GEW Baden-Württemberg - Website https://www.gew-bw.de GEW Baden-Württemberg - Website de-DE GEW Baden-Württemberg - Website Sat, 21 Apr 2018 18:18:10 +0200 Sat, 21 Apr 2018 18:18:10 +0200 TYPO3 EXT:news news-13939 Tue, 17 Apr 2018 10:24:46 +0200 In nur 3 Schritten die GEW-Forderung „100% Reisekosten im REF“ unterstützen https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/in-nur-3-schritten-die-gew-forderung-100-reisekosten-im-ref-unterstuetzen/ Im neuen Landesreisekostengesetz ist immer noch die Begrenzung der Reisekostenerstattung für Referendarinnen und Referendare auf 50 Prozent vorgesehen. Die GEW fordert die Erstattung der vollen Reisekosten im Referendariat. Mach mit! Im Entwurf zur Novellierung des Landesreisekostengesetzes ist immer noch die Begrenzung der Reisekostenerstattung für Referendar/innen auf 50 Prozent grundsätzlich vorgesehen. Die Ministerien (Kultusministerium, Sozialministerium, Wissenschaftsministerium ...) sollen jedoch in begründeten Fällen auch die vollen Reisekosten zahlen können. Das wäre immerhin ein Anfang.

Leider droht die geplante Reform nun aber am Widerstand von CDU und Grünen und dem Kultusministerium zu scheitern.

Die GEW fordert die Erstattung der vollen Reisekosten für die Referendar/innen. Sie bekommen nur ein Ausbildungsgehalt, müssen aber auf der Straße, in Bus und Bahn den vollen Preis zahlen.

100% Reisekosten im REF – damit am Ende vom Monat noch Geld für Kino und Kneipe übrig ist

Mach mit:

  1. Unterschriftenliste (PDF) ausdrucken!
  2. Am Seminar Kolleg/innen informieren und unterschreiben lassen!
  3. Bis zum 15. Juni 2018 an die GEW zurückschicken!
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Studium Schule LehrerInnenbildung Artikel Referendariat Junge Baden-Württemberg
news-13913 Fri, 13 Apr 2018 11:21:02 +0200 23.000 Streikende fordern mehr Geld https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/23000-streikende-fordern-mehr-geld/ In Baden-Württemberg haben in den vergangenen Tagen insgesamt etwa 23.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes für sechs Prozent mehr Gehalt gestreikt – darunter viele Erzieherinnen und Erzieher sowie Sozialarbeiterinnen und -arbeiter. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zieht eine positive Bilanz der Warnstreiks in dieser Woche in Baden-Württemberg. 23.000 Beschäftigte aus allen Bereichen des öffentlichen Dienstes, darunter auch zahlreiche Erzieher/innen und Sozialarbeiter/innen, beteiligen sich an Warnstreiks in vielen Städten und Gemeinden.

„Jetzt sind die Arbeitgeber am Zug. Ohne eine satte Lohnsteigerung wird es in der nächsten Woche in Potsdam keine Einigung geben“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der GEW Baden-Württemberg, in Stuttgart.

Zum Auftakt der Streiktage haben sich am Dienstag in vielen Städten und Gemeinden in Mittel- und Südbaden mehr als 4.000 Beschäftigte an den Warnstreiks beteiligt. Unter den Streikenden waren wie schon bei den ersten Warnstreiks vor den Osterferien viele Erzieher/innen und Sozialarbeiter/innen.

„Die Beschäftigten stehen hinter der gewerkschaftlichen Forderung, das ist eindeutig. Die Arbeitgeber sollten die Signale richtig deuten“, so Moritz am Dienstag, den 10. April 2018, in Karlsruhe.

Die Streiks wurden in den nächsten beiden Tagen fortgesetzt.

Arbeitgeber provozieren Streiks

Am zweiten Tag in der dritten Warnstreikwelle im Land haben insgesamt über 7.000 Beschäftigte ihre Arbeit niedergelegt. Am Mittwoch, den 11. April 2018, wurde in Heidelberg und Mannheim, in den Landkreisen Reutlingen und Tübingen sowie in Heilbronn und anderen Städten in Nordwürttemberg gestreikt. Kundgebungen fanden in Mannheim, Heilbronn und Reutlingen statt.

Zur Kundgebung in Mannheim kam der ver.di Vorsitzende Frank Bsirske und sagte vor 3.000 Streikenden am Mannheimer Paradeplatz: „Wir sind grundsätzlich bereit zusammen mit den Arbeitgebern den öffentlichen Dienst auch in den oberen Einkommensgruppen attraktiver zu machen. Aber nur, wenn es in den unteren und mittleren Gruppen einen deutlichen Sprung nach oben gibt. Das wird nur mit einem Mindestbetrag gelingen. Bisher zweimal kein Angebot, zweimal die Null, so kommen wir in Potsdam nicht zusammen.“

An der dritten größeren Kundgebung in Reutlingen nahmen auch rund 2.000 Streikende teil.

Gute Bezahlung ist bestes Mittel gegen Fachkräftemangel

Am Donnerstag, den 12. April 2018, machte Stuttgart mit den umliegenden Landkreisen Ludwigsburg, Rems-Murr und Böblingen mit einer zentralen Kundgebung auf dem Stuttgarter Schlossplatz den Abschluss. Ebenfalls gestreikt wurde an diesem Tag unter anderem in Ulm, Aalen und den Landkreisen Esslingen und Göppingen.

Zum Finale der Warnstreikwoche im öffentlichen Dienst haben im Land 12.000 Beschäftigte ganztägig die Arbeit niedergelegt. Allein zur Kundgebung nach Stuttgart kamen 6.500 Streikende. Die Erwartungen der Bildungsgewerkschaft wurden dabei deutlich übertroffen. Die Streikbeteiligung liegt weit über den Vorjahren.

„Seit dem Jahr 2000 sind die Tariflöhne in Deutschland um 44,8 Prozent gestiegen, im öffentlichen Dienst nur um 40,6 Prozent. Warum wundern sich die Kommunen über der Fachkräftemangel? Ich kann das Gejammer mancher Bürgermeister nicht ernst nehmen, wenn sie sich nicht am Verhandlungstisch für ein deutliches Gehaltsplus einsetzen“, sagte Moritz.

Die GEW fordert gemeinsam mit ver.di und den anderen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes sechs Prozent, mindestens jedoch 200 Euro mehr Gehalt für die Beschäftigten der Kommunen und des Bundes. In der zweiten Verhandlungsrunde hatten die Arbeitgeber anders als in den vorrangegangen Tarifrunden kein Angebot vorgelegt. Die Verhandlungen werden am 15. und 16. April in Potsdam fortgesetzt.

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Schulsozialarbeit Kita Tarif TVöD Artikel Baden-Württemberg
news-13883 Tue, 10 Apr 2018 17:24:41 +0200 Beschäftigte machen klare Ansage: Gehälter müssen steigen! https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/beschaeftigte-machen-klare-ansage-gehaelter-muessen-steigen/ Mehr als 4.000 Beschäftige haben sich an den Warnstreiks in Mittel- und Südbaden beteiligt – darunter zahlreiche Erzieher/innen und Sozialarbeiter/innen. Die Streikenden machten deutlich: Ohne Lohnsteigerung wird es keine Einigung geben. Nach der Osterpause wurden heute die Warnstreiks fortgesetzt. Zum Auftakt der Streiktage haben sich in vielen Städten und Gemeinden in Mittel- und Südbaden mehr als 4.000 Beschäftigte an den Warnstreiks beteiligt. Unter den Streikenden waren wie schon bei den ersten Warnstreiks vor den Osterferien viele Erzieher/innen und Sozialarbeiter/innen.

„Heute ist ein guter Tag. Die Beschäftigten stehen hinter der gewerkschaftlichen Forderung, das ist eindeutig. Die Arbeitgeber sollten die Signale richtig deuten. Ohne eine satte Lohnsteigerung, wird es in der nächsten Woche keine Einigung geben“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Karlsruhe.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) lehnt die Mindestforderung nach 200 Euro ab. Die Begründung: Der Abstand zu den oberen Gruppen dürfe nicht noch kleiner werden. „Die oberen Entgeltgruppen werden nicht dadurch attraktiver, dass man von den unteren nicht mehr leben kann“, so Hanna Binder, stellvertretende ver.di Landesbezirksleiterin, auf der Streikversammlung in Karlsruhe.

Dritte Verhandlungsrunde startet am Sonntag

Die Streiks werden in den nächsten beiden Tagen fortgesetzt. Am Mittwoch (11. April) wird in Heidelberg und Mannheim, in den Landkreisen Reutlingen und Tübingen sowie in Heilbronn und anderen Städten in Nordwürttemberg gestreikt. Kundgebungen wird es in Mannheim, Heilbronn und Reutlingen geben. Am Donnerstag (12. April) macht Stuttgart mit den umliegenden Landkreisen Ludwigsburg, Rems-Murr und Böblingen mit einer zentralen Kundgebung auf dem Stuttgarter Schlossplatz den Abschluss. Ebenfalls gestreikt wird an diesem Tag unter anderem in Ulm, Aalen und den Landkreisen Esslingen und Göppingen.

Die GEW fordert gemeinsam mit ver.di und den anderen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes sechs Prozent, mindestens jedoch 200 Euro mehr Gehalt für die Beschäftigten der Kommunen und des Bundes. In der zweiten Verhandlungsrunde hatten die Arbeitgeber anders als in den vorrangegangen Tarifrunden kein Angebot vorgelegt. Die Verhandlungen werden am 15. und 16. April in Potsdam fortgesetzt.

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Schulsozialarbeit Kita Tarif TVöD Artikel Baden-Württemberg
news-13874 Mon, 09 Apr 2018 13:15:25 +0200 Neuer Praxisleitfaden hilft gegen Diskriminierung an Schulen https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/neuer-praxisleitfaden-hilft-gegen-diskriminierung-an-schulen/ Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat einen Leitfaden zum Erkennen und Vermeiden von Diskriminierung an Schulen veröffentlicht. Er enthält neben Informationen zum Schutz und zur Unterstützung Betroffener auch Beispiele guter Praxis. Schulen werden vielfältiger und Klassenzimmer heterogener. Der Schutz vor Diskriminierung ist dabei ein zentrales Thema, denn Schulen sind Orte, an denen Kinder und Jugendliche lernen können, wie wichtig ein gleichberechtigter und fairer Umgang miteinander ist.

Schule kann aber zugleich auch der Ort sein, an dem Kinder und Jugendliche Diskriminierung erfahren – sei es durch Gleichaltrige, durch Lehrkräfte, durch Klischees in Schulbüchern, wegen fehlender Barrierefreiheit oder diskriminierender Schulordnungen und Routinen. Eine repräsentative Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes von 2016 ergab, dass fast jeder vierte Befragte in den letzten zwei Jahren Diskriminierung im Bildungsbereich erlebt hat.

Antidiskriminierung als Bildungsziel nachhaltig verankern

Der gerade erschienene Praxisleitfaden der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (PDF) zeigt auf, wo und wie in Schulen Diskriminierung stattfindet und welche Auswirkungen Diskriminierungserfahrungen auf Betroffene haben. Er informiert über die rechtlichen Rahmenbedingungen beim Diskriminierungsschutz für Schüler/innen, Eltern und Beschäftigte im Bereich Schule und wie Betroffene unterstützt werden können.

