GEW Baden-Württemberg - Website https://www.gew-bw.de GEW Baden-Württemberg - Website de-DE GEW Baden-Württemberg - Website Fri, 19 Jan 2018 12:36:17 +0100 Fri, 19 Jan 2018 12:36:17 +0100 TYPO3 EXT:news news-13263 Thu, 18 Jan 2018 12:04:48 +0100 Ein Spitzenplatz mit Luft nach oben! https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/ein-spitzenplatz-mit-luft-nach-oben/ Baden-Württemberg hat nach der aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung im Ländervergleich den besten Personalschlüssel in Krippen und Kitas. Das ist erfreulich, doch kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Fachkräfte in Baden-Württemberg

Als Grundlage für die Berechnung des Personalschlüssels zieht die Bertelsmann Stiftung das gesamte Personal einer Kita heran. Dies setzt sich in Baden-Württemberg seit der Erweiterung des Fachkräftekatalogs ganz unterschiedlich zusammen. So können „weitere geeignete Personen“ über einen Quereinstieg mit lediglich 25 Tagen Fortbildung oder einem Jahr Berufspraktikum in einer Kindertageseinrichtung als „Fachkraft“ arbeiten. Dazu gehören unter anderem Kinderkrankenschwestern, Ergotherapeuten/ innen oder Dorfhelfer/innen. Diese „nicht einschlägig“ ausgebildeten Fachkräfte werden in der Studie genauso auf den Personalschlüssel angerechnet wie die Auszubildenden der Praxisintegrierten Ausbildung (PIA). Beim Ausbildungsniveau der Kita-Beschäftigten belegt Baden-Württemberg im Bundesvergleich nur einen unterdurchschnittlichen Platz.

Keine falschen Schlüsse ziehen

Der Personalschlüssel mag im bundesweiten Vergleich in Baden-Württemberg einen Spitzenplatz einnehmen. Dieses Ergebnis darf aber auf keinen Fall dazu führen, dass der Ruf der pädagogischen Fachkräfte nach weiteren Verbesserungen der Arbeitsbedingungen nicht mehr ernst genommen und Investitionen zurückgefahren werden. Nach dem quantitativen Ausbau der Krippen muss nun die Umsetzung des Orientierungsplans in Angriff genommen werden. Das geht nicht zum Nulltarif. Für eine gute Bildung, Erziehung und Betreuung der Jüngsten in unserer Gesellschaft bleibt noch viel zu tun.

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Kita Artikel Baden-Württemberg
news-13262 Thu, 18 Jan 2018 11:59:11 +0100 Pädagogische Fachkräfte dringend gesucht https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/paedagogische-fachkraefte-dringend-gesucht/ Bereits im November 2016 hat die GEW auf der Landespressekonferenz auf die problematische Entwicklung in der Frühen Bildung durch den zunehmenden Personalmangel hingewiesen. Mittlerweile können in fast allen Regionen des Landes offene Stellen nicht mehr besetzt werden. In der Folge müssen Eltern auf einen Krippen- oder Kita-Platz warten oder Abstriche bei den Öffnungszeiten in Kauf nehmen. Kita Artikel Baden-Württemberg news-13261 Thu, 18 Jan 2018 11:28:18 +0100 Leistungsdenken schon in der Kita? https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/leistungsdenken-schon-in-der-kita-1/ Unbestritten ist, dass nach dem großen Ausbau der Kleinkindbetreuung jetzt in die Qualitätsentwicklung der Kitas investiert werden muss. Die Grundlagen dafür wurden schon vor 11 Jahren mit dem Orientierungsplan gelegt. Ausreichend finanziert wurde er nie. Wie sich Kitas tatsächlich weiterentwickeln sollen, scheint aber nicht mehr Konsens zu sein. Aus Sicht der GEW werden dringend nachhaltige Entscheidungen und Maßnahmen benötigt, die das Arbeitsfeld dauerhaft entlasten und die Arbeit in den Krippen, Kindergärten und Kindertagesstätten attraktiver machen. Vor allem angesichts des Fachkräftemangels müssen mehr Menschen für die frühpädagogische Arbeit gewonnen und auf hohem Niveau qualifiziert werden. Das wird nur gelingen, wenn die Arbeitsbedingungen verbessert und die Beschäftigten besser entlohnt werden. Doch wenn es um die erforderlichen finanziellen Mittel für den qualitativen Ausbau, den verbindlichen Orientierungsplan und die Aufwertung des Berufsfeldes geht, bleibt es seit Jahren lediglich bei Sonntagsreden. Aktuell ist die Landesregierung wieder von Studien aufgeschreckt. Diesmal sind es die IQB-Vergleichsstudien, die den Viertklässlern aus Baden-Württemberg deutschlandweit nur mittelmäßige Leistungen in Deutsch und Mathe bescheinigt haben. Die Kultusministerin Susanne Eisenmann sieht die Ursachen für das ernüchternde Ergebnis auch in Qualitätsproblemen der Kita.

IQB-Studie – mit Folgen für die Kita?

Mit einem „Pakt für gute Bildung und Betreuung“ sollen die Angebote der frühkindlichen Bildung und Betreuung in Baden-Württemberg sowohl qualitativ als auch quantitativ gestärkt werden. Gemeinsam mit den kommunalen Landesverbänden, den freien Trägern sowie der Kindertagespflege berät das Kultusministerium seit Herbst 2017 über die Schwerpunktsetzung. Laut Eisenmann soll dabei besonders der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule in den Blick genommen und eine verbindliche Qualität in den Kitas angestrebt werden. Staatssekretär im KM, Volker Schebesta (CDU), benannte auf einer GEW-Veranstaltung mit Erzieher/innen Mitte November 2017 in Appenweier bei Offenburg weitere Schwerpunkte, die verhandelt werden sollen. Dazu gehörten die weitere Umsetzung des Orientierungsplans, die Erhöhung der Leitungszeit, die Inklusion im vorschulischen Bereich, die Qualifizierung von Fachberatung, Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel und Finanzierung der Kindertagespflege. In seinen Ausführungen zur zukünftigen Ausrichtung der Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen bezog sich Schebesta ebenfalls auf das schlechte Abschneiden der Viertklässler/innen in Deutsch und Mathematik bei der IQB-Ländervergleich-Studie 2016. Die Pläne der Kultusministerin für die Frühe Bildung sind undurchsichtig. In der Schwäbischen Zeitung wurde Eisenmann so zitiert: „Die IQB-Studie hat gezeigt, dass wir früher ansetzen müssen und ein aufbauendes System brauchen. Daher müssen wir etwa darüber nachdenken, ob wir Vierjährigen mit Sprachförderbedarf verpflichtende Angebote machen.“ Auf der Internetseite des Kultusministeriums heißt es dazu: „Eine fundierte Eingangsuntersuchung und daran anschließende verbindliche Maßnahmen für Kinder mit Förderbedarf sind deshalb zwingend notwendig.“

Hier deutet sich eine neue, eine deutlich leistungsorientierte Qualitätsdiskussion in der Frühen Bildung an. Ersichtlich wird dies, weil Übergang vom Kindergarten in die Grundschule priorisiert und die damit verbundene Einschulungsuntersuchung (ESU) neu justiert wird. Auch zeichnet sich eine Tendenz zum Vorschuljahr mit verpflichtenden Förderplänen ab. Dass die Kindertageseinrichtungen als Angebot der Kinderund Jugendhilfe einen eigenständigen, einen ganzheitlichen Bildungsauftrag haben, der an den Stärken der Kinder ansetzt, wird in solchen Überlegungen ignoriert. Was alleine zählt, ist das „Schulreife Kind“. Für die GEW wäre das ein Rückschritt, denn mit dem Orientierungsplan ist es gelungen, das Kind mit seinen Stärken und nicht mit seinen Defiziten in den Mittelpunkt zu stellen.

