnen und Dozenten, die Kurse leiten, in denen Menschen mit einer anderen Muttersprache Deutsch lernen können. Wir sind also Schlüssel zur Integration. Integration ist eine Daueraufgabe und braucht Dauerstellen. Für uns gibt es aber weder Dauerstellen noch eine feste Anstellung! Wir hangeln uns mit Honorarverträgen von Kurs zu Kurs. Neben dem unternehmerischen Risiko tragen wir auch die vollen Sozialversicherungsbeiträge selbst. Um alle genannten Kosten und Risiken zu decken, brauchen wir trotz der letzten Anpassung noch immer ein deutlich höheres Honorarniveau als heute. Damit wir von unserer Arbeit angemessen leben können, müssen es mindestens 54 Euro pro Unterrichtseinheit sein. Obwohl wir eine für die gesamte Gesellschaft sehr wichtige Aufgabe erfüllen, arbeiten wir unter Bedingungen wie Lehrpersonal 4. Klasse. Dagegen wehren wir uns!"

Die Sprecherin opferte der Schwarzen Null ein ausreichendes Honorar, soziale Absicherung und feste Stellen.

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Baden-Württemberg Artikel Weiterbildung
news-11888 Tue, 04 Jul 2017 12:59:37 +0200 Bündnis gegen Altersarmut https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/buendnis-gegen-altersarmut/ Über 30 Sozialverbände, Gewerkschaften, zivilgesellschaftliche- und kirchliche Organisationen in Baden-Württemberg haben sich zusammengeschlossen, um noch vor der Bundestagswahl für einen Kurswechsel in der Rentenpolitik einzutreten. Baden-Württemberg Artikel Tarif Mitglieder 60+ news-11887 Tue, 04 Jul 2017 11:49:27 +0200 Personalbestand passt nicht zum Aufgabenspektrum https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/personalbestand-passt-nicht-zum-aufgabenspektrum/ Der Wissenschaftsrat hat sich mit Karrierewegen und Arbeitsbedingungen an Fachhochschulen beschäftigt. Im Oktober 2016 legte er einen Sachstandsbericht mit Empfehlungen vor. Dieser Bericht bestätigt viele Befürchtungen und Vermutungen der GEW zu den Arbeitsbedingungen: Die Beschäftigungsverhältnisse sind oft befristet und prekär. Die meisten wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen sind befristet eingestellt
Zur qualitätsgerechten Aufgabenerfüllung ist neben der Professur in Wissenschaft und Wissenschaftsmanagement sowie in Technik und Verwaltung qualifiziertes Personal erforderlich. Auch sie brauchen attraktive Arbeitsbedingungen und Entwicklungsperspektiven. Wie im gesamten Hochschulbereich sind befristete Verträge, vielfach mit kurzen Vertragslaufzeiten, ein Problem. Die meisten wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen sind befristet eingestellt. Aus Sicht des Wissenschaftsrats ist die Zahl der dauerhaft verfügbaren Stellen zur Erfüllung allgemeiner Hochschulaufgaben zu gering. Wenn weder die Gehälter noch die Vertragslaufzeiten und Weiterqualifizierungsmöglichkeiten hinreichend attraktiv und konkurrenzfähig sind, ist es schwierig, geeignete Beschäftigte ohne Professur zu gewinnen. Für das weitere wissenschaftliche Personal gibt es nur vereinzelt Möglichkeiten, andere oder höherwertige Aufgaben zu übernehmen und längerfristige Perspektiven zu erhalten. Die Verbeamtung von Beschäftigten ist bis auf wenige Abteilungsleitungsfunktionen nicht möglich. Diese Bedingungen führen jedoch dazu, dass es mittlerweile auch beim Verwaltungs- und technischen Personal Schwierigkeiten gibt, geeignete Personen zu gewinnen. Besonders bei den anspruchsvollen Aufgaben des Wissenschaftsmanagements, bei denen HAWs mit Universitäten um denselben Personenkreis konkurrieren, haben HAWs Wettbewerbsnachteile, da sie für diese Aufgaben selten Stellen im höheren Dienst vergeben können. Damit sich die Professor/innen auf ihre Kernaufgabe, die Lehre, konzentrieren können, sollte neben der Professur zusätzliches Personal für Daueraufgaben vorhanden sein. Zunehmend greifen die HAWs auch auf Lehrbeauftragte zurück, die die notwendige Lehre erbringen müssen. Der Wissenschaftsrat hat 2010 einen adäquaten Einsatz von Lehrbeauftragten empfohlen. Maximal 20 Prozent des gesamten Lehrdeputats sollen Lehrbeauftragte in erster Linie im Wahlbereich übernehmen. Einen übermäßigen Einsatz hält der Wissenschaftsrat für nicht vertretbar. Jedoch können diese Empfehlungen an den badenwürttembergischen HAWs nicht immer eingehalten werden. Zuweilen übernehmen Lehrbeauftragte auch die reguläre Lehre und teilweise liegt deren Quote bei über 20 Prozent.