In einem ausführlichen Kapitel werden Anregungen für konkrete Maßnahmen zur Prävention und Intervention sowie zum Aufbau eines schulischen Antidiskriminierungskonzeptes gegeben und mit bestehenden Beispielen guter Praxis an Schulen hinterlegt. Ein umfangreicher Literatur- und Serviceteil rundet den Leitfaden ab. Er motiviert, sich aktiv für Chancengerechtigkeit und gegen Diskriminierung an Schulen einzusetzen und Antidiskriminierung als Bildungsziel nachhaltig zu verankern.

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Schule Artikel Baden-Württemberg
news-13873 Mon, 09 Apr 2018 13:07:06 +0200 LDV-Beschlüsse zur Realschule https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/ldv-beschluesse-zur-realschule/ In zwei Beschlüssen hat sich die Landesdelegiertenkonferenz der GEW 2016 zur Realschule positioniert: Zur Weiterentwicklung der Realschule und zu den Niveaustufen des Bildungsplans 2016. Artikel Realschule Baden-Württemberg news-13855 Thu, 05 Apr 2018 11:18:29 +0200 Beamtenpolitisches Spitzengespräch offenbart Handlungsbedarf https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/beamtenpolitisches-spitzengespraech-offenbart-handlungsbedarf/ Anfang März haben die Gewerkschaften mit der Landesregierung über anstehende beamtenpolitische Fragen gesprochen. Dabei ging es um Arbeitszeitverkürzung, Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst und das Landesreisekostengesetz. Am 9. März 2018 fand das turnusmäßige Treffen von Vertreterinnen und Vertretern des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und seiner Mitgliedsgewerkschaften des öffentlichen Dienstes mit Staatsminister Murawski und Vertretern aus Finanz- und Innenministerium statt, um sich über anstehende beamtenpolitische Fragen auszutauschen.

Arbeitszeitverkürzung muss ein Thema sein

Während der Weihnachtsfeiertage hatte Ministerpräsident Kretschmann mit seinen Äußerungen das Thema Wochenarbeitszeit von Beamtinnen und Beamten auf die politische Agenda gesetzt, um kurz darauf öffentlich zurück zu rudern. Der DGB war über diesen Zickzack-Kurs irritiert und wandte sich darum Anfang Februar mit einem Schreiben an die Landesregierung. Hier konnte im Gespräch Klarheit geschaffen werden.

Aktuell plant die Landesregierung keine Absenkung der Wochenarbeitszeit. Die Regierung ist sich der Bedeutung der Frage der Wochenarbeitszeit aber durchaus bewusst und will dieses Thema offen diskutieren. Wunsch der Landesregierung ist mehr Flexibilität bei der Gestaltung von Arbeitszeit, sowohl im Beamtenrecht, als auch bei Tarifverhandlungen.

Für den DGB ist jedoch eines klar: Flexibilität darf nicht einseitig zu Lasten der Beamtinnen und Beamten gehen. Wir brauchen eine Wochenarbeitszeit, die die Lebensrealität auch widerspiegelt und setzen uns daher auch weiterhin für eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit ein.

Um dem Thema gerecht zu werden, wurde mit dem Staatsministerium vereinbart, sich in zusätzlichen Arbeitsgesprächen intensiv zum Thema Arbeitszeit auszutauschen. Ziel ist es, zeitgemäße Lösungen für die Beamtinnen und Beamten zu finden.

Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst

Beim Thema Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes lassen sich erste Erfolge vermelden. Immer wieder wurde dieses Thema durch den DGB und die Gewerkschaften vorangetrieben. Nun plant die Landesregierung eine erste Veränderung des Landesbeamtengesetzes.

Beamtinnen und Beamte, die aufgrund von Angriffen im Dienst einen titulierten Schmerzensgeldanspruch haben, sollen bei der Beitreibung unterstützt werden. Konkret plant das Land in Fällen einzuspringen, in denen diese Forderungen nicht realisiert werden können, so dass Geschädigte nicht auf ihrem Schaden sitzen bleiben. Ein richtiger, aber überfälliger Schritt. Andere Bundesländer sind hier schon deutlich weiter.

Bis zu einem Urteil ist es jedoch ein weiter Weg. Der DGB fordert daher, dass Beamtinnen und Beamte vom Land Rechtsschutz bei Schädigungen im Rahmen von rechtmäßigen dienstlichen Handlungen erhalten, um beispielsweise ihren Schadenersatzanspruch gerichtlich geltend zu machen und durchzusetzen.

Das zuständige Innenministerium will prüfen, in wie weit auch dies umsetzbar ist. Zusätzlich bekräftigte der DGB gegenüber der Landesregierung nochmals deutlich, dass neben Schulungen und guter Sicherheitsausrüstung letztendlich der beste Schutz eine ausreichende und aufgabengerechte Personalausstattung ist. Wir bleiben da dran.

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Beamte Artikel Baden-Württemberg
news-13845 Tue, 03 Apr 2018 15:27:19 +0200 Großer Andrang bei Infoveranstaltung für Fachlehrkräfte https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/grosser-andrang-bei-infoveranstaltung-fuer-fachlehrkraefte/ Bei einer der größten Veranstaltungen für Fachlehrkräfte und Technische Lehrkräfte hat die GEW Freiburg den Teilnehmer/innen viele wichtige Informationen und das Neueste aus Politik und Gewerkschaft geboten. Eine der größten GEW-Veranstaltungen für Fachlehrkräfte und Technische Lehrkräfte (FL/TL) durfte die GEW Kreis Freiburg verzeichnen. Stolze 40 Teilnehmer/innen fanden am 13. März 2018 den Weg in die Eduard-Spranger-Schule (Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum) in Emmendingen-Wasser.

Die Vorsitzende der Landespersonengruppe FL/TL Angelika Kistner bot in ihrem unterhaltsamen und engagierten Vortrag viele wichtige Informationen und das Neueste aus Politik und GEW. Insbesondere das Aufstiegsverfahren gab viel Anlass zu Diskussionen und Klarstellungen.

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Artikel Fachlehrer Baden-Württemberg
news-13840 Tue, 03 Apr 2018 14:51:45 +0200 Fachlehrkräfte und Technische Lehrkräfte benötigen Perspektiven https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/fachlehrkraefte-und-technische-lehrkraefte-benoetigen-perspektiven/ Bei einem Gespräch mit Kultusministerin Susanne Eisenmann haben die Fachlehrkräfte und Technischen Lehrkräfte ihre aktuelle Situation und ihre Forderungen an die Landesregierung thematisiert. Auf eine Einladung von dem Landtagsabgeordneten Karl Zimmermann (Wahlkreis Kirchheim) hatte die Kreispersonengruppe der Fachlehrkräfte und Technischen Lehrkräfte (FL/TL) Esslingen/Nürtingen/Kirchheim am 7. März 2018 einen gemeinsamen Termin mit Kultusministerin Susanne Eisenmann im Landtag in Stuttgart.

Die Ministerin brachte es am Anfang des Gespräches gleich auf den Punkt: Die Schullandschaft habe sich geändert, aber die Rahmenbedingungen nicht. Hier muss noch nachjustiert werden und die Berufsgruppe der FL/TL benötigt Perspektiven, die laufbahnrechtlich angepasst werden müssen. Die Landesregierung hat vor, für den gesamten Bildungsbereich hier ein Gesamtkonzept aufzustellen, welches schrittweise umgesetzt werden soll. Die Kultusministerin betonte, dass diese Aufgabe mit Blick auf den nächsten Doppelhaushalt anstehe.

Land spart 20 Millionen Euro mit ausbleibenden Beförderungen

Die Teilnehmenden haben in vorbereiteten Blöcken zu den Themen Beförderungsstau, Funktionsstellen, Deputat der Schulart, Erhöhung der Eingangsbesoldung A10/E9 groß und zwei Beförderungsämter A11/E10 und A12/E11, Aufstiegslehrgang und Weiterqualifizierung mit vielen Beispielen aus der Praxis die Forderungen vorgetragen. Begleitet und unterstützt wurden sie von Angelika Kistner, der Vorsitzenden der Landespersonengruppe FL/TL und Mitglied im Hauptpersonalrat Grund-, Haupt-, Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschulen sowie für Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungsstellen (GHWRGS) am Kultusministerium. Kultusministerin Eisenmann und Karl Zimmermann zeigten sich hier sehr offen und teilweise auch betroffen, welche Aufgaben diese Lehrkräfte im Schulalltag zusätzlich zum Unterricht bewältigen.

Manfred Kailuweit überreichte der Ministerin einen Scheck in Höhe von 20 Millionen Euro. Diese Summe hat die jetzige Landesregierung durch die Wartezeit in der Beförderung der Fachlehrkräfte und Technischen Lehrkräften in den letzten zwei Jahren eingespart.

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Artikel Fachlehrer Baden-Württemberg
news-13825 Tue, 27 Mar 2018 13:24:27 +0200 Macht studentische Wohnraumpolitik! https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/macht-studentische-wohnraumpolitik-1/ Aufruf des Bündnisses Studis gegen Wohnungsnot (Campusgrün, Juso-Hochschulgruppen, SDS.dieLinke, Bundesverband ausländischer Studierender, ver.di BAG Studierende, GEW-Bundesausschuss der Studentinnen und Studenten, bunte.liste Regensburg) Wohnraum wird zunehmend nach seiner ökonomischen Verwertbarkeit ausgerichtet und nicht an den Bedürfnissen von Menschen orientiert. Daraus resultieren vor allem soziale Ausschlüsse. Gemeinsam wollen wir Wohnraum auf die politische Tagesordnung packen!

Wir wollen aktiv für eine massive und nachhaltige Verbesserung der Wohnraumsitiation werben und uns gegen die aktuellen Verhältnisse stellen. Daher starten wir gemeinsam eine Kampagne! Zusammen mit Campusgrün, den Juso Hochschulgruppen, SDS.dieLinke, dem Bundesverband ausländischer Studierender (BAS), ver.di BAG Studierende, dem Bundesausschuss der Studentinnen und Studenten (BASS) der GEW, der bunten.liste Regensburg und zusammen mit euch werden wir die nächsten vier Monate nutzen, um das Thema Wohnungsnot wieder ins allgemeine Bewusstsein zu rufen und auf die politische Agenda zu setzen.

Werdet aktiv!

Eine Kampagne lebt nur durch Aktive in Studierendenvertretungen und anderen lokalen Gruppen, die mit Veranstaltungen, Infoständen, Demos etc. auf die Wohnraumproblematik aufmerksam machen. Daher müssen wir zusammen auf den verschiedenen Ebenen für bessere Wohnungspolitik streiten. Macht mit bei der Kampagne, startet Aktionen vor Ort und sagt es weiter. Unter #wohnungsnot wollen wir jeden Donnerstag über die Aktionen in den lokalen Gruppen, Pressemitteilungen und über vieles mehr auf Social-Media-Plattformen zur Sichtbarkeit der Wohnraumproblematik beitragen und Lösungsansätze aufzeigen. Damit auch alle mitmachen können, haben wir für jeden Themenmonat Aktionspakete mit Informationen zu den Themen sowie Aktionsideen und Material vorbereitet, die ihr einfach umsetzen könnt. Bestellt ein Päckchen, schnappt euch ein paar Aktive und legt los!

Damit die Kampagne möglichst schlagfertig ist, haben wir Schwerpunktthemen für die einzelnen Monate gefunden:

1. Schafft Bewusstsein.
Im ersten Themenmonat wird Bewusstsein bei möglichst vielen Student*innen geschaffen. Dabei werden die zu geringe Wohnpauschale des BAföG thematisiert und die Problematik von privaten und öffentlichen Wohnheimen betont. Außerdem wird aufgezeigt, dass Wohnungsnot kein einzelnes Phänomen ist, sondern die allermeisten Städte betrifft.