 

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Kita Artikel Baden-Württemberg
news-13250 Wed, 17 Jan 2018 14:00:11 +0100 Die Arbeitszeit an Gymnasien ist zu hoch! https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/die-arbeitszeit-an-gymnasien-ist-zu-hoch/ Eine repräsentative GEW-Studie zeigt, dass die Arbeitszeit an Gymnasien zu hoch ist. Die in Niedersachsen durchgeführte Studie belegt wissenschaftlich, dass Vollzeitkräfte am Limit arbeiten und Teilzeitkräfte mit erheblicher Mehrarbeit belastet sind. Schule Gesundheit Gute Arbeit Artikel Gymnasium Baden-Württemberg news-13222 Mon, 15 Jan 2018 16:04:29 +0100 18 Euro pro Übernachtung sind zu wenig https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/18-euro-pro-uebernachtung-sind-zu-wenig/ Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat in einem vom GEW-Rechtsschutz-Verfahren entschieden, dass die pauschale Begrenzung der Übernachtungskosten auf 18 Euro pro Nacht zu gering ist und hat unserem Mitglied weitere 44 Euro zugestanden. Recht Artikel Baden-Württemberg news-13140 Wed, 20 Dec 2017 16:09:01 +0100 Forderungsdiskussion eröffnet https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/forderungsdiskussion-eroeffnet/ Im Frühjahr stehen die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen an. In den Gewerkschaften werden die Forderungen vor dem Hintergrund sprudelnder Steuereinnahmen diskutiert. Auch in den Kitas und anderen sozialpädagogischen Einrichtungen in Baden-Württemberg wird die Tarifrunde mit Spannung erwartet. Die Tarifrunde 2018 bei Bund und Kommunen wirft ihre Schatten voraus. Im November haben die Bundestarifkommissionen von Verdi und GEW die Forderungsdiskussion in ihrer Mitgliedschaft eröffnet. Zeit für eine ausgiebige Diskussion ist vorhanden. Die erste Verhandlungsrunde startet erst Ende Februar in Potsdam. Terminiert sind zwei weitere Runden Mitte März und Mitte April 2018.

Rahmenbedingungen sind zurzeit gut
Spürbare Gehaltssteigerungen werden im Mittelpunkt der Tarifauseinandersetzungen stehen. Die Rahmenbedingungen sind so gut wie lange nicht mehr. Die Lage der Wirtschaft ist stabil und die Prognosen für die nächsten Jahre sind rosig. Die öffentlichen Haushalte sind intakt und die Steuereinnahmen sprudeln weiter. Laut Arbeitskreis „Steuerschätzungen“ des Bundesfinanzministeriums werden die gesamtstaatlichen Steuereinnahmen - noch stärker als im Frühjahr erwartet - von 734,5 Milliarden Euro 2017 auf 889,6 Milliarden Euro 2022 steigen. Neben diesen Daten spielt natürlich auch ein Blick auf die Preisentwicklung eine Rolle. Nach Zahlen des Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung lag sie im Oktober 2017 im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 1,6 Prozent.

Insgesamt ist die Gelegenheit also günstig, einen hohen Abschluss durchzusetzen. Nur so lässt sich auch der Anschluss an die Lohnentwicklung in der Gesamtwirtschaft sicherstellen. Angesichts der weiter wachsenden Einkommensungleichheit ist ein hoher Abschluss aber auch gesamtgesellschaftlich ein Gebot der Stunde. Dass die Forderungsdiskussion daher bereits jetzt um die Zahl von 6 Prozent kreist, kann deshalb nicht verwundern. Jenseits der konkreten Prozenthöhe, mit der die Gewerkschaften in die Auseinandersetzung starten, wird noch darüber diskutiert werden müssen, ob eine soziale Komponente gefordert und ob weitere Forderungen erhoben werden sollen. So gibt es erste Stimmen in den Tarifkommissionen, die sich für ein Job-Ticket stark machen. Ebenfalls aufgeworfen wurde das Thema Arbeitszeit und die Frage des alternsgerechten Arbeitens. Der Beschluss über die Forderungen wird voraussichtlich am 7. (GEW) bzw. 8. Februar (Verdi) getroffen.

Klar ist schon heute, dass ein gutes Ergebnis von der Streikbereitschaft der Beschäftigten abhängt. Hier werden natürlich auch die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst gefordert sein. Geschlossene Kitas bringen Unruhe, und die werden die Bürgermeister/innen vermeiden wollen.
Verhandelt wird in der Tarifrunde für 2,26 Millionen Tarifbeschäftigte bei den Kommunen und 140.000 Tarifbeschäftigte beim Bund. In Baden-Württemberg gibt es über 220.000 Beschäftigte bei den Kommunen, von denen fast 34.000 pädagogische Fachkräfte (Erzieher/innen und Sozialarbeiter/innen) sind. Das Ergebnis der Tarifrunde gilt direkt zwar nur für die Beschäftigten bei den Kommunen, wird in der Regel aber von den Kirchen und anderen freien Trägern von Kindertagesstätten und Jugendhilfeeinrichtungen übernommen. So werden auch die über 46.000 Erzieher/innen und Sozialarbeiter/innen, die dort beschäftigt sind, gespannt auf die Tarifrunde schauen.

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TVöD Artikel b+w Baden-Württemberg
news-13139 Wed, 20 Dec 2017 15:57:38 +0100 KM verweigert Unterstützung für Lerncoaching https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/km-verweigert-unterstuetzung-fuer-lerncoaching/ Für das Kultusministerium ist das Lerncoaching ein wichtiger Bestandteil des pädagogischen Konzepts der Gemeinschaftsschule. Es hält deshalb an einer Verankerung des Coachings in einer Verordnung fest. Die Lehrkräfte müssen also coachen, Anrechnungsstunden bekommen sie dafür nicht. Immer wieder erreichen die GEW und den Hauptpersonalrat GHWRGS Schreiben und Resolutionen von Kollegien von Gemeinschaftsschulen, in denen sie auf die unzureichenden Ressourcen hinweisen und die massiv gestiegene Arbeitsbelastung vor Ort beschreiben. Die GEW kämpft auf allen politischen Ebenen dafür, dass Kolleg/innen an den Gemeinschaftsschulen entlastet werden.
Auch der Hauptpersonalrat GHWRGS versucht im Rahmen seiner Möglichkeiten, dieses dicke Brett zu bohren. Da es aber an der politischen Unterstützung durch das Kultusministerium und die Landesregierung fehlt, ist das leider oft erfolglos. So auch bei der Forderung, die Kolleginnen und Kollegen an den Gemeinschaftsschulen für die zusätzliche Arbeit als Lerncoaches zu entlasten. 2014 wurde der Hauptpersonalrat GHWRGS zur Überarbeitung der Verordnung des KM über die Sekundarstufe I der Gemeinschaftsschule angehört. Die wesentliche Änderung stand im § 4b „Jeder Schüler wird von einer Lehrkraft der Schule als Lerncoach betreut, der ihn regelmäßig in Fragen seiner individuellen Lernentwicklung berät“. Der Hauptpersonalrat GHWRGS und die GEW haben diese inhaltliche Änderung begrüßt.
Da eine Verordnung des Kultusministeriums (im Gegensatz zur Verwaltungsvorschrift oder zur Anweisung) eine Rechtsverordnung der Landesregierung ist, ist sie nach dem Landespersonalvertretungsgesetz (LPVG) der Mitbestimmung des Personalrats entzogen.

Der Hauptpersonalrat GHWRGS ist der Auffassung, dass die Tätigkeit von Beschäftigten als Lerncoach eine deutliche Mehrbelastung der Kolleg/innen in der nicht durch Unterricht gebundenen Arbeitszeit darstellt und dass die Kolleg/innen dafür mit Anrechnungsstunden entsprechend entlastet werden müssen. Das Coaching findet in den meisten Fällen nicht während der Unterrichtszeit statt und bedarf einer Vor- und Nachbereitung. Coacht eine Lehrkraft einmal in der Woche „nur“ zehn Minuten ihre Schüler/innen, braucht sie bei 20 Schüler/innen alleine für die Gespräche 200 Minuten. Da ist die Vor- und Nachbereitung nicht eingerechnet und auch nicht die Schüler/innen, die mehr als zehn Minuten pro Woche Coachingbedarf haben.