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Baden-Württemberg Artikel Wissenschaft
news-11886 Tue, 04 Jul 2017 11:39:06 +0200 Bund und Land müssten mehr für die Hochschulen ausgeben https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/bund-und-land-muessten-mehr-fuer-die-hochschulen-ausgeben/ Die Hochschulen sind durch den Hochschulfinanzierungsvertrag in Baden-Württemberg theoretisch ausreichend finanziert und vor Kürzungen geschützt. In der Praxis sehen sich aber die verantwortlichen Hochschulleitungen ebenso wie die betroffenen Beschäftigten und Studierenden mit problematischen Verhältnissen konfrontiert. Ein paar (bewusst subjektive) Antworten auf drei einfache Fragen. In der Hochschulfinanzierung bestehen deutliche Mängel. An den meisten Hochschulen werden für einen Teil der Lehre statt ordentliche Tarifbeschäftigte billigere Honorarkräfte für die grundständige Ausbildung eingesetzt, obwohl schon der Tarifvertrag eher „billig“ zu nennen ist. Befristete Verträge für ein oder zwei Jahre sollen dem Mangel an Stellen für wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Daueraufgaben abhelfen. Baden-Württemberg hat durch den Hochschulfinanzierungsvertrag 2015 und 2016 zwar die Situation abgemildert, aber nicht wirklich bereinigt. Und seit vielen Jahren schleppen die Hochschulen, gemessen an den personellen Ressourcen, eine Überlast an Studienplätzen mit sich herum, die sogenannte Kapazitätsüberlast. Wie wird finanziert? Mit kurzfristigen Sonderprogrammen
wurden die Hochschulen in einen Wettbewerb um die „besten Köpfe“ getrieben. Zwar stellt Baden-Württemberg seine großen Ausbauprogramme „2012“ und „2016“ für die Bachelor- und Masterstudienplätze gerade schrittweise in die Grundfinanzierung ein (und kommt so auf seine Steigerungsquote), in der Grundausrichtung bleibt es aber beim Konkurrenzdruck und der nicht ausreichenden Finanzierung – auf Kosten der Studierenden und der Beschäftigten. Zugleich verstärkt sich die Spaltung zwischen den in den Wettbewerben erfolgreichen und den nicht erfolgreichen Hochschulen. Wer im Rennen bleiben will, muss vieles dem einen Ziel unterordnen. Finanziert wird, was dem Ranking nützt – den Rest schafft man am besten mittelfristig ab. Ob man angesichts der Unterschiede in der räumlichen und personellen Ausstattung zwischen den Hochschulen von Chancengleichheit für die Studentinnen und Studenten sprechen kann, ist fraglich. Schließlich führen die kurzatmigen staatlichen Sonderprogramme und die kurzfristigen Anforderungen der privaten Drittmittelgeber zu einem Befristungsunwesen bei den Arbeitsverträgen, das letztlich den Staat teuer zu stehen kommt. Statt sich auf den inhaltlichen Auftrag konzentrieren zu können, planen die Wissenschaftler/innen das nächste kurzfristige Projekt. Die teuer ausgebildeten Besten wandern in private Betriebe ab oder gehen ins Ausland, weil dort bessere Bedingungen geboten werden. Und die Drittmittelgeber finanzieren zwar Personal, aber in der Regel keine Räume, keinen Verwaltungsanteil,
keine Energiekosten. Das müssen die Hochschulen aus der Grundfinanzierung nehmen – wo es dann fehlt.