2. Organisiert euch!
Im zweiten Themenmonat werden entstandenes Bewusstseins genutzt und ein "Call for organizing" gestartet. Außerdem stellen wir verschiedene Wohnformen und Projekte vor. Damit wird Wohnen als aktive Praxis des öffentlichen Lebens wahrgenommen und die Probleme werden als politische verstanden.

3. Thematisiert Rassismus auf dem Wohnungsmarkt.
Im dritten Themenmonat sensibilisieren wir für die Situation von internationalen Studierenden, thematisieren strukturellen Rassismus in Wohnheimen und auf dem freien Wohnungsmarkt und stellen Geflüchtetenprojekte vor. Dabei arbeiten wir solidarisch mit allen von Rassismus Betroffenen zusammen und unterstützen diese in ihrem Aktivismus.

4. Beschäftigt euch mit systematischen Problemen.
Im vierten Themenmonat diskutieren wir die Themen Gentrifizierung und soziale Segregation.Zu diesen Problematiken stellen wir die Möglichkeiten der theoretischen Auseinandersetzung bereit und thematisieren neben Stadtforschung auch Verquickung von Gentrifizierung und Überwachung. Wichtig ist zu zeigen, dass es nicht darum geht, benachteiligte Gruppen auf dem Wohnungsmarkt gegeneinander auszuspielen, sondern gemeinsam für bezahlbaren Wohnraum für alle zu kämpfen.

Zur Umsetzung der Aktionen vor Ort stehen für jeden Themenmonat Aktionspakete mit Informationen zu den Themen sowie Aktionsideen und Material zur Verfügung. Die Aktionsideen sind dabei natürlich nicht bindend für die lokalen Partner/innen, erlauben es aber auch Gruppen mit weniger Kapazitäten, an der Kampagne zu partizipieren. Wenn ihr mitmachen wollt, könnt ihr die Plakate, Flyer und Anleitungen zu interaktiven Infoständen hier bestellen.

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Studium Artikel Baden-Württemberg
news-13818 Fri, 23 Mar 2018 14:22:14 +0100 Arbeitgeber sollten Ostern zur Besinnung nutzen https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/arbeitgeber-sollten-ostern-zur-besinnung-nutzen/ Die Warnstreiks im Südwesten haben gezeigt, dass die Arbeitgeber mit ihrer Blockadehaltung am Verhandlungstisch nicht durchkommen. Zahlreiche pädagogische Fachkräfte protestierten für sechs Prozent mehr Gehalt. Die GEW in Baden-Württemberg zeigt sich mehr als zufrieden mit der Streikwoche im Südwesten. „Unsere Mitglieder haben sich von Regen, Schnee und Kälte in dieser Woche nicht vom Streiken abhalten lassen. Sie haben zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen von ver.di klar gemacht, dass die Arbeitgeber ihre Blockadehaltung am Verhandlungstisch aufgeben sollten. Ich kann den Arbeitgebern nur empfehlen, sich über Ostern zu besinnen und endlich ein Angebot vorzulegen. Die Streiks heute sind ein prima Wochenabschluss“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg.

Den Auftakt der Streikwoche setzten die Beschäftigten des öffentlichen Diensts in Stuttgart und Rastatt. Am Montag, den 19. März 2018, haben sie sich nicht von den frostigen Temperaturen vom Streik abhalten lassen. Auf der Kundgebung in Rastatt verdeutlichte GEW-Mann Alfred Uhing, dass der Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst selbstverschuldet sei. „Wer Beschäftigte halten und für die Zukunft gewinnen möchte, der muss höhere Löhne zahlen – das ist eine einfache wie wahre Rechnung“, sagte er.

Betroffen waren neben Kitas der Nahverkehr, Kliniken, Abfallwirtschaft, Stadtverwaltungen und Bauhöfe und Arbeitsagenturen. Am Dienstag, den 20. März 2018, haben insgesamt rund 1.000 Streikende in Ulm, Reutlingen und Tübingen, Stuttgart, Pforzheim, Waiblingen sowie in Emmendingen die Arbeit niedergelegt.

Im Laufe der Woche gingen die Tarifbeschäftigten im ganzen Land auf die Straßen.

Heute wurde unter anderem in Kitas in Stuttgart, im Ostalbkreis und in Schwäbisch Gmünd gestreikt. In Karlsruhe wurde die ganze Stadt bestreikt. Dort haben sich viele Kolleginnen und Kollegen aus Kindertagesstätten und anderen Jugendhilfeeinrichtungen beteiligt, viele Kitas blieben geschlossen.

Warnstreiks mahnen Arbeitgeber zur Besinnung

„Wir empfinden es als ziemliche Provokation, wenn ausgerechnet die Vertreter der reichsten Kommunen am lautesten jammern Damit bringt der Kommunale Arbeitgeberverband auch die gegen sich auf und in den Streik, die bisher noch an eine gute Lösung am Verhandlungstisch geglaubt haben. Wir raten ihnen im eigenen Interesse, kein weiteres Öl ins Feuer zu gießen, sondern sich im Arbeitgeberlager für eine kräftige Lohnerhöhung mit sozialer Komponente einzusetzen“, so ver.di Landesbezirksleiter Martin Gross.

Die GEW fordert gemeinsam mit ver.di und den anderen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes sechs Prozent, mindestens jedoch 200 Euro mehr Gehalt für die Beschäftigten der Kommunen und des Bundes. In der zweiten Verhandlungsrunde hatten die Arbeitgeber anders als in den vorrangegangen Tarifrunden kein Angebot vorgelegt.

Die Verhandlungen werden am 15. und 16. April in Potsdam fortgesetzt.

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Schulsozialarbeit Kita Tarif TVöD Artikel Baden-Württemberg
news-13795 Tue, 20 Mar 2018 16:32:33 +0100 Warnstreiks im öffentlichen Dienst gehen weiter https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/warnstreiks-im-oeffentlichen-dienst-gehen-weiter/ In Reutlingen und Tübingen wurden Kindertagesstätten bestreikt. In Stuttgart öffneten in mehreren Stadteilen die Kitas erst um 10 Uhr. Bis zu den Osterferien gehen die Warnstreiks weiter. Die Warnstreiks des öffentlichen Diensts wurden heute in Baden-Württemberg fortgesetzt. Betroffen waren neben Kitas der Nahverkehr, Kliniken, Abfallwirtschaft, Stadtverwaltungen und Bauhöfe und Arbeitsagenturen. Insgesamt haben rund 1.000 Streikende in Ulm, Reutlingen und Tübingen, Stuttgart, Pforzheim, Waiblingen sowie in Emmendingen die Arbeit niedergelegt.

„Wir empfinden es als ziemliche Provokation, wenn ausgerechnet die Vertreter der reichsten Kommunen am lautesten jammern Damit bringt der Kommunale Arbeitgeberverband auch die gegen sich auf und in den Streik, die bisher noch an eine gute Lösung am Verhandlungstisch geglaubt haben. Wir raten ihnen im eigenen Interesse, kein weiteres Öl ins Feuer zu gießen, sondern sich im Arbeitgeberlager für eine kräftige Lohnerhöhung mit sozialer Komponente einzusetzen“, so ver.di Landesbezirksleiter Martin Gross.

Die Warnstreiks gehen bis zu den Osterferien weiter.

GEW und ver.di fordern für die Beschäftigten sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll zwölf Monate betragen. Der Bund wird aufgefordert, das Verhandlungsergebnis zeit- und wirkungsgleich auf die 344.000 Beamtinnen und Beamten, Richterinnen und Richter, Soldatinnen und Soldaten sowie 182.000 Versorgungsempfängerinnen und -empfänger zu übertragen.

Die nächste Verhandlungsrunde wurde für den 15. und 16. April 2018 in Potsdam vereinbart.

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Schulsozialarbeit Kita Tarif TVöD Artikel Baden-Württemberg
news-13780 Mon, 19 Mar 2018 13:38:42 +0100 2.500 Beschäftigte im Warnstreik https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/2500-beschaeftigte-im-warnstreik/ Viele Erzieher/innen, Sozialarbeiter/innen und andere sozialpädagogische Fachkräfte haben für sechs Prozent mehr Gehalt protestiert. An den Warnstreiks beteiligten sich in Baden-Württemberg mehr als 2.500 Beschäftige. Schulsozialarbeit Kita Tarif TVöD Artikel Baden-Württemberg news-13751 Thu, 15 Mar 2018 09:59:39 +0100 Fachlehrkräfte und Technische Lehrkräfte: Wohin geht unsere Reise? https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/fachlehrkraefte-und-technische-lehrkraefte-wohin-geht-unsere-reise/ Die GEW Ludwigsburg hat bei einer Veranstaltung für Fachlehrkräfte und Technische Lehrkräfte über die aktuellen Entwicklungen informiert. Das Ziel ist klar: eine Gleichstellung in Deputat und Besoldung. An der Informationsveranstaltung der GEW Ludwigsburg für Fachlehrkräfte (FL) und Technische Lehrkräfte (TL) am 22. Februar 2018 nahmen viele Interessierte teil.

Die Referentin Angelika Kistner, Vorsitzende der Landespersonengruppe FL/TL der GEW Baden-Württemberg berichtete über aktuelle Entwicklungen und informierte über die Möglichkeiten der persönlichen Weiterentwicklung.

Ausgehend von der Resolution vom Fachlehrertag im November 2016 fordert die GEW unter anderem eine höhere Eingangsbesoldung, Reduzierung des Deputat, zusätzliche Beförderungsstellen mit entsprechenden Verbesserungen bei den tarifbeschäftigten Lehrkräften und mehr Plätze und Möglichkeiten für Aufstiegslehrgang.

Niemand muss alleine kämpfen

Persönliche Gespräche mit den Parteien und deren bildungspolitischen Sprechern zeigen, wie auch schon in der Vergangenheit, dass wir uns immer wieder in das Blickfeld rücken müssen. In dem Zusammenhang ist auch die Basis – jeder einzelne Betroffene – dazu aufgerufen, selbst aktiv zu werden, Briefe an Abgeordnete zu verfassen oder an den vor Ort Besuchen teilzunehmen.

In der intensiven Austauschrunde im Anschluss berichteten die KollegInnen von ihrer eigenen Situation. Es konnten viele Fragen gestellt und beantwortet werden. Die ermutigende Erkenntnis, nicht alleine kämpfen zu müssen, motivierte sicherlich auch die anwesenden (Noch-)Nichtmitglieder, selbst aktiv zu werden, beim Kampf für eine Gleichstellung in Deputat und Besoldung für Fachlehrkräfte und Technische Lehrkräfte, denn eins ist klar: „Ohne uns läuft nichts!“

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Artikel Fachlehrer Baden-Württemberg
news-13740 Wed, 14 Mar 2018 10:08:36 +0100 Frauen sind im Landtag unterrepräsentiert https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/frauen-sind-im-landtag-unterrepraesentiert/ Am 8. März hat der Landesfrauenrat zu einer Protestaktion vor dem Landtag aufgerufen, der sich die GEW angeschlossen hat. Gleich viele Frauen- und Männerschuhe auf dem rosa Teppich symbolisieren das Ziel: Geschlechterparität für den Landtag. Der Landtag von Baden-Württemberg hat beim Frauenanteil die rote Laterne unter den Bundesländern. Nur jedes vierte Mitglied des Landtags ist eine Frau. Auch junge Menschen und Baden-Württemberger/innen mit Migrationsgeschichte sind im Landesparlament spärlich vertreten.