Möglichkeiten des Hauptpersonalrats sind sehr eingeschränkt
Der Hauptpersonalrat hat deshalb im Rahmen seines Initiativrechts zu sogenannten Maßnahmen zur Hebung der Arbeitsleistung beantragt: „Lehrkräfte, die als Lerncoach die entsprechende Beratung durchführen, erhalten eine Anrechnung von zwei Wochenunterrichtsstunden für die Beratung von jeweils 20 Schülern bzw. Schülerinnen“. Das KM hat sich nicht inhaltlich mit diesem Sachverhalt auseinandergesetzt. Es hat abgestritten, dass es sich um einen zulässigen Antrag der Personalvertretung handelt, weil der Lerncoach von der Landesregierung durch Rechtsverordnung eingeführt wurde.
Dem Personalrat blieb deshalb nichts anderes übrig, als in einem Verfahren beim Verwaltungsgericht Stuttgart feststellen zu lassen, dass der Antrag im Rahmen der Beteiligungsrechte des Hauptpersonalrats GHWRGS zulässig ist. Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat diesem Antrag im November 2015 entsprochen. Dagegen hat das Kultusministerium zunächst Beschwerde eingelegt, diese aber nicht weiter verfolgt. Daraufhin teilte das KM mit, dass es dem Antrag aus inhaltlichen Gründen nicht entsprechen werde. Deshalb rief der Hauptpersonalrat die vorgesehene Einigungsstelle an. Eine Einigungsstelle setzt sich zusammen aus einer neutralen Person, die die Befähigung zum Richteramt besitzen muss sowie aus drei Beisitzern, die vom Kultusministerium (Dienststelle) benannt werden und drei Beisitzern, die vom Hauptpersonalrat benannt werden. Die Einigungsstelle beschloss im März 2017 mehrheitlich (mit Votum der Richterin), dass die Wahrnehmung der Aufgaben als Lerncoach zu einer Mehrbelastung der damit betrauten Lehrkräfte führt. Die Begründung: „Dies wurde in der Verhandlung der Einigungsstelle von Seiten der Personalvertretung eingehend und nachvollziehbar ausgeführt; die Einwände von Seiten des Ministeriums konnten die Schlüssigkeit dieser Ausführungen nicht in Frage stellen.“ Es erscheint namentlich ausgeschlossen, dass die Coachinggespräche größtenteils oder sogar ausschließlich von der Lehrkraft während des Unterrichts, z. B. in der Selbstlernphase der Schüler, durchgeführt werden können. Dies dürfte bereits daran scheitern, dass die Lehrkraft in dieser Zeit nicht „frei“ hat und sich schon deshalb den von ihr individuell zu betreuenden Schülern nicht mit der gebotenen volle Aufmerksamkeit widmen kann.“
Die Einigungsstelle empfahl: „Der obersten Dienstbehörde (Kultusministerium) wird empfohlen, den Lehrkräften, die Beratungen als Lerncoach durchführen, für die Beratung von jeweils 20 Schülern und Schülerinnen eine angemessene Anrechnung auf die Unterrichtsverpflichtung zu gewähren.“

Nach dem LPVG hatte danach die Kultusministerin den sogenannten Letztentscheid und teilte dem Hauptpersonalrat im Juni 2017 mit „Das Kultusministerium hat als oberste Dienstbehörde entschieden, die Empfehlung der Einigungsstelle nicht umzusetzen und den Lerncoaches keine Anrechnung auf die Unterrichtsverpflichtung für die Beratung von jeweils 20 Schülerinnen und Schülern zu gewähren.
Maßgeblich für diese Entscheidung sind folgende Gründe: Die Bemessung des Deputats der Lehrkräfte berücksichtigt neben der Unterrichtsverpflichtung die weiteren, mit dem Unterrichtsauftrag verbundenen Verpflichtungen. Zu diesen Verpflichtungen gehört, nicht nur an der Gemeinschaftsschule, die Begleitung der Lernentwicklung und die entsprechende Beratung der Schülerinnen und Schüler. An der Gemeinschaftsschule hat diese Lernentwicklungsbegleitung einen besonderen Stellenwert, der auch in der ausdrücklichen Nennung des Lerncoach in § 4 Absatz 2 der Verordnung des Kultusministeriums über die Sekundarstufe I und die gymnasiale Oberstufe der Gemeinschaftsschule zum Ausdruck kommt. Allerdings war diese Form der Lernentwicklungsbegleitung an Gemeinschaftsschulen bereits von Anfang an Teil des Konzepts dieser Schulart und wurde nicht erst durch die Verankerung in der Verordnung etabliert. Diese besondere Form der Lernentwicklungsbegleitung, deren zeitlicher Aufwand auch vom Kultusministerium gesehen wird, ist damit Teil der Pflichten, die vom Deputat umfasst sind. Dies auch deshalb, weil sich ein Mehraufwand für diese Aufgaben, im Vergleich zu der Lernentwicklungsbegleitung an den anderen Schularten, in denen diese Aufgabe nicht derart ausdrücklich verankert ist, nicht quantifizierbar ist. Zudem bieten sich für das Lerncoaching unterschiedliche Umsetzungsmöglichkeiten, deren zeitlicher Aufwand höchst unterschiedlich ist. Das Kultusministerium sieht gleichwohl die Bedeutung des Lerncoachings als wichtigen Bestandteil des pädagogischen Konzepts der Gemeinschaftsschulen und wird deshalb an einer Verankerung des Coachings in der Verordnung festhalten.“

Damit ist klar: Die aufwändigen personalvertretungsrechtlichen Bemühungen des Hauptpersonalrats GHWRGS zur Entlastung der Lehrkräfte an den Gemeinschaftsschulen haben eine neutrale Richterin überzeugt. Die Kultusministerin und das Ministerium leider nicht. Letztlich ging es bei der Entscheidung des KM vermutlich um Geld. Die Landesregierung hat kein Interesse, mehr Geld für die Gemeinschaftsschulen auszugeben.
Dem Hauptpersonalrat GHWRGS sind die Hände gebunden. Die Belastung der Kolleginnen und Kollegen an den Gemeinschaftsschulen kann nur durch eine politische Entscheidung der Landesregierung gesenkt werden. Es ist also sinnvoll, wenn möglichst viele Lehrkräfte an Gemeinschaftsschulen zu ihren Wahlkreisabgeordneten gehen und ihnen schildern, wie die massive Arbeitsbelastung an einer Gemeinschaftsschule aussieht. Die GEW wird sich auf jeden Fall auf allen politischen Ebenen dafür stark machen, dass die besonderen Belastungen der Gemeinschaftsschulen ernstgenommen werden.

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Artikel b+w Baden-Württemberg
news-13137 Wed, 20 Dec 2017 15:36:26 +0100 Erfolgreicher Schulversuch wird ohne Argumente beendet https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/erfolgreicher-schulversuch-wird-ohne-argumente-beendet/ „Grundschule ohne Noten“ heißt der Schulversuch, den das Kultusministerium nach fünf Jahren stoppen will. „Wir haben keinerlei Verständnis dafür, dass wichtige pädagogische Impulse in einer Phase ignoriert werden, in der es in der Schulpolitik explizit um die Qualität der Grundschule geht“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz, als Anfang November der Absagebrief des KM einging. „Der Schulversuch ‚Grundschule ohne Noten‘ hat keinen erkennbaren Mehrwert, deshalb werden wir ihn zum kommenden Schuljahr beenden“, so begründete Kultusministerin Susanne Eisenmann ihre Entscheidung gegenüber der Presse. Bei dem Schulversuch, der von Rot-Grün eingeführt wurde, habe man „verpasst“, parallel zu evaluieren. Aber ohne eine wissenschaftliche Begleitung habe der Versuch „keinen Erkenntniswert“ und müsse beendet werden.
„Ein weiteres Mal werden die Lehrkräfte bei pädagogischen Entscheidungen übergangen. Weder die Eltern noch die Schüler/innen und Lehrkräfte wurden angehört oder befragt. Eine Evaluation war den Schulen aber genau vom Kultusministerium zugesagt worden. Die Versuchsschulen haben die Einlösung dieser Zusage wiederholt eingefordert“, betonte Moritz. Auch der Vorsitzende des Landeselternbeirat, Carsten Rees, kritisierte die Entscheidung: Der Versuch sei nicht wissenschaftlich begleitet worden, gerade weil das Kultusministerium aus Kostengründen diese Evaluierung abgelehnt hatte. „Das kann man am charmantesten noch mit dem Wort ‚Heuchelei‘ umschreiben“, schrieb Rees in einer Pressemeldung.

Jörg Fröscher von der Theodor-Heuglin-Schule in Ditzingen hat ebenfalls kein Verständnis für den Abbruch. Der Schulleiter einer der zehn Versuchsschulen berichtet von sehr positiven Erfahrungen an seiner Schule, seit die Schüler/innen nicht mehr mit Ziffernnoten beurteilt werden. „Das Konkurrenzdenken der Schüler/innen untereinander hat aufgehört, wegen schlechter Noten muss kein Kind mehr weinen oder wütend werden. Bei uns steht jedes einzelne Kind mit seiner eigenen Leistungsfähigkeit im Mittelpunkt“, erklärt Fröscher. Auch Unternehmen wie Trumpf, Daimler, Bosch, DB oder dm-Märkte hätten sich auf den Weg gemacht, Schüler/innen nicht nur nach Zeugnisnoten zu bewerten. Sie interessierten sich für Schülerpersönlichkeiten und würden sogar eigene Einstellungsprofile entwickeln.