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Baden-Württemberg Artikel Wissenschaft
news-11861 Fri, 30 Jun 2017 13:27:41 +0200 Baustelle Bildung https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/baustelle-bildung/ Nach einem Jahr ist die baden-württembergische Landesregierung zum ersten Mal mit größeren Protesten gegen ihre Bildungspolitik konfrontiert. Die GEW hat deutlich gemacht, dass mehr Geld gebraucht wird, damit die Bildung keine Dauerbaustelle bleibt.  „Grüne und CDU haben viel versprochen. Doch unsere Kitas, Schulen und Hochschulen sind zu Baustellen geworden. Während die Steuereinnahmen sprudeln, will Ministerpräsident Kretschmann und seine Kultusministerin Eisenmann bei der Bildung sparen. Wo bleiben endlich die fehlenden Studienplätze für das Lehramt, warum verdient eine Grundschullehrerin mehrere hundert Euro weniger als ihre Kolleg/innen an den weiterführenden Schulen, warum ist die Inklusion in Kitas und Schulen oder der Ethikunterricht den Grünen und der CDU so wenig wert? Die Liste unserer Baustellen in der Bildung ist lang. Wir brauchen mehr Investitionen und eine sofortige Rücknahme der geplanten Streichung von Lehrerstellen“, sagte am Freitag (30.06.) auf dem Stuttgarter Schillerplatz Doro Moritz, Landesvorsitzende der GEW, vor mehreren hundert Demonstranten aus ganz Baden-Württemberg.

Der Protest richtet sich gegen die aktuellen Sparmaßnahmen

Delegationen aus Kitas und Schulen errichteten bei der landesweiten GEW-Demonstration unter dem Motto „Baustelle Bildung“ auf dem Stuttgarter Schillerplatz symbolisch eine große „Bildungsbaustelle“ und machten auf die Situation in den Kitas, in Klassenzimmern und anderen Bildungseinrichtungen aufmerksam. Der Protest richtet sich gegen die aktuellen Sparmaßnahmen der Landesregierung und gegen den wachsenden Lehrer- und Fachkräftemangel in Kitas und Schulen, den die GEW-Chefin als „hausgemacht“ bezeichnet. 

Mit Unterrichtsausfall ist zu rechnen

Die Bildungsgewerkschaft geht davon aus, dass sich Schüler/innen und Eltern vor allem an Grundschulen ab Herbst auf mehr Unterrichtsausfall einstellen müssen. „Wir wissen, dass wir alleine für die Grundschulen bis 2030 zusätzlich 8.000 Lehrkräfte brauchen und überall Sonderpädagog/innen fehlen. Warum erhöht die Landesregierung nicht endlich die Studienplätze für Grundschul- und Sonderpädagogik? Wer die Note 2 im Abitur hat, wird es auch in diesem Jahr schwierig haben, einen Studienplatz zu bekommen. Junge Leute meiden die pädagogischen Berufe. Die Grünen und die CDU tun derzeit leider alles dafür, dass dies so bleibt“, sagte Moritz. 

Es fehlen Lehrkräfte und eine Vertretungsreserve

Auf der symbolischen „Baustelle Bildung“ heute in Stuttgart waren gut 50 Beispiele für Baustellen in Bildungseinrichtungen zu finden. Dazu gehörten die fehlenden Lehrkräfte, die fehlende Vertretungsreserve insbesondere für die vielen Pädagoginnen in Mutterschutz und Elternzeit und die Situation der befristeten Lehrer/innen, die auch in diesem Jahr wieder zu Beginn der Sommerferien von der Landesregierung entlassen werden. In den Kitas steigen die Gruppenzahlen, es fehlen Fachkräfte und die Zeit für Fortbildungen und Leitungszeit. In den Hochschulen bekommen die meisten Wissenschaftler/innen nur befristete Verträge und Studierende im Zweitstudium und ausländische Studierende müssen ausgerechnet im reichen Baden-Württemberg ab Herbst wieder Gebühren zahlen.