Seit langem fordert der Landesfrauenrat mit allen seinen Mitgliedsverbänden, zivilgesellschaftliche Initiativen und Parteien eine Wahlrechtsreform für Baden-Württemberg, die eine Nominierungsgerechtigkeit für Frauen bei der Landtagswahrl sicherstellt. Das bisherige Wahlrecht bevorzugt „Platzhirsche“ und erschwert eine gerechte Repräsentation der Bevölkerung.

Grüne und CDU haben sich im Koalitionsvertrag auf eine Wahlrechtsreform verständigt – nun ist es an uns allen, unsere Unterstützung für die Reform in die Öffentlichkeit zu tragen.

GEW fordert Modernisierung des Landtagswahlrechts

Die GEW in Baden-Württemberg zählt mit 72 Prozent Frauen unter ihren über 50.000 Mitgliedern zu den politischen Interessenvertretungen mit dem höchsten Frauenanteil im Land. Die GEW unterstützt daher im Interesse ihrer Mitglieder die Forderung des Landesfrauenrats nach einer Modernisierung des Landtagswahlrechts.

Alle Abgeordneten der demokratischen Parteien im Landtag forderte die GEW anlässlich des Weltfrauentags auf, eine Gesetzesnovelle auf den Weg zu bringen. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Gabi Frenzer-Wolf brachte es als eine der Rednerinnen bei der Aktion auf den Punkt: „Die Belange von Frauen sind im Landtag deswegen nicht gut vertreten, weil Frauen im Landtag unterrepräsentiert sind.“

Die GEW Baden-Württemberg macht sich für Frauen in allen Bildungsberufen stark. So fordert die GEW eine bessere Bezahlung und Ausstattung an Kindertagesstätten und Grundschulen, den Bildungsberufen mit dem höchsten Frauenanteil, sowie eine deutliche Steigerung des auch hier im Bundes- und europäischen Bereich besonders niedrigen Frauenanteils von 23,4 Prozent bei den Hochschullehrkräften.

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Wissenschaft Bildung & Geschlecht Gleichstellung Artikel Baden-Württemberg
news-13503 Wed, 14 Mar 2018 00:01:00 +0100 Aktuelle Tarifrunde – Informationen für Baden-Württemberg https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/aktuelle-tarifrunde-informationen-fuer-baden-wuerttemberg/ Die GEW fordert in der aktuellen Tarifrunde für den öffentlichen Dienst gemeinsam mit den anderen Gewerkschaften eine Gehaltserhöhung von sechs Prozent, mindestens jedoch 200 Euro. Schulsozialarbeit Kita Tarif TVöD Artikel Baden-Württemberg news-13724 Tue, 13 Mar 2018 11:21:26 +0100 Die Kinder in der letzten Reihe https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/die-kinder-in-der-letzten-reihe/ 7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland können nicht richtig lesen und schreiben – obwohl sie eine Schule durchlaufen haben. Die Rede ist von sogenannten „funktionalen Analphabeten“. Was läuft hier schief? Die alarmierenden Zahlen stammen aus der leo. – Level-One-Studie der Universität Hamburg (2010/2011). Im Auftrag des Bundesbildungsministeriums testete die Studie Lese- und Schreibkompetenz von deutschsprechenden Erwachsenen. Demnach können 4 Prozent der Erwachsenen nur einzelne Buchstaben und Wörter erkennen, weitere 10 Prozent erfassen keine längeren Sätze oder einen Textzusammenhang. Ob Beipackzettel, Arbeitsanweisung oder Elternbrief, im Alltag stoßen diese Menschen auf vielfältige Hindernisse.

Analphabetismus wurde lange Zeit totgeschwiegen oder als individuelle Schwäche abgewertet. Nun haben Bund, Länder und Kommunen für die Jahre 2016 bis 2026 eine nationale Dekade der Alphabetisierung ausgerufen. Um Netzwerkarbeit, Kursangebot und Öffentlichkeitsarbeit zu fördern, stellt der Bund jährlich 19 Millionen Euro zur Verfügung. In Baden-Württemberg sollen die Anstrengungen vom Landesbeirat für Alphabetisierung und Grundbildung koordiniert werden. Der Startschuss fiel auf dem Grundbildungstag 2017 mit der Unterzeichnung einer Verpflichtungserklärung, in der sich alle Partner im Landesbeirat bereit erklären, das Thema zu forcieren.

Betriebliche Weiterbildung löst das Problem nicht

Dass das Thema gerade jetzt Aufmerksamkeit erhält, hängt nicht nur mit der Level-One-Studie zusammen. Auch immer weniger Jobs kommen ohne Dokumentation, PCs oder Touchscreens aus. Stefan Küpper, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbands Baden-Württemberg, sagte auf dem Podium, die Wirtschaft brauche Fachkräfte und wolle in die eigenen Mitarbeiter/innen investieren. „Aber wer nicht lesen und schreiben kann, den kann ich auch nicht in eine betriebliche Weiterbildung schicken, um sich für die Umbrüche fit zu machen“, erklärt Küpper. Deshalb richten nun auch einige Vorzeigeunternehmen Lese- und Schreibkurse im Betrieb ein.

In der Pause berichtete Ulrike Schmid (Name geändert), eine Deutschlehrerin, aus ihrem Kurs. Eine türkischstämmige Frau habe sich von ihrem Arbeitgeber für ihren Schreibkur einen Abend pro Woche befreien lassen wollen. „Wieso, die kann doch genug Deutsch“, habe es geheißen. In der Tat beherrscht die Frau genug Deutsch zum Putzen, nicht aber, um den Schichtplan zu lesen, geschweige denn ihren Arbeitsvertrag. Noch lange nicht alle Arbeitgeber brauchen Lesekompetenz ihrer Mitarbeiter/innen dringend genug. Flächendeckende Angebote sind von diesem Akteur auch nicht zu erwarten.

„Ich kenne keine Analphabeten“, stellte die Moderatorin gleich zu Beginn klar, „zumindest keine, die sich geoutet haben.“ Prof. Anke Grotlüschen, Mitautorin der Level-One-Studie, hakte ein: „Funktionale Analphabeten sind zwar oft gut angepasst, unsichtbar bleiben sie aber vor allem für ein bestimmtes Milieu.“ In einer Umfrage geben 40 Prozent der Hamburger an, einen funktionalen Analphabeten zu kennen. „Das sind aber nicht die 40 Prozent, die heute hier sitzen“, stellte Grotlüschen trocken fest. Funktionale Analphabet/innen arbeiten vor allem in Berufen, die kein größeres Textverständnis erfordern. So wird die Analphabetenquote unter Bauhilfsarbeitern auf 56 Prozent geschätzt, unter Köchen und Küchengehilfen auf 27 Prozent. Die meisten funktionalen Analphabeten haben Mitwisser/innen an ihrer Seite, die ihnen die gelegentliche Bewältigung von komplexeren Listen, Notizen oder schriftlichen Arbeitsanweisungen abnehmen. Doch nur 2 Prozent der Mitwisser/innen in der Hamburger Umfrage verwiesen die Betroffenen auch auf einen Alphabetisierungskurs, noch weniger melden sich dazu an. Eine Rolle spielen dabei Vorurteile („Der ist doch zu alt dafür“) und negative Selbstbilder („Das hab ich schon in der Schule nicht geschafft“).

Um diese Menschen zu erreichen, müssen Milieus und Stigmata durchbrochen und (Selbst)Vertrauen wiederhergestellt werden. Dafür bestehen einige Ansätze: Grotlüschen betont, wie wichtig sensibilisierte Fachkräfte in Schulen, Kindergärten, Ämtern oder Reha-Kliniken seien. Ein ESF-Projekt, das städtische Mitarbeiter/innen für die Thematik sensibilisiert, läuft 2018 aus. Das DGB-Projekt MENTO setzt auf persönliche Ansprache im Betrieb. Mitarbeiter/innen werden sensibilisiert und dafür geschult, Analphabet/innen in ihrem Umfeld zu erkennen und behutsam anzusprechen. Die Kampagne „Lesen und Schreiben – Mein Schlüssel zur Welt“ schaltet regelmäßig einen Fernsehspot, in dem ein Mann buchstäblich „ins kalte Wasser springt“. „Der nächste Schritt lohnt sich“, betont der Spot und bietet eine Telefonhotline an.
Im Moment läuft der sicherste Weg in den Alphabetisierungskurs wohl über die Lebenskrise: Neue Anforderungen im Job, Scheidung, Arbeitsunfähigkeit, aber auch die Beförderung, all das können Anlässe sein, die die Betroffenen zum Handeln zwingen.

Prekär beschäftigte Lehrkräfte

Sind die Menschen erst einmal in einem Kurs, kommen die nächsten Hürden. „Entscheidend für den Lernerfolg in den Alphabetisierungskursen ist die Lehrkraft“, betont Prof. Cordula Löffler von der PH Weingarten. „Die Lehrkraft benötigt sehr viel Fingerspitzengefühl und viele Kompetenzen – fachlich, sozialpädagogisch und psychologisch – um die Teilnehmenden auf Augenhöhe abzuholen, wo sie stehen.“ Gerade Kursteilnehmende mit negativen Lernerfahrungen ziehen sich bei Enttäuschungen schnell zurück. Löffler betont, zur Qualitätssicherung seien feste Arbeitsverhältnisse der Lehrkräfte zwingend erforderlich. Wie überall in der Erwachsenenbildung arbeiten Lehrkräfte überwiegend auf Honorarbasis mit zu niedrigen Stundensätzen, ohne Absicherung im Krankheitsfall und ohne Kündigungsschutz.

Die Volkshochschulen sind ein wichtiger Träger von Alphabetierungskursen, aber chronisch unterfinanziert. Im Bundesdurchschnitt stammen 13,7 Prozent der Mittel für die VHS-Arbeit vom jeweiligen Bundesland (2015), in Baden-Württemberg liegt der Anteil dagegen bei 10 Prozent. Dabei hatte das Land im Weiterbildungspakt das Ziel gesetzt, die Landesmittel an den Bundesdurchschnitt anzugleichen. Zwei Jahre vor Auslaufen des Paktes befürchtet der VHS-Verband Baden-Württemberg nun, dass das Versprechen nicht mehr eingehalten wird. Fehlende Planungssicherheit und Geldmangel sind Gründe, warum die Arbeitsbedingungen in der Weiterbildung so schlecht sind.

Arbeitsauftrag an alle Institutionen

Auf dem Grundbildungstag wurde wenig über die Gründe für funktionalen Analphabetismus gesagt. In „Politik und Zeitgeschichte (ApuZ)“ wird man fündig: Funktionaler Analphabetismus entsteht aus dem Zusammenwirken mehrerer Belastungen, wie etwa Krankheit, familiäre Probleme, finanzielle Unsicherheit oder das berühmte bildungsferne Elternhaus. Einzelne Belastungen lassen sich noch bewältigen, doch beim Zusammenspiel mehrerer Faktoren ist ein Ausgleich nicht mehr ohne Weiteres möglich. Bildungseinrichtungen oder Ämter stellen sich nicht immer auf die Belastungssituation ein, so dass das Problem unkorrigiert bleibt oder noch verschärft wird. Dies ist der Ausgangspunkt eines Teufelskreises: „Mit den ersten Schulschwierigkeiten stellen sich begleitend häufig ein negatives Selbstbild und ein geringes Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten ein. Dies wiederum lässt Lernerfolge immer unwahrscheinlicher werden. Gelingt jedoch der Einstieg in den Schriftspracherwerb nicht in den ersten Jahren der Grundschule, sieht das Schulsystem in den höheren Klassen keine weiteren Möglichkeiten vor, die Grundlagen der Schrift zu erwerben.“ (ApuZ)

Was passiert in den Schulen, dass Kinder so zurück bleiben? Ulrike Schmid, die nicht nur in der Alphabetisierung, sondern auch 15 Jahre lang an einer Grundschule gearbeitet hat, erklärt: „Das sind die Kinder in der letzten Reihe“. Überforderung, zu große Klassen und zu wenig Zeit seien Gründe. Sie kritisiert den Druck von oben, gute Versetzungsquoten vorzuweisen. Cordula Löffler bestätigt im Vortrag, die Grundlagen der Sprachförderung seien mittlerweile in der Lehrerausbildung berücksichtigt, doch die Lehrer/innen gäben einvernehmlich an, sie hätten dafür keine Zeit.