Protest kommt auch vom „Freiburger Bündnis – eine Schule für alle“. „Wir befürchten, dass die Ministerin mit dem Abbruch des Schulversuches die vielversprechenden Ansätze zur Entwicklung, Erprobung und Anwendung einer kindgerechten Lernkultur mit Absicht und möglicherweise irreparabel beschädigt“, erklärt das Bündnis. Die Paul-Hindemith-Schule, eine der Versuchsschulen in Freiburg, schreibt auf ihrer Internetseite: „In unserer Schule soll eine angst- und stressfreie Lernatmosphäre herrschen, in der die Eltern und Schüler regelmäßig eine kompetenzorientierte, direkte Rückmeldung über das Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten bekommen. Lehrer, Schüler und Eltern sollen miteinander über die erbrachten Leistungen ins Gespräch kommen und sich gegenseitig beraten, informieren und stützen. Die Schülerinnen und Schüler sollen (…) keine Ausgrenzungen und Demütigungen in der Klasse aufgrund nicht erfüllter Erwartungen erfahren.“ (www.paul-hindemith-grundschule.de/schule-ohne-noten)
Schon auf der GEW-Tagung Ende 2013 berichteten Schulen über gewinnbringende Erkenntnisse, wenn sie alternative Leistungsfeststellungen anwenden. „Kinder werden ohne Noten gerechter und differenzierter beurteilt und sie kennen ihre Stärken und Schwächen“, sagte die Konrektorin Marion Esser der Gerhart-Hauptmann-Schule in Mannheim. Sie ist überzeugt davon, dass die Kinder ihrer Schule angstfrei lernen, keine soziale Ausgrenzung erfahren und selbstsicher und gestärkt in die weiterführenden Schulen wechseln können. Der Grundschulpädagoge Professor Hans Brügelmann erläuterte: „Lehrer/innen und Eltern, die eigene Erfahrungen mit alternativen Beurteilungsformen haben, stehen dem Verzicht auf Noten deutlich positiver gegenüber als die immer noch skeptische Mehrheit der Bevölkerung.“
Die GEW erwartet, dass der Schulversuch verlängert und eine wissenschaftliche Begleitung eingerichtet wird. „Die Kultusministerin hat keine inhaltliche Begründung für die Streichung des Schulversuches geliefert. Mit Bildungspolitik nach Bauchgefühl wird es nicht gelingen, die Qualität in unseren Schulen zu steigern. Der Schulversuch zeigt, dass es andere Wege gibt, Leistung zu messen und den Schüler/innen und ihren Eltern wertvolle und differenzierte Rückmeldungen ohne Noten zu geben“, sagte Moritz.

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Artikel b+w Baden-Württemberg
news-13136 Wed, 20 Dec 2017 15:22:56 +0100 Leistungsdenken schon in der Kita? https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/leistungsdenken-schon-in-der-kita/ Unbestritten ist, dass nach dem großen Ausbau der Kleinkindbetreuung jetzt in die Qualitätsentwicklung der Kitas investiert werden muss. Die Grundlagen dafür wurden schon vor 11 Jahren mit dem Orientierungsplan gelegt. Ausreichend finanziert wurde er nie. Wie sich Kitas tatsächlich weiterentwickeln sollen, scheint aber nicht mehr Konsens zu sein. Nach dem PISA-Schock im Jahr 2000 hat die Frühe Bildung in Kindertageseinrichtungen enorm an Aufmerksamkeit und Bedeutung gewonnen. In der Folge wurde in Baden-Württemberg 2006 der „Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für die baden-württembergischen Kindergärten“ von der damaligen CDU/FDP-Regierung ausgegeben. Den Plan gibt es mittlerweile 11 Jahre!
Der Orientierungsplan wird in der Kita-Praxis sehr geschätzt. Ihm liegt ein umfassendes, ganzheitliches Bildungsverständnis zugrunde, das an der Eigenmotivation der Kinder anknüpft. Die pädagogischen Zielvorgaben orientieren sich an den Entwicklungsfeldern des Kindes, die als grundlegend für die Persönlichkeitsentwicklung und Sozialisation von Geburt an angesehen werden. Die Gestaltung des Kindergartenalltags steht seither unter dem Motto: „Die Welt mit den Augen der Kinder sehen“.
Die Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen wurden geschult und sind seitdem dabei, ihre frühpädagogische Arbeit und die Einrichtungen im Sinne des Orientierungsplans weiterentwickelt. Doch nach der anfänglichen Euphorie ist jetzt mehr und mehr Ernüchterung zu spüren. Denn übrig geblieben sind gestiegene Erwartungen und höhere Arbeitsbelastung durch viele zusätzliche Aufgaben, die ohne zusätzliche Ressourcen bewältigt werden müssen. Seit Jahren verschlechtern sich daher die Arbeitsbedingungen der frühpädagogischen Fachkräfte in den Krippen, Kindergärten und Kindertagesstätten.
Dass die Aufnahme von U3-Kindern, die Ausweitung der Öffnungszeiten, die Integration von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und der Flüchtlingskinder trotz des Fachkräftemangels so gut gelingt, ist in erster Linie dem hohen Verantwortungsbewusstsein und Engagement der frühpädagogischen Fachkräfte zu verdanken. Doch sie leiden zunehmend unter einem Umsetzungsdilemma. Denn einerseits identifizieren sie sich mit den Anforderungen des Orientierungsplans, aber andererseits fehlen die notwendigen Ressourcen, diese in hoher Qualität umzusetzen.

Aus Sicht der GEW werden dringend nachhaltige Entscheidungen und Maßnahmen benötigt, die das Arbeitsfeld dauerhaft entlasten und die Arbeit in den Krippen, Kindergärten und Kindertagesstätten attraktiver machen. Vor allem angesichts des Fachkräftemangels müssen mehr Menschen für die frühpädagogische Arbeit gewonnen und auf hohem Niveau qualifiziert werden. Das wird nur gelingen, wenn die Arbeitsbedingungen verbessert und die Beschäftigten besser entlohnt werden. Doch wenn es um die erforderlichen finanziellen Mittel für den qualitativen Ausbau, den verbindlichen Orientierungsplan und die Aufwertung des Berufsfeldes geht, bleibt es seit Jahren lediglich bei Sonntagsreden.
Aktuell ist die Landesregierung wieder von Studien aufgeschreckt. Diesmal sind es die IQB-Vergleichsstudien, die den Viertklässlern aus Baden-Württemberg deutschlandweit nur mittelmäßige Leistungen in Deutsch und Mathe bescheinigt haben. Die Kultusministerin Susanne Eisenmann sieht die Ursachen für das ernüchternde Ergebnis auch in Qualitätsproblemen der Kita.