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Baden-Württemberg Artikel Bildung weiter denken
news-11821 Tue, 27 Jun 2017 14:01:05 +0200 Ist eine Nachzahlung der abgesenkten Eingangsbesoldung möglich? https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/ist-eine-nachzahlung-der-abgesenkten-eingangsbesoldung-moeglich/ Ab dem 1. Januar 2018 wird die Absenkung der Eingangsbesoldung vollständig zurückgenommen. Momentan wird vor Gericht geklärt, ob das Land den gekürzten Besoldungsanteil rückwirkend nachzahlen muss. Die GEW empfiehlt allen einen Antrag zu stellen. Baden-Württemberg Artikel Junge Recht news-11810 Mon, 26 Jun 2017 16:11:51 +0200 Wie es nach den Vorbereitungsklassen weitergeht https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/wie-es-nach-den-vorbereitungsklassen-weitergeht/ Für viele Schüler/innen, die ab Sommer 2015 nach Deutschland geflüchtet sind, steht der Übergang von den Vorbereitungsklassen in den Regelunterricht bevor. Damit dies gut gelingt, braucht es Konzepte, sprachsensiblen Fachunterricht und eine gute Ausstattung. Lehrkräfte berichten, dass manche Schüler/innen nach spätestens einem Jahr in der Vorbereitungsklasse unbedenklich in die Regelklasse wechseln können, manche aber unbedingt länger brauchen. Das hängt von vielen Faktoren ab: der Schulbesuch im Herkunftsland, die Dauer der Flucht und die dort erlebten Gefahren, eine sichere Aufenthaltsperspekive, die Lernmöglichkeiten in den Unterkünften, die Lernunterstützung durch die Schule oder durch Ehrenamtlichen und anderes mehr. Entscheidend für den zügigen Spracherwerb ist aber ein häufiger Kontakt mit Menschen, die diese Sprache sprechen. Unter diesem Aspekt ist die Exklusion in Vorbereitungsklassen zu problematisieren, weil die Kinder und Jugendlichen im Unterricht nur mit Mitschüler/innen zusammenkommen, die wie sie selbst, nicht gut Deutsch sprechen.

Eine Expertise über Willkommensklassen an Berliner Grundschulen vom Dezember 2016 „Mit Segregation zur Inklusion?“ zeigt deutlich die Probleme auf. Ein inklusives Konzept muss allerdings mit sehr guten Ressourcen ausgestattet sein, damit die Kinder und Jugendlichen dort nicht scheitern. Weil die meisten geflüchteten Kinder und Jugendlichen in Baden-Württemberg aber zunächst in exklusiven Klassen Deutsch lernen, ist es umso wichtiger, dass die Schüler/innen der Vorbereitungsklasse ein Schuljahr lang nicht nur in Musik und Sport am Unterricht der Regelklasse teilnehmen, sondern dass sie kontinuierlich integriert werden und so früh wie möglich in die Regelklasse wechseln. Um den unterjährigen Umstieg in die Regelklasse zu ermöglichen, muss für jedes Kind gleichzeitig ein Platz in einer Regelklasse vorgehalten werden. Auch gemeinsame Aktivitäten wie Ausflüge, Sportfeste, Spielabende mit Patenklassen oder die Vermittlung von Patenschüler/innen können die Teilhabe der Schüler/innen am Schulleben erleichtern und zugleich Gelegenheiten schaffen, deutsch zu sprechen.

Sprachförderung auch in den Regelklassen erfoderlich

Kinder – vor allem im Grundschulalter – lernen in den Vorbereitungsklassen sehr schnell so ausreichend Deutsch, dass sie sich im Alltag gut verständigen können. Aber reicht das auch für den erfolgreichen Besuch der Regelklasse und einen qualifizierenden Bildungsabschluss? Und was müsste getan werden, damit die Schüler/innen und die Lehrkräfte diese Aufgabe stemmen können? Sicher ist, dass alle Schüler/innen auch in der Regelklasse weiterhin mehrere Wochenstunden zusätzliche Sprachförderung in Deutsch und den Fachsprachen brauchen, soweit möglich durch Lehrkräfte mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ).