Der Grundbildungstag ist auf die An-alphabet/innen und auf einzelne Projekte fokussiert. Die Institutionen und Strukturen, welche Analphabet/innen erst hervorbringen, bleiben ein Nebenschauplatz. Dabei stellen die Probleme in der Erwachsenenbildung immer auch einen Arbeitsauftrag an die Schulen dar. Haben neue pädagogische Konzepte in den Schulen das Problem gelöst, oder bringt unser System gerade die nächste Generation funktionaler Analphabeten hervor? Welche Chancen bieten die Gemeinschaftsschule oder die Schulsozialarbeit? Welchen Rahmen benötigt die Grundschule? Und für die Erwachsenenbildung: Was sagt es über den Stellenwert von Lebenslangem Lernen aus, wenn Erwachsenenbildner/innen für ihren Einsatz immer noch mit Unsicherheit und Altersarmut bestraft werden?
Die GEW ist auf allen Gliedern der Bildungskette aktiv. Gerade sie sollte die nationale Dekade für Alphabetisierung nutzen, um die richtigen Fragen zu stellen. Es geht um die Kinder in der letzten Reihe

 

Quellen
• Sven Nickel: Funktionaler Analphabetismus. bpb.de /Aus Politik und Zeitgeschichte (ApuZ), 2014. www.bpb.de/apuz/
• Anke Grotlüschen, Wibke Riekmann (Hrsg.): „Funktionaler Analphabetismus in Deutschland. Ergebnisse der ersten leo. - Level-One Studie“, Waxmann 2012.
• Deutscher Volkshochschulverband Baden-Württemberg: Drei Minuten Weiterbildungspolitik, www.vhs-bw.de/drei-minuten-weiterbildungspolitik_erneut_web.pdf

www.alphadekade.de/
www.mein-schlüssel-zur-welt.de

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Artikel b+w Baden-Württemberg
news-13714 Mon, 12 Mar 2018 16:20:11 +0100 Schulleitungen: Qualität kostet Geld und Zeit https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/schulleitungen-qualitaet-kostet-geld-und-zeit/ Noch im Frühjahr will die Kultusministerin ihre Pläne vorstellen, wie Schulleitungen besser unterstützt werden. Das kündigte Susanne Eisemann heute auf der GEW-Tagung in Stuttgart an. Zusätzliche Belastungen soll es keine geben. „Ich warne die Politik davor, den Schulleitungen und Lehrkräften zusätzliche Aufgaben im Bereich Qualitätsentwicklung zu verordnen, ohne ihnen zusätzliche Zeit und das notwendige Know-how beziehungsweise die Unterstützung von außen zu geben. So wird Baden-Württemberg die Leistungen der Schülerinnen und Schüler nicht verbessern können. Viele Schulleitungen und Lehrkräfte arbeiten am Limit und sind nicht vorbereitet auf neue Aufgaben. Das gilt im Übrigen auch für die Schulverwaltung. Qualität hat ihren Preis“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der GEW, vor rund 300 Schulleitungsmitgliedern aus allen Schularten aus ganz Baden-Württemberg.

Moritz fürchtet um die Attraktivität des Berufsfelds. Die Arbeit werde mehr und komplexer. Als Stichwörter nannte sie Heterogenität, Lehrermangel, Qualitäts- und Personalentwicklung, Datenschutz, Inklusion, Integration, Ganztag, Dokumentation und Kooperation. 

Der größte Verbesserungsbedarf bestehe an den kleinen Schulen. Dass Schulleitungen an Schulen mit bis zu 180 Schüler/innen nur 168 Euro brutto mehr bekämen als die Lehrkräfte dieser Schulen, sei ein inakzeptabler Umgang mit Führungskräften. Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Schulleitungen koste Geld und sie koste Lehrerwochenstunden. Beides sei gut investiert, weil gute Schulleitungen der Grundpfeiler für gute Arbeit an den Schulen seien.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) kündigte auf der Tagung an, dass die Schulleitungen mit Assistent/innen und mehr Leitungszeit entlastet werden sollen. Die Besoldung der Leitungen soll in allen Schularten angepasst werden und die Fortbildung für die Leiter/innen will die Kultusministerin verändern. Eisenmann betonte, dass die Rektor/innen als Führungskräfte gestärkt würden. Das neue Konzept für die Leiter/innen koste viel Geld und sei finanziert.

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Schule Bildungsqualität Artikel Baden-Württemberg
news-13713 Mon, 12 Mar 2018 16:16:30 +0100 Wie stabil die einzelnen Schularten sind https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/wie-stabil-die-einzelnen-schularten-sind/ Wie jedes Jahr gab das Kultusministerium im Februar die neuen Zahlen bekannt, in welche weiterführenden Schulen die Schüler/innen aus den Grundschulen wechseln. Die Übergangszahlen auf die weiterführenden Schulen nach Klasse 4 haben sich 2017/18 im Vergleich zum Vorjahr kaum geändert. Vergleicht man dagegen die Zahlen mit denen vor 20 Jahren, dann lassen sich gravierende Veränderungen ablesen. Die Haupt- und Werkrealschulen haben 86 Prozent weniger Schüler/innen, die Gymnasien 25 Prozent mehr und die Realschulen etwas mehr als 2 Prozent. Die Gemeinschaftsschule gab es 1995 noch nicht.

Die Kultusministerin Susanne Eisenmann spricht davon, dass Ruhe und Verlässlichkeit in der Schulstruktur nach einer Zeit des Umbruchs gut täte. Leider gibt es diese Ruhe nicht. Zum einen sind die Zahlen an den Hauptschulen bereits an einem Tiefstand, der kaum noch Spielraum nach unten zulässt, zum anderen zeigen die Verschiebungen, dass wir auf dem Weg in eine neue Dreigliedrigkeit sind und die strukturellen und die damit einhergehenden pädagogischen und sozialen Problemen ungelöst bleiben.

Grundschulempfehlung und Schulwahl

Ein weiteres Bild ähnelt dem des Vorjahres: Die Zusammensetzung der Eingangsklassen nach dem Kriterium „Grundschulempfehlung“. Nimmt man diese Empfehlung als Indikator für Leistungsvermögen eines Schülers bzw. einer Schülerin, dann bleiben die Haupt-/Werkrealschulen und die Gymnasien die Schularten mit den homogensten Leistungsgruppen. Die Realschulen haben im Landesdurchschnitt, stark gerundet, eine 20-55-25-Verteilung (Gy-RS-WRS) der Grundschulempfehlungen, bei den Gemeinschaftsschulen ist dies, ebenfalls stark gerundet, eine 10-25-65-Verteilung.

Die heterogene Zusammensetzung der Schüler/innen an Realschulen ist aus zwei Gründen problematisch: Zum einen orientiert sich das Niveau der Realschule nach der letzten Schulgesetzänderung bereits in der Orientierungsstufe allein nach dem M-Niveau, sodass dem im Bildungsplan 2016 eröffneten Spielraum für differenzierten Unterricht klare Grenzen gesetzt werden. Die Leistungsbewertung erfolgt in den Klassen 5/6 ausschließlich auf dem M-Niveau. Zum anderen werden Lehrkräfte an Realschulen mit den hohen Anforderungen im Umgang mit Heterogenität allein gelassen und fühlen sich oft überfordert.

An Gemeinschaftsschulen stellt sich das Problem genau anders: Das pädagogische Konzept lebt von der Heterogenität, der Erfolg des gemeinsamen Lernens stellt sich insbesondere dann ein, wenn möglichst die ganze Leistungsbreite in den Klassen vertreten ist. Dies ist an vielen Gemeinschaftsschulen offensichtlich noch nicht der Fall.

Stabile Schulstandorte als Herausforderung

Schüler/innen, Eltern, Lehrkräfte und Kommunen wünschen sich aus je unterschiedlichen Gründen stabile Schul-standorte. Mit der regionalen Schulentwicklungsplanung wurde im Schulgesetz die Zahl 40 als Mindestgröße für die Eingangsklassen in weiterführenden Schulen festgelegt. Man geht davon aus, dass dann der Schulstandort stabil ist. Diese Mindestgröße zu erreichen, ist in den Eingangsklassen der Realschulen und Gymnasien meist kein Problem. Haupt-/Werkrealschulen unterschreiten diesen Schwellenwert jedoch standardmäßig. 88 Prozent aller Haupt- und Werkrealschulen haben weniger als 40 Schüler/innen in den Eingangsklassen.

Die Stabilität eines Schulstandorts ist umso fragiler, je öfter die Mindestgröße unterschritten wird. Auch bei dieser Betrachtung wird die prekäre Lage der Haupt-/Werkrealschulen deutlich: Von den 241 Haupt-/Werkrealschulen unterschritten 216 die Mindestzahl dauerhaft in den letzten fünf Schuljahren. Bei den Gemeinschaftsschulen muss man hier berücksichtigen, dass die wenigsten überhaupt so lange bestehen. Von den 107 Gemeinschaftsschulen, die im Schuljahr 2016/17 unter 40 Anmeldungen blieben, war dies bei 54 Schulen durchgängig seit ihrem Bestehen der Fall.
Die Größe der Eingangsklassen sind maßgeblich für die Beurteilung eines stabilen Standorts und der Attraktivität der Schulart. Jedoch ergeben sich durch Schulartenwechsel gleichfalls Veränderungen in der Anzahl der Schüler/innen.

Haupt- und Werkrealschulen bekamen im Schuljahr 2016/17 über Schulwechsler/innen einen Zuwachs von 1.563 Schüler/innen in den Klassenstufen 5 bis 10, gleichzeitig wechselten Schüler/innen von dort in andere weiterführende Schularten (693). Für die Realschulen entstand ein Netto-Zuwachs von 1.612 Schüler/innen, bei den Gymnasien ein Minus von 1.952 Schüler/innen und bei den Gemeinschaftsschulen ein Plus von 148. Mit 2.217 Schulwechseln aus Gymnasien verzeichnen die Realschulen mit großem Abstand die höchste Zahl an Zugängen. Gemessen an den Gesamtschülerzahlen der Schularten scheinen diese Wanderungen moderat zu sein. Da diese Wechsel oft mit Erfahrungen des Scheiterns verbunden sind, stellen sie die aufnehmenden Schularten regelmäßig vor große pädagogische Probleme. Von den Auswirkungen auf die Schüler/innen ganz zu schweigen.

Schulverbünde als Instrument regionaler Schulentwicklung?

Die Mindestgröße von 40 für die Einrichtung neuer Schulen und als Merkmal für die Stabilität bestehender Schulen darf nicht verwechselt werden mit der Schulgröße, bei der Schulen geschlossen werden. Dieser Wert ist mit 16 deutlich kleiner. Und er ist derzeit nahezu ausschließlich für Haupt- und Werkrealschulen relevant, denn nur dort wird der Wert von 16 mindestens zwei Schuljahre hintereinander unterschritten. Aufgrund der Daten von 2016/17 stehen hier etwa 20 Schulen zur Schließung an, weitere sind stark gefährdet.