IQB-Studie – mit Folgen für die Kita?
Mit einem „Pakt für gute Bildung und Betreuung“ sollen die Angebote der frühkindlichen Bildung und Betreuung in Baden-Württemberg sowohl qualitativ als auch quantitativ gestärkt werden. Gemeinsam mit den kommunalen Landesverbänden, den freien Trägern sowie der Kindertagespflege berät das Kultusministerium seit Herbst 2017 über die Schwerpunktsetzung. Laut Eisenmann soll dabei besonders der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule in den Blick genommen und eine verbindliche Qualität in den Kitas angestrebt werden.
Staatssekretär im KM, Volker Schebesta (CDU), benannte auf einer GEW-Veranstaltung mit Erzieher/innen Mitte November 2017 in Appenweier bei Offenburg weitere Schwerpunkte, die verhandelt werden sollen. Dazu gehörten die weitere Umsetzung des Orientierungsplans, die Erhöhung der Leitungszeit, die Inklusion im vorschulischen Bereich, die Qualifizierung von Fachberatung, Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel und Finanzierung der Kindertagespflege. In seinen Ausführungen zur zukünftigen Ausrichtung der Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen bezog sich Schebesta ebenfalls auf das schlechte Abschneiden der Viertklässler/innen in Deutsch und Mathematik bei der IQB-Ländervergleich-Studie 2016.
Die Pläne der Kultusministerin für die Frühe Bildung sind undurchsichtig. In der Schwäbischen Zeitung wurde Eisenmann so zitiert: „Die IQB-Studie hat gezeigt, dass wir früher ansetzen müssen und ein aufbauendes System brauchen. Daher müssen wir etwa darüber nachdenken, ob wir Vierjährigen mit Sprachförderbedarf verpflichtende Angebote machen.“ Auf der Internetseite des Kultusministeriums heißt es dazu: „Eine fundierte Eingangsuntersuchung und daran anschließende verbindliche Maßnahmen für Kinder mit Förderbedarf sind deshalb zwingend notwendig.“
Hier deutet sich eine neue, eine deutlich leistungsorientierte Qualitätsdiskussion in der Frühen Bildung an. Ersichtlich wird dies, weil Übergang vom Kindergarten in die Grundschule priorisiert und die damit verbundene Einschulungsuntersuchung (ESU) neu justiert wird. Auch zeichnet sich eine Tendenz zum Vorschuljahr mit verpflichtenden Förderplänen ab.
Dass die Kindertageseinrichtungen als Angebot der Kinder- und Jugendhilfe einen eigenständigen, einen ganzheitlichen Bildungsauftrag haben, der an den Stärken der Kinder ansetzt, wird in solchen Überlegungen ignoriert. Was alleine zählt, ist das „Schulreife Kind“. Für die GEW wäre das ein Rückschritt, denn mit dem Orientierungsplan ist es gelungen, das Kind mit seinen Stärken und nicht mit seinen Defiziten in den Mittelpunkt zu stellen.

Damit Kitas den Qualitätskriterien des Orientierungsplans entsprechen können, fordert die GEW:
1. Finanzzuweisungen des Landes an die Kommunen anpassen.
Eine qualitativ hochwertige Arbeit nach dem Orientierungsplan verlangt neben einer guten Personalausstattung auch eine moderne Ausstattung der Räume und der Arbeits- und Sachmittel, sprich Spielmaterial. In Räumen von gestern lässt sich eine Pädagogik von heute nur bedingt umsetzten.
2. Arbeitszeit regeln
-    Für Leitungsaufgaben, Teamführung und Qualitätsentwicklung sind mindestens 25 Prozent Leitungszeit pro Kitagruppe verbindlich festzulegen.
-    Für mittelbare pädagogische Arbeitszeit (Verfügungszeit) zur Vor- und Nachbereitung der frühpädagogischen Arbeit, Beobachtung und Dokumentation, Elternarbeit, Teamsitzungen etc. sind mindestens 25 Prozent der Arbeitszeit verbindlich festzuschreiben.
3. Qualitätsentwicklung sichern
-    Für die Team- und Organisationsentwicklung sind pädagogische Tage sowie eine kontinuierliche Praxisbegleitung durch pädagogische Fachberatung zur Verfügung zu stellen.
-    Einstellung von zusätzlichem heilpädagogischen Personals für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und Kinder mit Fluchterfahrung.
4. Qualifikationsaufstiege schaffen
-    Schaffung von berufsbegleitenden Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
5. Ausbildungskapazität steigern
-    Ausbau der Ausbildungsplätze an Fach- und Hochschulen
-    Schaffung von dualen Studiengängen
6. Entgelt erhöhen
-    Anhebung des Entgelts für frühpädagogische Fachkräfte
-    Tarifliche Regelungen für Kindheitspädagoginnen
Es besteht dringend Handlungsbedarf, aber bislang fehlt vor allem der politische Wille, den Ausbau der Kindertageseinrichtungen auch mit fachlicher Qualität zu hinterlegen und in die Arbeitsbedingungen der Fachkräfte zu investieren. Dabei belegen diverse Studien, dass sich jeder in die Frühe Bildung investierte Euro vielfach auszahlt. Daher sollte die Landesregierung handeln. Geld dafür ist angesichts sprudelnder Steuer-einnahmen genug vorhanden.

 

Kinderbildungspass (KiBiPa) vom Tisch

Der Bildungsausschuss der Landesregierung hat Mitte Oktober beschlossen, den im Koalitionsvertrag verankerten Kinderbildungspass (KiBiPa) nicht einzuführen. Die GEW hat die Streichung unterstützt.
Im grün-schwarzen Koalitionsvertrag ist die Einführung eines sogenannten „KinderBildungsPasses“ (KiBiPa) festgeschrieben. Die dafür veranschlagten 84 Millionen Euro sollten die Eltern von Kindern im letzten Kindergartenjahr von den Kita-Gebühren entlasten. Dahinter steckte die Idee (der CDU) von einem beitragsfreien und verpflichtenden letzten Kindergartenjahr vor der Einschulung.
Die GEW Baden-Württemberg kritisierte von Anfang an die Einführung des KiBiPa und sah darin eine große Geldverschwendung, da er weder zur Qualitätsentwicklung der Kindertageseinrichtungen noch zur Gewinnung von frühpädagogischen Fachkräften beiträgt. Auch auf die Besuchsquote würde sich der KiBiPa nur minimal auswirken, da 2016 bereits 97 Prozent der Kinder im letzten Kita-Jahr eine Kindertageseinrichtung besuchten.
Bei einer öffentlichen Anhörung im Bildungsausschuss des Landtags zu „Investitionen in die Qualität frühkindlicher Bildung statt des grün-schwarzen KinderBildungsPasses“ konnte die GEW ihre Expertise einbringen. Die Landesvorsitzende Doro Moritz forderte, den Kinderbildungspass zurückzunehmen und stattdessen das Geld in die Qualitätsentwicklung in Krippen und Kitas zu investieren.
Die Abgeordneten des Bildungsausschusses schlossen sich letztlich der Auffassung an, dass gezielte Qualitätsverbesserungen Vorrang vor Beitragsbefreiung haben sollten. Auch Kultusministerin Eisenmann (CDU) begrüßte die Entscheidung, den Kinderbildungspass nicht einzuführen.
b&w

 

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GEW Artikel Zeitschrift b+w Baden-Württemberg
news-13135 Wed, 20 Dec 2017 14:43:10 +0100 GEW zu amtsangemessenem Familienzuschlag https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gew-zu-amtsangemessenem-familienzuschlag/ Möglicherweise wird es eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgericht zum Familienzuschlag ab dem dritten Kind geben. Um Ansprüche aus 2017 und die folgenden Jahre geltend zu machen, ist es notwendig bis zum 31.12. einen Antrag an das LBV zu stellen. Artikel Baden-Württemberg news-13122 Wed, 20 Dec 2017 10:56:18 +0100 Digitalisierung gemeinsam mit Beschäftigten gestalten http://bw.dgb.de/themen/++co++bc9f08d4-e3fe-11e7-bd3a-52540088cada Mit der Digitalisierungsstrategie will das Land in den kommenden Jahren die Digitalisierung in Baden-Württemberg voranbringen. Der DGB fordert, dass dabei die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes nicht untergehen dürfen. Schule Tarif Beamte Artikel Baden-Württemberg news-13099 Mon, 18 Dec 2017 11:37:42 +0100 GEW Ostwürttemberg informierte seine Fachlehrkräfte/Technische Lehrkräfte https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gew-ostwuerttemberg-informierte-seine-fachlehrkraeftetechnische-lehrkraefte/ An vielen Schulen wird man das Gefühl nicht los, dass ohne Fachlehrer/innen der Apparat hoffnungslos in die Knie gehen müsste. Artikel Fachlehrer Baden-Württemberg news-13071 Thu, 14 Dec 2017 09:28:00 +0100 Deutscher Seniorentag https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/deutscher-seniorentag/ Der 12. Deutsche Seniorentag findet vom 28. bis 30. Mai 2018 in Dortmund statt und steht unter dem Motto „Brücken bauen!" Mitglieder 60+ Artikel Baden-Württemberg news-13052 Wed, 13 Dec 2017 14:16:08 +0100 Schulen fühlen sich im Stich gelassen https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/schulen-fuehlen-sich-im-stich-gelassen-1/ Vertrauensleute und Personalräte aus allen Schularten Baden-Württembergs erwarten mehr Unterstützung von der grün-schwarzen Landesregierung in Baden-Württemberg. Das wurde bei der GEW-Konferenz in Karlsruhe deutlich. Artikel Baden-Württemberg news-12560 Tue, 05 Dec 2017 16:45:00 +0100 JA13-Aktionswochen https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/ja13-aktionswochen/ Die GEW lässt nicht locker und fordert A13 für alle Grund- und Hauptschullehrkräfte in Baden-Württemberg! Vom 13. November bis 1. Dezember treten wir in mehr als 20 Aktionen für diese Forderung ein. Die GEW führt unter anderem Gespräche mit Abgeordneten, bei denen Lehrkräfte ihre Situation darstellen. Außerdem werden wir das Thema in die Öffentlichkeit tragen. Es muss endlich Schluss sein mit der Diskriminierung von Lehrkräften, die Grundschulkinder unterrichten bzw. Schüler/innen zum Haupt- und Werkrealschulabschluss führen!