In der VwV Sprachförderung (GEW Jahrbuch 2017, S. 759 ff.) heißt es: „Ein integratives Förderkonzept … nutzt die schulischen Gestaltungsmöglichkeiten … Den Schulen zusätzlich zur Verfügung stehende Lehrerwochenstunden sollen auch für Sprachförderung genutzt werden … Über flexible Organisationsmodelle kann der Freiraum vor Ort gestaltet werden … An den Grund- Haupt- und Werkrealschulen ohne Vorbereitungsklasse kann … ein zeitlich befristeter Sprachförderunterricht (Vorbereitungskurs) eingerichtet werden. … An den Realschulen und Gymnasien können im Rahmen des Ergänzungsbereichs zeitlich befristete Angebote zur Sprachförderung eingerichtet werden.“
Im Klartext: Es gibt für Sprachförderung keine Direktzuweisungen, der Organisationserlass sieht für keine Schulart Stunden für Sprachförderkurse vor. Sofern eine Schule noch Lehrerstunden im Ergänzungsbereich zur Verfügung hat, konkurriert die Sprachförderung um Angebote wie Schulchor, Orchester, Theater oder Sportangebote. Das sind keine guten Voraussetzungen, um in der Schulgemeinde eine Willkommenskultur zu pflegen.

Eine bedarfsgerechte Sprachförderung für die Kinder, die in den Regelunterricht integriert werden müssen, kann nicht so nebenbei geleistet werden. Dies ist umso dringender, als in den Regelklassen Unterrichtsinhalte durch Bildungsplan und Curriculum festgelegt sind, und das Lerntempo der Klasse – auch wegen der Vergleichsarbeiten und Abschlussprüfungen – nicht beliebig variabel ist. Da über 50 Prozent der Vorbereitungsklassen an Werkrealschulen eingerichtet sind (siehe Grafik), ist absehbar, dass sich dort die Situation schnell zuspitzen kann. Im Sommer werden viele Schüler/innen aus den Vorbereitungsklassen der Grundschulen auf weiterführende Schulen wechseln. Sie müssen auf alle vier weiterführende Schularten verteilt werden, wenn Werkrealschulen nicht zu exkludierenden Schulen für Geflüchtete und EU-Zuwander/innen werden sollen. Für die Realschulen und Gymnasien, zwei Schularten, die nicht wie Werkrealschulen auf jahrelange Erfahrung mit Vorbereitungsklassen und schulische Integration von Schüler/innen mit nicht-deutscher Herkunft zurückgreifen können, heißt das, dass sie gute Begleitung und unterstützende Expertise brauchen.

Im beruflichen Bereich wurden ab diesem Schuljahr Ressourcen für 580 Sprachförderkurse für Berufsschulklassen bereitgestellt. Die Mindestschülerzahl ist 4, die maximale Schülerzahl pro Förderkurs ist 16. Ein Förderkurs umfasst 4 Schülerwochenstunden und 4,5 Lehrerwochenstunden, da die Sprachförderung auch eine Lernberatung und Bildungs-und Berufsplanung umfassen soll. Entsprechende Ressourcen brauchen die allgemeinbildenden Schulen auch!
Weiterhin verdient der sprachsensible Unterricht Aufmerksamkeit. In der Handreichung des Landesinstituts für Schulentwicklung „Viele Sprachen – Eine Schule“ (IB-2, Seite 21) wird Fortbildungsbedarf im sprachsensiblen Unterrichten für Lehrkräfte aller Schularten und Fächer festgestellt: „Zunehmend gelingt … (die) Beherrschung von Bildungssprache auch bei einsprachig deutschen Kindern und Jugendlichen nicht ohne gezielte Unterstützung. Die Einsprachigkeit gaukelt eine Homogenität der Schülerschaft und ein höheres Niveau der Sprachbeherrschung vor, die es so in unserer Schulwirklichkeit kaum gibt. … Man sieht sich Lerngruppen gegenüber, die sprachlichen Nachholbedarf auf einem Niveau benötigen, auf das die meisten Lehrkräfte an den weiterführenden Schulen nicht vorbereitet sind. Ein erster nützlicher Schritt ist es, nicht davon auszugehen, dass Fünftklässler die deutsche Sprache auf einem bestimmten erwarteten Niveau beherrschen, egal ob sie ein- oder mehrsprachig sind.“

Hierfür müssen ausreichende Fortbildungsangebote für Lehrkräfte aller Fächer und Schularten angeboten werden und Lehrkräfte müssen auf Beratungsangebote durch DaZ-Fortbildner/innen zurückgreifen können, Schulbücher, Unterrichtsmaterial und Prüfungsaufgaben müssen sprachsensibel gestaltet sein.