Künftig sollen Schulverbünde auch mit Gemeinschaftsschulen ohne Bedingungen möglich sein. Bislang galt, dass Schulverbünde von Gemeinschaftsschulen mit anderen weiterführenden Schularten als Übergangskonstrukt bis zur Vollendung der Gemeinschaftsschule möglich waren. Jetzt wird diese Beschränkung, man könnte auch sagen „Zielvorstellung“, aufgegeben. Was von Ministerin Eisenmann als „Gleichstellung mit anderen Schularten“ bezeichnet wird, hemmt die konsequente Entwicklung und Zusammenführung von Schulen und Schularten in Richtung gemeinsamen Lernens. Sachlich betrachtet ist ein Schulverbund mit Schularten, die zu denselben Abschlüssen führen, sinnlos. Die Begründung des KMs lautet, dass „Synergieeffekte beim Lehrkräfteeinsatz, beim Einsatz von Unterrichtsmaterialien und bei ergänzenden Angeboten wie etwa AGs oder Schulchören genutzt werden. Außerdem bietet ein solcher Verbund den Schulträgern die Möglichkeit, Ganztags- und Betreuungsangebote parallel und bedarfsgerecht einzurichten.“

Im Einzelfall mag das richtig sein, insgesamt betrachtet wäre es aber wirksamer und für alle Beteiligten langfristig hilfreicher, eine konsequente regionale Schulentwicklung zu verfolgen, die das Ziel eines wohnortnahen, stabilen und gerechten Schulangebots in den Mittelpunkt stellt und Konkurrenzsituationen zwischen Schularten, die zu denselben Schulabschlüssen führen, vermeidet.

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Schule Artikel Grundschule b+w Baden-Württemberg
news-13712 Mon, 12 Mar 2018 15:23:41 +0100 Nächste Runde im Glücksspiel https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/naechste-runde-im-gluecksspiel/ Vor knapp zwei Jahren wurde einem Teil der Haupt-/Werkrealschullehrkräfte in Baden-Württemberg die Möglichkeit eröffnet, an Lehrgängen für einen horizontalen Laufbahnwechsel teilzunehmen. Zurzeit laufen die Bewerbungsverfahren für die Lehrgänge. In vier Gruppen werden in getrennten Bewerbungsverfahren seit Februar wieder Lehrkräfte gesucht, die die entsprechenden Kriterien erfüllen. Die Informationen sind auf www.lobw.de unter Fortbildung/Aufstiege zu finden. Die Schulleitungen mussten den Schulämtern bereits alle Lehrkräfte melden, welche für die Lehrgänge ab September 2018 in Frage kommen. Die Regierungspräsidien werden diese Lehrkräfte anschreiben und ihnen mitteilen, dass sie sich bis 15. April über www.lobw.de bewerben können. Die zugehörigen Anmeldemasken sind seit 01.03.2018 freigeschaltet. Wenn Lehrkräfte kein Informationsschreiben erhalten haben, erfüllen sie entweder die Auswahlkriterien nicht oder wurden aus anderen Gründen nicht erfasst. Deshalb steht auf www.lobw.de ein Formular zur Verfügung, über das sich Lehrkräfte aktiv bewerben können. Das Regierungspräsidium prüft dann, ob die Lehrkraft an dem Lehrgang teilnehmen kann.
Erstmals können sich auch Haupt-/ Werkrealschullehrkräfte an Privatschulen bewerben. Die Plätze für diese Lehrkräfte werden zusätzlich zur Verfügung gestellt und von den Schulen in freier Trägerschaft finanziert.

Im letzten Jahr wurden viele Plätze nicht besetzt, vor allem in der Gruppe 3 (Lehrkräfte an HS/WRS/GMS, die an einer Gemeinschaftsschule sind oder an eine Realschule oder Gemeinschaftsschule wechseln wollen). Entweder sind die Bedingungen des Lehrgangs für viele Lehrkräfte nicht attraktiv oder das Bewerbungsverfahren hat nicht richtig funktioniert. Die GEW erwartet von der Schulverwaltung, dass sie das Bewerbungsverfahren so durchführt, dass alle interessierten Lehrkräfte informiert werden und sich bewerben können.

Die Auswahl der Teilnehmer/innen ist stark von Zufall und vom Glück der jeweiligen Lehrkraft abhängig. So lag z.B. die Entscheidung, an welche Schulart jemand abgeordnet oder versetzt wurde, nicht in der Hand der Lehrkräfte. Stattdessen hat die Schulverwaltung durch die Versetzungsentscheidungen über die Aufstiegschancen der Lehrkräfte entschieden. Das staatlich verantwortete Aufstiegsverfahren wirkt wie eine Lotterie. Das ist für die GEW nicht akzeptabel. GEW-Mitglieder können sich bei den GEW-Geschäftsstellen und den GEW-Mitgliedern im Bezirkspersonalrat beraten lassen.

Das Auswahlverfahren im letzten Schuljahr hat zu großem Unmut unter den Lehrkräften geführt. Sie konnten nicht verstehen, warum etliche Fortbildungsplätze nicht besetzt wurden. Und sie empfinden die Bewerbungskriterien als ungerecht und willkürlich. Es gibt trotz der GEW-Proteste und -Aktionen immer noch keine Aufstiegsperspektive für die Lehrkräfte, die an einer Haupt-/Werkrealschule bleiben. Dies ist zutiefst ungerecht und eine willkürliche Entscheidung der Landesregierung, die die GEW weiterhin nicht akzeptiert.

Das Land fordert die Lehrkräfte auf, Leistung zu erbringen. Dann muss es auch leistungsgerecht bezahlen. Dies gilt ebenso für die Grundschullehrkräfte, denen auch keine Perspektive für einen Aufstieg ermöglicht wird. Die GEW fordert die Landesregierung auf, mit dem Land Berlin gleichzuziehen. Dort werden die Lehrkräfte an Grundschulen künftig nach E13/A13 bezahlt. In einem reichen Bundesland wie Baden-Württemberg muss das möglich sein.

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Schule GEW Artikel b+w Baden-Württemberg
news-13710 Mon, 12 Mar 2018 14:55:03 +0100 Aufbaustudium Sonderpädagogik https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/aufbaustudium-sonderpaedagogik/ Im Herbst 2018 sollen im Rahmen des Programms „Horizontaler Laufbahnwechsel“ auch die ersten 100 Teilnehmer/innen der Gruppe 4 starten. Das sind GHS-Lehrkräfte, die derzeit überwiegend an Haupt-/Werkrealschulen arbeiten. Die Landesregierung bietet Haupt- und Werkrealschullehrkräften seit 2016 auch auf Druck der GEW ein Qualifizierungsprogramm für den Wechsel in ein anderes Lehramt und damit die Besoldung nach A13 an. Im September 2016 hat die Gruppe 1 (GHS-Lehrkräfte an Realschulen), seit September 2017 haben die Gruppe 2 (GHS-Lehrkräfte an SBBZ) und die Gruppe 3 (GHS-Lehrkräfte, die bereits an GMS oder künftig an GMS oder RS eingesetzt werden) den horizontalen Laufbahnwechsel begonnen.

Im September 2018 soll die erste Tranche der Gruppe 4 mit dem Lehrgang und der Einführung in die neue Laufbahn beginnen und beides im Sommer 2020 abschließen. Sie haben dann die Laufbahnbefähigung Sonderpädagogik und können in dieses Lehramt und die Besoldung A13 wechseln. Bis 2021 können jährlich 100 Teilnehmer/innen das modifizierte Aufbaustudium beginnen, insgesamt sind 400 Plätze vorgesehen.
Das Kultusministerium hat im Dezember die Konzeption des Aufbaustudiums vorgelegt. Der Hauptpersonalrat GHRGS fordert deutliche Verbesserungen, damit die Teilnehmer/innen das Aufbaustudium erfolgreich absolvieren können.

GHS-Lehrkräften, die überwiegend an Haupt-/Werkrealschulen arbeiten, sollen durch das zweijährige Aufbaustudium an den Pädagogischen Hochschulen Heidelberg und Ludwigsburg die Möglichkeit für einen Einsatz an einem sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) erwerben. Das Aufbaustudium erfolgt in den sonderpädagogischen Förderschwerpunkten „Lernen“, „emotionale und soziale Entwicklung“ sowie „körperliche und motorische Entwicklung“ als erste sonderpädagogische Fachrichtung. Es umfasst sonderpädagogische Grundlagen und Handlungsfelder, die erste und zweite sonderpädagogische Fachrichtung sowie schulpraktische Studien. Insgesamt müssen die Teilnehmer/innen in den vier Semestern 90 Creditpoints (CP) erwerben. Das reguläre Aufbaustudium (das nicht als berufsbegleitender Studiengang konzipiert ist) umfasst 120 CP. Die Veranstaltungen sollen als Präsenzveranstaltungen in Heidelberg oder Ludwigsburg und dezentral, auch über E-Learning wohnortnah angeboten werden. Auch die Praktika können wohnortnah absolviert werden. Das Bestehen wird von den Pädagogischen Hochschulen gemäß der entsprechenden Studien- und Prüfungsordnung festgestellt.
Haupt- und Werkrealschullehrkräfte, die aus dem Landesdienst an Schulen in freier Trägerschaft beurlaubt wurden, können, sofern freie Plätze vorhanden sind, an dem Aufbaustudium teilnehmen. Die Kosten übernehmen die freien Träger.  

Die Teilnehmer/innen sollen während der 2 Jahre eine Anrechnung auf ihr Deputat von 6 Wochenstunden bekommen. Die beteiligten Schulen sollen auch jeweils eine Anrechnung von 0,5 Stunden bekommen. Der Lehrgang soll im Frühjahr 2018 über www.lobw.de ausgeschrieben werden. Die Staatlichen Schulämter können in Absprache mit den Schulleitungen Kontakt mit interessierten Lehrkräften aufnehmen. Wenn das SSA bestätigt, dass die Lehrkräfte perspektivisch nicht mehr an einer Grundschule oder einer Haupt-/ Werkrealschule arbeiten können, können sich die Lehrkräfte für das Aufbaustudium bewerben. Wenn sich zu viele Lehrkräfte bewerben, wählt das Regierungspräsidium unter Beteiligung der Bezirkspersonalräte die Teilnehmer/innen aus.

Der Hauptpersonalrat (HPR) GHWRGS bewertet das Aufbaustudium insgesamt positiv. Die Teilnehmer/innen können so als Lehrkraft Sonderpädagogik gut qualifiziert werden. Kritisch sieht der HPR allerdings, dass die Teilnehmer/innen nicht das volle Aufbaustudium absolvieren können. Der HPR kritisiert auch, dass die Studienorte Ludwigsburg und Heidelberg für viele Teilnehmer/innen zu weit entfernt liegen und fordert möglichst viele dezentrale Studienangebote. Schließlich kritisiert der HPR, dass die Teilnehmer/innen nicht bereits zu Beginn oder während des Aufbaustudiums an ein SBBZ abgeordnet werden können.

Am problematischsten ist für den HPR allerdings die vorgesehene Deputatsanrechnung von 6 Stunden. Das reduziert die wöchentliche Arbeitszeit um lediglich ca. 22 Prozent. Der für das Studium erforderliche Zeitaufwand entspricht mit 90 CP in vier Semestern aber 75 Prozent der wöchentlichen Arbeitszeit. Dies ist eine unangemessene Belastung. Als in den 70er- und 80er-Jahren Lehrkräfte für Sonderpädagogik gesucht wurden, war eine Beurlaubung von bis zu 100 Prozent bei vollen Bezügen möglich. Der HPR fordert deshalb eine Anrechnung von mindestens einem halben Deputat. Eine Überlastung der Teilnehmer/innen wird sich auch auf die Qualität des Unterrichts während des Lehrganges auswirken, was im Interesse der Schüler/innen ebensowenig akzeptabel ist.