Wie sieht es derzeit aus:

  • An den Schulen der Sekundarstufe unterrichten wissenschaftliche Lehrkräfte in den Besoldungsgruppen A12, A13 und A14. Sie leisten bis Klasse 10 die gleiche Arbeit.
  • Hauptschullehrkräfte, die ihre Werkrealschule verlassen bzw. schon verlassen haben, können sich für die Besoldungsgruppe A13 qualifizieren. Das hat die GEW durchgesetzt!
  • Hauptschullehrkräften, die an ihrer Haupt-/Werkrealschule bleiben, verweigert die Landesregierung strikt die Möglichkeit, nach A13 zu kommen. Das ist ein Skandal!
  • Grundschullehrkräfte werden von der Landesregierung diskriminiert. Seit diesem Schuljahr unterrichten Grundschullehrkräfte, die genauso acht Semester studiert haben wie die Hauptschullehrkräfte seit 2011. Die Hauptschullehrkräfte werden nach A13, die Grundschullehrkräfte nach A12 besoldet. Das akzeptieren wir nicht!
  • Ohne sachlichen Grund wurde bei der Umstellung auf die Bachelor/Master-Struktur das Primarstufenlehramt nicht auf zehn Semester verlängert.

Es ist nur gerecht, dass alle Grund- und Hauptschullehrkräfte nach A13 besoldet werden. Dass es auch notwendig ist, beweist der bundesweite Lehrkräftemangel vor allem an Grundschulen.

Aktionen in den GEW-Kreisen

Kreis Aktion
  1.12. in Stuttgart Hauptschultag
Calw/Freudenstadt
  • Veranstaltung Thema Grundschule am 8. November in Calw
  • Veranstaltung am GS Seminar in Freudenstadt zusammen mit Rastatt/Baden-Baden am 20. November
Ludwigsburg
  • am 9.11.2017 im Anschluss an eine Teilpersonalversammlung für Beschäftigte in der Probezeit ein Pressegespräch mit betroffenen Lehrkräften
Ostwürttemberg
  • 13. Nov. – 1. Dez: Pressegespräch in Schwäbisch Gmünd unter Beteiligung PH und betroffener Grund- und Werkrealschullehrer/innen
  • 15. November: Kreisversammlung in Aalen zum Thema A13
  • 8. November: Infostand am Seminar in Schwäbisch Gmünd
Esslingen
  • 20.11.2017, im Anschluss an eine Teilpersonalversammlung Grundschule, um 17.00 Uhr eine öffentlichkeitswirksame Aktion,  Stadthalle Plochingen
  • Gespräch GEW-Schulleiter und Landtagsabgeordnete zu Situation an Grundschulen 26.10.2017
Lörrach
  • „Sprechstunde für Grundschullehrer/innen“  offenes Gespräch mit den beiden Landtagsabgeordneten Josha Frey (Grüne) und Rainer Stickelberger (SPD). Termin: Donnerstag, 07.12.17, 17:00 Uhr
  • Aktion im Rahmen der Schulrechtscrashkurses am Seminar Lörrach
Ortenau
  • 20.11.  um 16:00 Uhr Pressegespräch zum Thema ‚JA 13 für alle‘, die lokale Presse wird da sein und alle betroffenen GH-Lehrkräfte sind herzlich eingeladen, ihrem Unmut Luft zu machen
  • 20.11. um 17:00 Uhr beginnt die Kreisversammlung ebenfalls zu den Themen ‚JA 13 für alle‘ und ‚Grundschulen stärken‘. Mit dabei sind Ricarda Kaiser, Mitglied der Landesfachgruppe GS und die neu gewählte Bezirksvorsitzende Sandrina Vogt.
  • 29.11. Aktion zu 'JA 13 - auch für GS-Lehrkräfte‘ am Seminar Offenburg
Schwarzwald-Baar
  • 21.11.2017: Protestaktion/Flashmob im Rahmen der Personalversammlung des SSA Donaueschingen mit Trillerpfeife und Luftballons
Zollernalb-Kreis
  • Pressegespräch
  • Infostand am Seminar
  • Gespräch mit Nicole Hoffmeister-Kraut, Wirtschaftsministerin Baden-Württemberg
Böblingen
  • Pressegespräch mit Kolleginnen und Kollegen aus den Grund- und Hauptschulen.
Rhein-Neckar/Heidelberg
  • Schulbesuche an mehreren Tagen mit A12-Kräften. GEW bringt einen A13-Kuchen mit.
Ravensburg/
Bodenseekreis
  • Fotoaktion mit Rucksäcken und Schilder, davor Pressegespräch
  • Fotoaktion und Pressegespräch mit GS-Lehrer/innen im Rahmen der Bezirksversammlung am 14.11. mit GEW-Vorsitzenden Doro Moritz
Göppingen
  • Kreatives Foto und Interview mit GEW-Vorsitzenden Doro Moritz für die örtliche Presse im Rahmen der Kreisversammlung am 15.11.2017
Biberach
  • Stand am Seminar mit JA-13-Apfelkuchen
Rastatt/Baden-Baden
  • Informative Mittagspause „Grundschule – die abgehängte Schulart?“ 20.11.2017
Freiburg
  • Einladung zum Stammtisch "A13 auch für GH-Lehrer/innen" - Sie erhalten ein Freigetränk! Einladung siehe www.gew-fr.de
  • Gespräche mit Landtagsabgeordneten sind eine der wichtigsten Möglichkeiten, Veränderungen zu bewirken. Wenn Sie teilnehmen möchten, mailen Sie an: fels(at)gew-fr(dot)de. Ich maile Ihnen die Termine zurück. Der erste steht schon: 27. Nov., 16:00 Uhr mit Gabi Rolland.
  • Gespräch mit Prof. Dr. Druwe, dem Rektor der PH Freiburg, zur Frage "10 Semester auch für die Grundschulausbildung": 23. Nov., 15:30 Uhr. Sie können teilnehmen? Mailen Sie an Karin Maillard: maillard(at)gew-fr(dot)de.
Tuttlingen
  • Pressegespräch mit dem Gränzboten am 27.11.17 um 17 Uhr
  • Verabschiedung einer Resolution im Rahmen der KVS am 04.12.17
Mannheim
  • Brief an Abgeordnete
  • GS Seminar auch eine informative Mittagspause mit anschließendem Pressegespräch geben. 28.11.2017 von 12:00-14:00 Uhr
Heilbronn
  • GEW Stand bei der Personalversammlung am 23.11. und anschließende Pressekonferenz mit Doro Moritz
Personengruppe Frauen
  • Foto mit Statementpappe (10./11.11.)
  • Resolutionsversand an frauenpolitische Sprecherinnen

 