Schließlich noch ein Hinweis auf schon existierende Möglichkeiten des Nachteilsausgleichs: Bei Leistungsnachweisen können Wörterbücher zugelassen werden und längere Arbeitszeiten vorgesehen werden. Die Deutschnote kann bei der ersten Versetzungsentscheidung ausgesetzt werden und in Halbjahresinformationen und Zeugnissen sind pädagogische Bewertungen und verbale Beurteilungen möglich.  

Anrechnungsstunden für Lehrkräfte

Eine Vorbereitungsklasse kann ab 10 Schüler/innen gebildet werden. Für jede Vorbereitungsklasse erhält die Schule derzeit eine Anrechnungsstunde. Überträgt man diese Ressourcen auf die Regelklassen, so müsste jede Lehrkraft für je 5 Schüler/innen aus einer ehemaligen Vorbereitungsklasse oder mit nicht-deutscher Herkunftssprache und Sprachförderbedarf eine halbe Anrechnungsstunden als Entlastung für die pädagogischen Aufgaben erhalten, selbstredend zusätzlich zu den in der VwV Anrechnung festgelegten Anrechnungsstunden für Schulleitungen in Schulen mit Schüler/innen ohne deutsche Staatsangehörigkeit.

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Baden-Württemberg Artikel Schule Migration
news-11797 Fri, 23 Jun 2017 14:48:33 +0200 „Lesbisch, schwul, trans, hetero – Lebensweisen als Thema für die Schule“ https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/lesbisch-schwul-trans-hetero-lebensweisen-als-thema-fuer-die-schule/ Die 60-seitige Broschüre der GEW Baden-Württemberg zur Umsetzung der Leitperspektive ‚Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt‘ in den aktuellen Bildungsplänen ist in einer völlig überarbeiteten Version neu erschienen. Baden-Württemberg Artikel Schule Schulsozialarbeit Bildung & Geschlecht Bildungsqualität Gleichstellung sexuelle Vielfalt news-11751 Tue, 20 Jun 2017 15:41:14 +0200 Schluss mit Stellenstreichungen und Sparmaßnahmen! https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/schluss-mit-stellenstreichungen-und-sparmassnahmen/ 210 Stellen sollen 2017 an den Beruflichen Schulen gekürzt werden. Weitere 700 Stellen sollen laut Stellen- abbauplan in den kommenden drei Jahren über alle Schularten hinweg gestrichen werden. Darüber hinaus sind ca. 1.000 Stellen, davon 570 Stellen an Beruflichen Schulen, für die Beschulung Geflüchteter nur bis Sommer 2018 finanziert - diese will das Finanzministerium ebenfalls abbauen. Die Beruflichen Schulen stehen ständig vor neuen Herausforderungen
Für die Integration von Geflüchteten mussten in den vergangenen drei Jahren mehr als 500 VABO-Klassen aus dem Boden gestampft werden, Lehrkräfte mussten sich einarbeiten und fortbilden. Nach der Umwandlung des VABO in einen Sprachkurs ist es notwendig, dass die Schüler/innen zur Erfüllung ihrer Schulpflicht ein weiteres Jahr eine Vollzeitschulart besuchen. Dafür sind v.a. im Regel-VAB zusätzliche Klassen und Stellen notwendig.

AV-Dual wurde als Schulart eingeführt mit dem Ziel, mit einem leistungsdifferenzierten und individualisierten Ganztagesunterricht gerade schwächere Schüler/innen besser fördern zu können. Schulen erhalten zwar die Möglichkeit, AV-Dual einzuführen - die RP können aber derzeit nicht zusichern, dass sie auch die notwendigen zusätzlichen Stellen erhalten. Und auch die Ausweitung des Unterrichtes in der Berufsschule wird ohne zusätzliche Stellen kaum zu realisieren sein.

Die Attraktivität der dualen Ausbildung muss weiter gesteigert werden. In der Berufsschule ist deshalb dringend ein vollständiger zweiter Berufsschultag notwendig. Wer also eine qualitativ hochwertige berufliche Bildung will, wer die pädagogische Weiterentwicklung der Beruflichen Schulen will, wer die Beruflichen Schulen fit für die Zukunftsaufgaben machen will, muss endlich damit aufhören, die Lehrkräfte und die Bildung v.a. als Sparpotential zu betrachten.

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Baden-Württemberg Artikel Berufliche Bildung