Der HPR hat deshalb nur der Ausschreibung, nicht jedoch den Rahmenbedingungen zugestimmt. Die Rahmenbedingungen werden nun in einem Einigungsverfahren und ggf. in einer Einigungsstelle verhandelt. Angesichts der Haltung der Landesregierung sind die Erfolgsaussichten allerdings sehr gering. Mehr Geld will die Politik nämlich nicht zur Verfügung stellen.

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Schule GEW Artikel b+w Baden-Württemberg
news-13692 Thu, 08 Mar 2018 16:12:48 +0100 Gymnasiale Lehrkräfte an Grundschulen: Chance oder Mogelpackung? https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gymnasiale-lehrkraefte-an-grundschulen-chance-oder-mogelpackung/ Gymnasiale Lehramtsbewerberinnen und Lehramtsbewerber können sich auf Stellen an Grundschulen bewerben. Das Kultusministerium will dadurch den eklatanten Mangel an Grundschullehrkräften mildern. Das Angebot lässt viele Fragen offen. Referendarinnen und Referendare, die im Jahr 2018 ihr Referendariat im Gymnasialbereich beenden oder die sich bis zum 31. März 2018 als Altbewerber*innen auf der allgemeinen Bewerberliste haben registrieren lassen, bekommen seitens des Landes Baden-Württemberg in diesem Jahr ein besonderes Angebot: Sie können sich als Lehrkräfte an Grundschulen bewerben, arbeiten dort in einer einjährigen Qualifizierungsphase als Arbeitnehmer/innen, werden nach Bestehen dieser Phase verbeamtet und nach einer dreijährigen Probezeit auf Lebenszeit verbeamtet. Zusätzlich erhalten sie nach Abschluss des Programmes eine Einstellungszusage für das gymnasiale Lehramt.

Die Bedingungen im Detail

Wer kann sich bewerben?

Voraussetzungen sind mindestens ein grundschulaffines Fach oder eine einjährige Tätigkeit als Vertretungskraft an einer Grundschule sowie die Durchschnittsnote 3,5 (oder besser) im 2. Staatsexamen. Bewerben sich parallel originäre Grundschullehrer*innen haben sie grundsätzlich den Vorzug bei der Einstellung.

Wie steht es mit Deputat und Besoldung?

Das volle Deputat an Grundschulen umfasst 28 Stunden. Es ist auch eine Teilzeitbeschäftigung möglich, diese muss allerdings mindestens einen halben Lehrauftrag – also 14 Deputatsstunden – umfassen. Im ersten Jahr werden die Lehrkräfte zu E11 eingestellt, nach dem Bestehen der Qualifikationsphase erfolgt die Verbeamtung auf Probe: Die Besoldung beträgt nun A 12.

Wie sieht die Qualifikationsphase aus?

Parallel zum Unterricht finden die verpflichtenden Fortbildungen für das Grundschullehramt statt, dafür sind vier Deputatsstunden Anrechnung vorgesehen. Innerhalb dieses Jahres finden Unterrichtsbesuche statt und eine Prüfung am Ende der Qualifikationsphase in Grundschuldidaktik. Außerdem erfolgen Unterrichtsbesuche in zwei Fächern, von denen eines Mathematik oder Deutsch sein muss. Das Arbeitsverhältnis endet, sofern die Qualifizierung abgebrochen wird, die Prüfung am Ende der pädagogischen Schulung endgültig nicht bestanden wird oder die Bewährung am Ende der Qualifizierungsmaßnahme nicht festgestellt werden kann.

Wie ist das mit der Verbeamtung?

Nach Bestehen der Qualifikation werden die Lehrkräfte als Grundschullehrkraft in die Probezeit übernommen. Sie umfasst im Regelfall drei Jahre. Wird die Probezeit bestanden, erfolgt die Verbeamtung auf Lebenszeit in das Amt einer Grundschullehrkraft, sofern die persönlichen Voraussetzungen dafür vorliegen: Die Lehrkraft kann nun dauerhaft im gehobenen Dienst an der Grundschule arbeiten.

Sind Bewerbungen im gymnasialen Bereich während dieser Zeit möglich?

Während der gesamten Zeit an der Grundschule können sich die gymnasialen Bewerber weiter im Rahmen aller normalen Lehrereinstellungsverfahren um gymnasiale Stellen bewerben. Wenn sie eine Stelle bekommen werden sie von der Grundschule freigegeben. Dabei werden die Zeiten in der Grundschule als „Zusatzqualifikation“ im Sinne des fraglichen Verfahrens gesehen.

Und die Einstellungszusage im gymnasialen Lehramt?

Nach Ablauf dieses Programms, also frühestens zum 8. Januar 2022, können die Lehrkräfte einen Antrag auf Einsatz im gymnasialen Lehramt ab dem Schuljahr 2022/23 stellen. Dabei ist zu beachten, dass gymnasiale Lehrkräfte nicht nur an allgemeinbildenden Gymnasien sondern ebenfalls an Gemeinschaftsschulen (GMS), beruflichen Schulen (BS) und Schulen besonderer Art eingesetzt werden.

Der Einsatz erfolgt nach Bedarf: Damit ist aus heutiger Sicht der Einsatz an einer GMS oder im BS Bereich sehr viel wahrscheinlicher als der in einem Gymnasium. Das Angebot für den Einsatz im gymnasialen Lehramt erfolgt landesweit nach Bedarf. Eine räumliche Einschränkung ist dabei durch den Einsatzort der Grundschule nicht gegeben.

Sollte also beispielsweise Stuttgart der Einsatzort für die Grundschule sein, besteht kein Anspruch darauf, das Stellenangebot auch in Stuttgart oder auch nur im RP Stuttgart zu erhalten: Dies kann überall in Baden-Württemberg sein. Die Probezeit an der Grundschule führt zu einer Verkürzung der gymnasialen Probezeit – es ist aber zurzeit davon auszugehen, dass eine Mindestbewährungszeit von einem Schuljahr im gymnasialen Lehramt  Voraussetzung für die endgültige Übernahme ist.

Viele ungeklärte Fragen

  • Ist die Fortbildung innerhalb der Qualifizierungsphase auch nur annähernd ausreichend für den Einsatz in einem pädagogisch so herausfordernden Gebiet wie der Grundschule?
  • Deckt ein Deputatsnachlass von vier Stunden den Arbeitsaufwand tatsächlich realistisch ab?
  • Wie lang gilt die Einstellungszusage für das gymnasiale Lehramt?
  • Gibt es die Möglichkeit, die Bewerbung für eine Stelle im gymnasialen Lehramt auf eine Schulart zu begrenzen?
  • Welchen Stellenwert haben die Ortswünsche der Bewerber*innen bei einem landesweiten Angebot und gibt es eine soziale Komponente?
  • Erlischt die Einstellungszusage nach der Absage eines Angebotes?
  • Gibt es nach einer Verbeamtung auf Lebenszeit noch eine Fortsetzung der Probezeit / eine Bewährungsphase im gymnasialen Bereich und wie genau sieht sie aus?

Oft steckt der Teufel im Detail – doch das sind mehr als Detailfragen!

Die GEW Fachgruppe Gymnasien setzt sich beim Ministerium und den Regierungspräsidien dafür ein, dass diese Fragen im Sinne der engagierten gymnasiale Lehrkräfte, die sich den Herausforderungen dieses Programmes stellen wollen, baldmöglichst geklärt werden!

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Schule LehrerInnenbildung Artikel Gymnasium Baden-Württemberg
news-13644 Wed, 07 Mar 2018 10:32:00 +0100 Den Landtag in Bewegung bringen – Wahlrechtsreform jetzt! https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/den-landtag-in-bewegung-bringen-wahlrechtsreform-jetzt/ Der Landesfrauenrat fordert einer Modernisierung des Landtagswahlrechts. Im Landtag müssen in Zukunft Frauen angemessen repräsentiert sein. Dazu muss die Landesregierung das Versprechen einer Wahlrechtsnovelle einlösen. Wissenschaft Bildung & Geschlecht Gleichstellung Artikel Baden-Württemberg news-13655 Mon, 05 Mar 2018 14:36:55 +0100 IMP - Die heißen Nadeln des Kultusministeriums https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/imp-die-heissen-nadeln-des-kultusministeriums/ Im Dezember 2017 beschloss der Ministerrat die Einführung von „Informatik, Mathematik, Physik“ (IMP) bereits zum nächsten Schuljahr. Aus Sicht der GEW-Landesfachgruppe Gymnasien sind noch viele Fragen offen. Schule Bildungsqualität Artikel Gymnasium Baden-Württemberg news-13602 Mon, 26 Feb 2018 11:32:36 +0100 Teilzeit und Freistellungsjahr sind kein Gnadenakt https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/teilzeit-und-freistellungsjahr-sind-kein-gnadenakt/ Für viele Kolleg/innen ist eine Teilzeitbeschäftigung/ein Freistellungsjahr die einzige Form der Entlastung.Doch gibt es zwischenzeitlich Fälle an den Beruflichen Schulen, in denen die Schulverwaltung Anträge auf ein Freistellungsjahr abgelehnt hat. Berufliche Bildung Artikel Baden-Württemberg news-13593 Fri, 23 Feb 2018 10:30:42 +0100 Testphase der Bildungsplattform startet nicht https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/testphase-der-bildungsplattform-startet-nicht/ Die digitale Bildungsplattform ella@bw ist nicht betriebsfähig. Das Kultusministerium hat mitgeteilt, dass die 101 Testschulen nicht wie geplant starten können. Eine gemeinsame Vereinbarung regelt den Einsatz an den Schulen. Artikel Baden-Württemberg news-13483 Wed, 14 Feb 2018 13:35:19 +0100 Lehrermangel: Notlösungen alleine reichen nicht https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/lehrermangel-notloesungen-alleine-reichen-nicht-1/ 1.600 Stellen an den Grundschulen werden zum Schuljahr 2018/19 frei. 1.100 Bewerber/innen stehen zur Verfügung. Um den Mangel von 500 Stellen beheben zu können, wirbt das Kultusministerium verstärkt um Gymnasiallehrkräfte, die an Grundschulen unterrichten sollen. Das löst die Probleme nicht. Artikel Baden-Württemberg news-13418 Tue, 06 Feb 2018 14:11:34 +0100 One Billion Rising https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/one-billion-rising/ Die Frauen der GEW Baden-Württemberg rufen alle ihre GEW-Mitglieder zur Teilnahme am weltweiten Aktionstag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen auf. Gleichstellung Artikel Baden-Württemberg news-13395 Mon, 05 Feb 2018 11:18:52 +0100 334 Stellen für das Beförderungsprogramm https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/334-stellen-fuer-das-befoerderungsprogramm/ Erst im Januar 2018 wurde dem Hauptpersonalrat GHWRGS das Beförderungsprogramm zur Zustimmung vorgelegt. In seiner ersten Sitzung im neuen Jahr hat der HPR zugestimmt. Die Regierungspräsidien sind nun aufgefordert, mit den Bezirkspersonalräten die Stellen zu vergeben.
Für die Höhergruppierung der Tarifbeschäftigten wurden entsprechende Stellen geschaffen, so dass diese Lehrkräfte analog den Beförderungsjahrgängen der Beamt/innen höhergruppiert werden können. Von den Regierungspräsidien wurden 36 tarifbeschäftigte Lehrkräfte gemeldet.
Eine Regelbeförderung muss normalerweise nicht beantragt werden. Das jeweilige Regierungspräsidium fordert die Schulleitungen auf, die Lehrkräfte zu beurteilen, die dafür in Frage kommen könnten. Voraussetzung für eine Beförderung ist nach wie vor der Beförderungsjahrgang und die Note der letzten dienstlichen Beurteilung. Wer seinen Beförderungsjahrgang nicht kennt, sollte sich schriftlich/telefonisch an sein zuständiges Regierungspräsidium wenden und um Auskunft bitten.
Bisher warten Fach- und Technische Lehrkräfte in der Regel 8 bis 10 Jahre auf ihre Beförderung. Diese Wartezeiten verursachen erhebliche finanzielle Einbußen, da eine Beförderung von A9 nach A10 monatlich 260 bis 320 Euro mehr Geld bringt. Bei einer Beförderung von A10 nach A11 liegt der Gehaltsunterschied bei rund 250 Euro monatlich. Musterberechnungen der GEW zeigen, dass Fach- und Technische Lehrer/innen im Laufe ihrer Berufstätigkeit durch die Verzögerungen im Beförderungsverfahren insgesamt Einkommensverluste von über 50.000 Euro hinnehmen müssen! Deshalb setzt sich die GEW seit Jahren dafür ein, dass die Wartezeiten kürzer werden. Da es immer noch viel zu wenig Beförderungsstellen gibt, ist es umso wichtiger, dass die Fachlehrkräfte/Technischen Lehrkräfte bei den Mitgliedern des Landtages vorstellig werden oder via Mail diese über unsere Situation informieren.