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Artikel Grundschule Baden-Württemberg
news-12990 Tue, 05 Dec 2017 15:30:29 +0100 Ausbildungsplätze für Hauptschüler/innen https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/ausbildungsplaetze-fuer-hauptschuelerinnen/ Das Wirtschaftsministerium und das Bündniss für Ausbildung wollen die Chancen von Hauptschüler/innen auf dem Ausbildungsmarkt verbessern. Das ist aus Sicht der GEW dringend notwendig, jedoch sind die vorgestellten Maßnahmen nicht erfolgsversprechend. Berufliche Bildung Artikel Baden-Württemberg news-12951 Thu, 30 Nov 2017 14:38:22 +0100 GEW fordert Platzgarantie in Beruflichen Gymnasien https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gew-fordert-platzgarantie-in-beruflichen-gymnasien/ Das Kultusministerium überarbeitet derzeit die Aufnahmeverordnung für die Beruflichen Gymnasien. Anlass ist die Tatsache, dass im kommenden Schuljahr erstmals Schüler/innen der Gemeinschaftsschule die beruflichen Gymnasien besuchen können. Berufliche Bildung Schule Artikel Gemeinschaftsschule Baden-Württemberg news-10042 Thu, 30 Nov 2017 11:11:00 +0100 Kostenlose Hotline der GEW: Beratung zur Lehrereinstellung https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/kostenlose-hotline-der-gew-beratung-zur-lehrereinstellung/ Wie stehen die Chancen für eine Einstellung? Welche Termine, Verfahren und Verträge gibt es? Welche Auswahlkriterien (z.B. Fächer, Region, Leistung, etc.) werden zugrunde gelegt? Fragen über Fragen und von der GEW gibt’s kompetente Antworten! Schule Artikel Referendariat Junge Baden-Württemberg news-12933 Wed, 29 Nov 2017 11:49:14 +0100 Stress lass nach https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/stress-lass-nach/ Ab Januar 2019 wird ein Teilzeit-Vorbereitungsdienst für Anwärter/innen mit Kindern unter 18 Jahren, pflegebedürftigen Angehörigen oder einer Schwerbehinderung eingeführt. Die GEW hat sich erfolgreich dafür eingesetzt. Schule LehrerInnenbildung Gleichstellung Artikel Referendariat Junge Baden-Württemberg news-12932 Wed, 29 Nov 2017 10:56:55 +0100 Widersprüche gegen altersdiskriminierende Besoldung ab 2012 erfolglos https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/widersprueche-gegen-altersdiskriminierende-besoldung-ab-2012-erfolglos/ Baden-Württemberg hatte mit dem Dienstrechtsreformgesetz 2010 ab 01.01.2011 die Besoldungsstufen nach Besoldungsdienstalter durch Erfahrungsstufen ersetzt. Nachzahlung wird nur gewährt, wenn der Antrag bis November 2011 gestellt wurde. Recht Artikel Baden-Württemberg news-12902 Fri, 24 Nov 2017 10:58:25 +0100 GEW-Frauen fordern: JA13! https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gew-frauen-fordern-ja13/ Die GEW-Frauen fordern mit einer JA13-Aktion die Benachteiligung der Grund- und Hauptschullehrkräfte und damit die geschlechtsbezogene Entgeltdiskriminierung zu beenden. Die von der Landesregierung eingesetzte Expertenkommission zur Reform der Lehrer/innenbildung hat 2013 nachvollziehbar und überzeugend dargelegt, warum alle Lehrer/innen künftig vergleichbar ausgebildet werden müssen: „Die spezifischen Tätigkeitsanforderungen der unterschiedlichen Lehrämter führen zu unterschiedlichen Kompetenzprofilen, die sich inhaltlich, aber nicht im Qualifikationsniveau oder der wissenschaftlichen Dignität unterscheiden. Die Kommission teilt insbesondere nicht den folgenschweren Irrtum, dass bei der Unterrichtung jüngerer oder lernlangsamerer Schülerinnen und Schüler Abstriche an der fachlichen Qualifikation von Lehrkräften vorgenommen werden könnten.“

Diese Argumentation gilt gleichermaßen für die Arbeitsbedingungen und die Besoldung der Lehrer/innen. Es darf keine Unterschiede in der Besoldung geben. Niemand würde auf die Idee kommen, dass Kinderärzte kürzer studieren müssen als Radiologen. Die fachlichen Anforderungen an Grundschullehrer/innen z.B. bei der Entwicklung von Lehr- und Lernsituationen, bei der individuellen Förderung sowie bei der entwicklungsorientierten Diagnostik sind anders, aber nicht geringer als in der Sekundarstufe I oder II.

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Bildung & Geschlecht Gleichstellung Artikel Baden-Württemberg
news-12886 Wed, 22 Nov 2017 13:24:47 +0100 Qualität gibt’s nicht umsonst https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/qualitaet-gibts-nicht-umsonst/ Im Kultusministerium wird derzeit ein neues Qualitätskonzept für das Schulsystem in Baden-Württemberg erarbeitet. Die Fremdevaluation wurde bereits ausgesetzt und der größte Teil der Evaluatoren zurück in Schulen geschickt. Berufliche Bildung Artikel Baden-Württemberg news-12883 Wed, 22 Nov 2017 11:29:06 +0100 Einstellungssituation an Beruflichen Schulen 2018 https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/einstellungssituation-an-beruflichen-schulen-2018/ Wenn die Kürzungspläne der Landesregierung realisiert werden droht 2018 eine Null-Einstellungsrunde an Beruflichen Schulen. Die GEW fordert keine Stellen zu streichen, sie werden dringend gebraucht. Berufliche Bildung Artikel Baden-Württemberg news-12882 Wed, 22 Nov 2017 11:12:28 +0100 Klassenteiler anpassen https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/klassenteiler-anpassen/ Auch in Werkstätten und Laboren an Beruflichen Schule arbeiten vermehrt Schüler/innen mit geringen Deutschkenntnissen. Um ihnen den Arbeits- und Gesundheitsschutz gut vermitteln zu können und Gefahren zu vermeiden, braucht es kleinere Gruppen. Berufliche Bildung Artikel Baden-Württemberg news-12878 Tue, 21 Nov 2017 18:53:13 +0100 Oberstufe an Beruflichen Gymnasien ändert sich https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/oberstufe-an-beruflichen-gymnasien-aendert-sich/ Die gymnasiale Oberstufe wird reformiert. Hauptzielrichtung ist ein Zurückgehen zu Leistungs- und Basisfächern. Für die Beruflichen Gymnasien bedeutet das Licht und Schatten. Berufliche Bildung Artikel Baden-Württemberg news-12874 Tue, 21 Nov 2017 16:11:05 +0100 Ausbildungsreport deckt Mängel auf https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/ausbildungsreport-deckt-maengel-auf/ Die DGB Jugend hat ihren Ausbildungsreport veröffentlicht. Ein Drittel der Befragten beklagt gravierende Mängel in der Ausbildung. An den Beruflichen Schulen wird vor allem die personelle und materielle Ausstattung schlecht bewertet. Berufliche Bildung Artikel Baden-Württemberg news-12865 Mon, 20 Nov 2017 15:25:03 +0100 Wie geht Gemeinschaftschule? https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/wie-geht-gemeinschaftschule/ Fünf Jahre nach dem Start der neuen Schulform ziehen Friedrich-Ebert-Stiftung und GEW Zwischenbilanz. Den Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe im ganzen Land machte Anfang November ein Fachtag in Stuttgart. Auf den ersten Blick ist die kurze Geschichte der neuen Schulform ein Erfolg. 304 Gemeinschaftsschulen gibt es heute in Baden-Württemberg. Schülerinnen und Schülern mit ganz unterschiedlichen Begabungen lernen hier gemeinsam. Die Gemeinschaftsschule ist auf dem Weg, sich neben den traditionellen Schulformen zu etablieren. Allerdings sinken an manchen Standorten die Anmeldezahlen. Kritiker sprechen deshalb von einer Krise der Gemeinschaftsschulen. Eltern setzten lieber auf  bekannte Schulformen, anstatt auf das gemeinsame und inklusive Lernen ohne Noten, rhythmisiertem Ganztag und innerer Differenzierung.

Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Fachtag an der Stuttgarter Altenburgschule stimmten dieser Analyse nicht zu. Vielmehr beklagten sie mangelnde öffentliche und politische Unterstützung für die Gemeinschaftsschulen, von denen die meisten aus Haupt- und Werkrealschulen hervorgegangen sind. „Die Argumentation in der Debatte um Gemeinschaftsschulen ist absurd“, sagte etwa die Erziehungswissenschaftlerin Katrin Höhmann von der PH Ludwigsburg. Herausforderungen bei der Gemeinschaftsschule würden immer gleich als Problem der gesamten Schulform gesehen, während Probleme etwa an Gymnasien unabhängig davon diskutiert würden.