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news-13393 Mon, 05 Feb 2018 11:10:00 +0100 Sag’, wie hältst du’s mit den Schriftstellerinnen? https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/sag-wie-haeltst-dus-mit-den-schriftstellerinnen/ Die literarischen Schwerpunktthemen im Deutsch-Abitur sind seit 1980 eine annähernd autorinnenfreie Zone! Sind Romane und Dramen von Schriftstellerinnen nicht geeignet für das Abitur? Im Juli 2017 fragt die Süddeutsche Zeitung: „Junge Schriftstellerinnen – wie sexistisch ist der Literaturbetrieb?“ Im Gespräch vier junger Autorinnen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur äußerte sich die Lyrikerin Maren Kames über ihren Deutschunterricht. Sie habe eine feministische Deutschlehrerin gehabt, die bewusst eine Einheit über Autorinnen gemacht habe – das sei etwas anderes als Goethe oder Schiller. Kames bemerkt: „Ich meine, was ist Gretchen denn für eine Figur? Ein krasses Opfer, 14 Jahre alt, muss ihre Mutter betäuben, damit sie zum ersten Mal Geschlechtsverkehr haben kann, zu dem sie mehr oder weniger überredet wird.“

Es stellt sich die Gretchenfrage: Braucht es tatsächlich eine „feministische Deutschlehrerin“, damit an den Gymnasien in Baden-Württemberg auch Autorinnen gelesen werden? Damit den Schülerinnen und Schülern literarische Figuren begegnen, die nicht aus der Perspektive eines Mannes gedacht sind?
In den kommenden Jahren werden sich tausende Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg mit Goethes Gretchen auseinandersetzen. Zusammen mit Hesses „Steppenwolf“ und dem „Goldenen Topf“ von E.T.A. Hofmann ist Goethes „Faust“ literarisches Schwerpunktthema für das Abitur im Fach Deutsch. Drei männliche Autoren –Zufall?
Blickt man zurück, sagen wir – um einer soliden Datengrundlage willen – bis ins Jahr 1980, ergibt sich folgender Befund: 1986 bis 1988 wird Ingeborg Bachmann unter den Autoren, die zum Thema „Lyrik nach 1945“ gelesen werden sollten, namentlich aufgeführt. 1996 bis  1999 sollen sich die Schüler/innen der Leistungskurse mit der Lyrik von Hilde Domin und Rose Ausländer beschäftigen. 1999 und 2002 ist neben Werken von Brecht und Mörike Ingeborg Drewitz’ Roman „Gestern war Heute“ verpflichtende Lektüre für die damals noch existierenden Grundkurse.  
Ab 2000 werden zu den Themen „Lyrik der Romantik“, „Lyrik des Exils“, „Liebeslyrik“ und „Naturlyrik“auch Werke von Lyrikerinnen gelesen.
Fazit: In den letzten 37 Jahren Deutschunterricht an den Gymnasien Baden-Württembergs gibt es nur eine einzige Schriftstellerin, die es im Bereich der Epik auf die Liste der Schwerpunktthemen für das Abitur geschafft hat. Eine Dramatikerin ist überhaupt nicht zu finden. Das ist bestürzend. Oder ist es sexistisch?

Gretchenfragen
Es ergeben sich daher weitere Gretchenfragen: Sind die Werke von Autorinnen für die Lernenden und die Aufgabenformate im Abitur weniger geeignet? Falls ja, woran liegt das? Falls nein, warum tauchen sie dann nicht auf? Können Schriftstellerinnen vielleicht nur Lyrik? Sicher nicht, denkt man zum Beispiel an Herta Müller, Elfriede Jelinek, Christa Wolf, Irmgard Keun, Irmtraud Morgner, Luise Rinser, Juli Zeh, Birgit Vanderbeke, Marlene Streeruwitz, Sybille Lewitscharoff , Katharina Hagena – eine willkürliche und unvollständige Auswahl von Schriftstellerinnen, die sicherlich abiturwürdige Literatur produziert haben. Autorinnen, die den Abiturient/innen von morgen zeigen könnten, dass Frauen gute, lesenswerte Literatur schreiben.
Die Mitglieder der Abiturkommission Deutsch sollten sich bei der Prüfung künftiger Schwerpunktthemen mit diesen Gretchenfragen beschäftigen. Es drängt sich der Eindruck auf, dass sexistische Strukturen im Literaturbetrieb bis in die Schulen hineinwirken.
In der Fachprääambel zu den Bildungsstandards im Fach Deutsch der KMK von 2012 heißt es: „Die im Fach Deutsch erworbenen Kompetenzen eröffnen Wege in die Zukunft und stellen zugleich Zugänge zu historischen und gesellschaftlichen Traditionslinien und zum kulturellen Gedächtnis her.“ Die Abiturkommission sollte dafür sorgen, dass die Abiturient/innen in Baden-Württemberg die Traditionslinien weiblicher Autorenschaft kennen und sich Schriftstellerinnen schon in der Schule als Teil des kulturellen Gedächtnisses künftiger Generationen etablieren. Schon alleine deshalb, weil Frauen in den Geisteswissenschaften und im Lehramt den bei weitem größten Anteil an den Studierenden und Beschäftigten stellen.

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Schule Artikel b+w Baden-Württemberg
news-13392 Mon, 05 Feb 2018 11:01:48 +0100 Raus aus der Tabuzone https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/raus-aus-der-tabuzone/ Auf den Jahrestagungen der Schulsozialarbeit (siehe Bericht auf Seite 28) ging es im November 2017 in einem Workshop darum, wie Pädagog/innen Jugendliche, die lesbisch, schwul, bisexuell, trans- oder intersexuell (LSBTI) sind, unterstützen können. In Baden-Württembergs Schulen stellen 5 bis 10 Prozent der Jugendlichen im Laufe ihrer Schulzeit fest, dass sie lesbisch, schwul, bisexuell, trans- oder intersexuell (LSBTI) sind. „Das sind ungefähr so viele wie wir Linkshänder haben, also durchschnittlich in jeder Klasse mindesten eine Person“, erklärte die Lehrerin und GEW-Aktive Ruth Schwabe in einem Workshop auf der Tagung der Schulsozialarbeit. Diese Jugendlichen hätten eine dreimal höhere Suizidgefahr als Cis-Jugendliche (cisgender werden Personen bezeichnet, deren Geschlechtsidentität mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt) und bräuchten dringend Ansprechpersonen in den Schulen. Pädagog/innen könnten LSBTI-Jugendliche unterstützen, indem sie Offenheit für das Thema sexuelle Identität und Gesprächsbereitschaft zeigten, vor allem in der verunsichernden Phase des Coming Out. Nach einer Berliner Studie (Matteo-Studie 2004-2008) fühlten sich nur 10 Prozent der Jugendlichen in der Schule unterstützt. LSBTI-Jugendliche müssten in allen Schulen Beachtung erfahren und bei Bedarf konsequent gestärkt werden. „Das gehört zum Auftrag der Schulen. Die Lebenswelten von diesen Jugendlichen sind in Schulen noch immer nicht sichtbar“, referierte Schwabe. Eine Untersuchung, die die GEW in Auftrag gab, bestätige, dass diese Themen nur in Biologiebüchern auftauchen.

Ruth Schwabe leitete den Workshop „Auf die Haltung kommt es an. Wie wir LSBTI-Jugendliche im Schulalltag stärken können“ zusammen mit Gerrit Bopp vom Referat Gleichstellung des Sozialministeriums und der Schulsozialarbeiterin Bastienne Pletat. Die Teilnehmenden konnten aus ihrem beruflichen Alltag berichten, Fragen einbringen und an Übungen teilnehmen. „Mir ist jetzt noch klarer, wie wichtig meine eigene Haltung als Pädagogin ist. Ich kann mich als Ansprechpartnerin anbieten und den Jugendlichen Sicherheit geben“, bilanzierte eine Schulsozialarbeiterin aus Ettlingen. Christin Grothmann berichtete: „ Eine Schülerin hat einen transsexuellen Vater, was sie ängstigt, sorgt und unsicher macht. Sie kam in ihrer Not zu mir in die Beratung. Der Workshop gab mir mehr Sicherheit und ich profitierte sehr von der Fachlichkeit der Referentinnen und den Informationen, auch was die Statistik anbelangt. Gerade in ländlichen Gegenden haben Themen wie Sexualität und Gender zu wenig Platz im Schulalltag. Nun fühle ich mich sensibilisiert und aufgerufen, zukünftig wachsamer zu sein.“

Bei einer bundesweiten Befragung des DJI (Deutsches Jugendinstitut) von 25.000 Jugendlichen kam heraus, dass LSBTI kaum ein Thema in Schulen sei, Jugendliche aber sehr wohl gerne Informationen dazu hätten. Ein weiteres Ergebnis dieser Studie: 43 Prozent der Befragten haben nie gezeigt, dass sie „schwul“ und „Schwuchtel“ als Schimpfwort empfänden, 47 Prozent haben nie zum Ausdruck gebracht, dass sie es nicht in Ordnung finden, wenn LSBTI-Jugendliche geärgert werden. Hier sind Pädagog/innen aufgefordert zu reagieren, sich zu positionieren und sich klar gegen Diskriminierung auszusprechen.
Bopp informierte über den  Aktionsplan für Akzeptanz und gleiche Rechte, mit dem Baden-Württemberg ein Zeichen setzt gegen jede Art von Diskriminierung gegenüber LSBTI-Menschen. Der Aktionsplan soll dazu beitragen, dass Vielfalt in allen Bereichen der Gesellschaft und vor allem auch im Bildungsbereich als selbstverständlich und bereichernd erlebt wird. Das Lexikon der kleinen Unterschiede schafft Verständnis für Begriffe rund um die Lebenswelt von LSBTI-Menschen und enthält Kontaktadressen und Anlaufstellen eines landesweiten Beratungsnetzwerks

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Bildung & Geschlecht Artikel sexuelle Vielfalt b+w Baden-Württemberg