Schulart im Aufbau

Die GEW-Vorsitzende Doro Moritz wies darauf hin, dass die Gemeinschaftsschule immer noch „eine Schulart im Aufbau“ sei. Sie betonte die Rolle der Gemeinschaftsschulen für die inklusive Bildung und innovative Lernformen: „Keine andere weiterführende Schule hat vergleichbar anspruchsvolle Aufgaben zu bewältigen. Dafür braucht die Gemeinschaftsschule mehr Unterstützung, eine bessere Bezahlung der Lehrkräfte und mehr Leitungsstellen.“ Ähnlich äußerte sich die Rektorin der Stuttgarter Altenburg-Schule, Katrin Steinhülb-Joos. Die Unterrichtsvorbereitung sei an den Gemeinschaftsschulen viel aufwändiger, schließlich müssten Lehrerinnen und Lehrer drei verschiedene Lernniveaus gestalten.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Saskia Esken bewertete die Arbeit der Gemeinschaftsschulen mit Blick auf Bildungserfolg und soziale Herkunft. Man dürfe Schüler/innen heute nicht mehr sortieren wie einst in der Ständegesellschaft des 19. Jahrhunderts, sagte sie. In kaum einem anderen Land sei der schulische Erfolg eines Kindes so eng an dessen Herkunft gekoppelt wie in Deutschland. Das gemeinsame Lernen könne dem entgegenwirken und für mehr Chancengerechtigkeit sorgen.

Das Fazit des Fachtages: Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg brauchen noch mehr Zeit und politische Unterstützung, um sich weiter zu etablieren. Dazu gehört nach Ansicht vieler Teilnehmer auch, Eltern das Konzept der Gemeinschaftsschulen noch besser zu erklären und die Kommunen als Schulträger und Partner ins Boot zu holen.  Werner Bundschuh, Bürgermeister der Gemeinde Schliengen sagte: „Die Schulen brauchen jetzt vor allem eines: Ruhe. Sie müssen aus dem ideologischen Feld raus und akzeptiert werden.“

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Schule Bildungssystem Artikel Gemeinschaftsschule Baden-Württemberg
news-12864 Mon, 20 Nov 2017 15:15:12 +0100 Lehrermangel betrifft auch Ruheständler https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/lehrermangel-betrifft-auch-ruhestaendler/ Der Lehrkräftemangel zeichnet sich für das Schuljahr 2017/18 besonders gravierend ab. Das „Maßnahmenpaket zur Lehrergewinnung“ der Kultusministerin Eisenmann vom 14. Juli 2017 sieht Maßnahmen vor, die auch Kolleg/innen im Ruhestand betreffen. Erfahrungsbericht von Erwin Trunk

Seit zwei Jahren bin ich in Pension und freute mich immer, wenn ich angefragt wurde, ob ich für ein paar Stunden Vertretung machen könnte. Gerne kam ich, wenn es zeitlich einigermaßen gepasst hat. Es machte mir Spaß und so bekam ich auch mal wieder die Bestätigung: „Ich kann es noch!“. Letztes Jahr erschien mir meine Tätigkeit zunehmend fragwürdiger. Eine Kollegin aus der Nachbarschule fragte an, ob ich nicht drei Tage für sie kommen könne, weil sie nur, wenn sie für Vertretung sorge, auf Fortbildung gehen dürfe. Natürlich sagte ich zu und genoss es, mich in den drei Tagen wieder einmal fast als Klassenlehrer zu fühlen. Aber – wie schlecht muss es um die Vertretungsreserve für Lehrer/innen stehen, wenn nicht einmal drei Tage Fortbildung mehr möglich sind, ohne dass „Hilfskräfte“ von außen angefragt werden müssen. Und – wie schlecht muss es um die Arbeitsbelastung von Schulleiter/innen stehen, wenn sie als Zuständige nicht mehr Vertretung organisieren.

Für das neue Schuljahr stellt sich für mich die Frage: Kaschiere ich nicht durch meine Tätigkeit als Handschlaglehrer, dass die Landesregierung zu wenig Lehrkräfte ausbildet und einstellt? Mit jeder Stunde, die ich halte, merken die Eltern, die eine große Macht als Wähler und als Antreiber des Schulamtes haben, ja nicht, dass Lehrerinnen und Lehrer für eine gute Schule fehlen. Andererseits: Mit jeder Stunde, die ich nicht halte, lasse ich meine ehemaligen Kolleg/innen und befreundete Lehrer/innen im Regen stehen, und sie können am wenigsten dafür, dass der Landesregierung gute Schule so wenig wert ist.

Deswegen frage ich mich: Ist es unsolidarisch, wenn ich mich den Kolleg/innen verweigere und sie dann zwei Klassen zu versorgen haben, oder ist es notwendig, damit die Regierung endlich merkt, dass es so nicht weitergehen kann? Wie handhaben das andere pensionierte Lehrkräfte? Wie gehen sie mit diesem Zwiespalt um?

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Schule Mitglieder 60+ Artikel Baden-Württemberg
news-12863 Mon, 20 Nov 2017 14:12:33 +0100 Fachlehrkräfte im Dialog https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/fachlehrkraefte-im-dialog/ Die Vorsitzende der Landespersonengruppe Fachlehrkräfte/Technische Lehrkräfte und Mitglied im Hauptpersonalrat GHWRGS am Kultusministerium Angelika Kistner kam zum Dialog mit Fachlehrkräften nach Biberach. Artikel Fachlehrer Baden-Württemberg news-12862 Mon, 20 Nov 2017 13:59:33 +0100 Mehr Demokratie an Hochschulen? https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/mehr-demokratie-an-hochschulen-2/ Erst 2014 wurde das Landeshochschulgesetz in Baden-Württemberg novelliert. Prompt folgte eine Verfassungsbeschwerde. Geklagt hatte ein Professor der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Karlsruhe. Er sah sich in seiner Wissenschaftsfreiheit verletzt und kritisierte ein zu großes Gewicht von Rektorat, Hochschulrat und Dekanen und eine zu geringe Bedeutung von Senat und Fakultätsrat. Bis März 2018 hat das Wissenschaftsministerium Zeit, das Landeshochschulgesetz anzupassen. Mit dem Urteil ging der Verfassungsgerichtshof über die Argumentation des Klägers und die bisherige Haltung des Bundesverfassungsgerichts noch hinaus. Das Gericht trug dem Wissenschaftsministerium auf, dem Gebot der Wissenschaftsfreiheit stärker zu entsprechen. Vor allem das individuelle Freiheitsrecht der Professor/innen sowie ihrer gewählten Vertretung im Senat müssten gestärkt werden. Bei allen wesentlichen wissenschaftsrelevanten Entscheidungen von Forschung und Lehre müssten sie die Mehrheit haben. Träger/innen der Wissenschaftsfreiheit seien die Professor/innen. Sie müssten in der Lage sein, einen Rektor, oder ein Rektoratsmitglied, das nicht ihr Vertrauen genieße, abzuwählen, ohne auf Stimmen aus anderen Gruppen oder Gremien angewiesen zu sein. So müssten die von den Professor/innen gewählten Mitglieder im Senat alleine mehrheitlich über die Abwahl eines Rektoratsmitgliedes entscheiden können. Gewählt werden könne ein Rektoratsmitglied nicht gegen die Stimmen der Vertreter/innen der Professor/innen. Statt einem bloßen Ausnahmerecht dieser Gruppe, das Management zu entlassen, wird dieser eng definierten Gruppe der Träger/innen der Wissenschaftsfreiheit die Mehrheit in allen Gremien eingeräumt.

Für die GEW ist das Urteil des Verfassungsgerichtshofs eine Schwächung der Senate, aber auch der Hochschulräte und der Rektorate. Im Senat werden demnach künftig die gewählten Vertreter/innen der Professor/innen dominieren. Die Vertreter/innen der Studierenden, Doktorand/innen und der wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Mitarbeiter/innen haben dadurch deutlich weniger Einfluss. Die Hochschulräte können nicht mehr auf Augenhöhe mit den Senaten agieren und die Rektorate sind künftig vom Wohlwollen der gewählten Vertreter/innen der Professor/innen abhängig. Die Bildungsgewerkschaft kritisiert die dem Verfassungsurteil zugrundeliegende Annahme, dass nur Professor/innen Grundrechtsträger/innen der Wissenschaftsfreiheit seien. Nur 7.358 der Wissenschaftler/innen an Baden-Württembergs Hochschulen sind Professor/innen. Forschung betreibt aber auch der „akademische Mittelbau“. Sie ist die größte Gruppe der wissenschaftlich und künstlerisch Beschäftigten (36.642). Dazu gehören auch 30.000 Promovierende und einige Studierende. In einer demokratischen Hochschule sollten alle Statusgruppen mitbestimmen. Deshalb sollte der Senat durch Professor/innen, akademische Mitarbeiter/innen, Doktorand/innen, Studierende und nichtakademische Mitarbeiter/innen paritätisch besetzt sein.

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Studium Wissenschaft Artikel b+w Baden-Württemberg