GEW Baden-Württemberg
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Sorge um Unterrichtsversorgung

Anlässlich der Kreisversammlung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Ostwürttemberg konnte die Kreisvorsitzende Margit Wohner zahlreiche Mitglieder aus Heidenheim, Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd begrüßen. Im Zentrum der Veranstaltung standen die Unterrichtsversorgung zu Schuljahresbeginn, die Besoldung von Lehrkräften und Schulleitungen sowie die Verabschiedung der Listen für die Personalratswahlen 2019.

Wohner führte anhand der Zahlen des Kultusministeriums aus, dass insbesondere an den Grundschulen, den Realschulen und vor allem an den Sonderpädagogischen Bildungs.-und Beratungszentren  die Unterrichtssituation brisant ist. Dies wurde von den Anwesenden bestätigt. Zwar sei an vielen Schulen der Pflichtbereich gerade mal abgedeckt, aber teilweise müsse schon jetzt der Klassenteiler überschritten werden und  es zeichne sich ab, dass spätestens im November mit vermehrtem Unterrichtsausfall in allen Schularten zu rechnen sei. Die Einstellung von befristet Beschäftigten und Pensionären ist weiterhin Praxis. Gerade die Praxis der befristeten Verträge wurde kritisiert, da die  Versammlung darin ebenfalls einen Grund für den Lehrermangel sahen.

Die Beförderung die ersten Hauptschullehrkräfte nach A 13 ab August diesen Jahres wertete die Versammlung als Erfolg der GEW, die sich über einen langen Zeitraum hinweg zusammen mit ihren Mitgliedern für die entsprechenden Qualifikationsmaßnahmen und die damit verbundene höhere Besoldung eingesetzt hatte. Auf Unmut stieß jedoch, dass ältere Lehrkräfte, die weiterhin an einer Haupt- oder Werkrealschule unterrichten müssen, von den Qualifikationsmaßnahmen ausgeschlossen werden.

Im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Bildung. Weiter denken!“ setzt sich die GEW auch für eine Aufwertung der Grundschullehrer/innen und deren Bezahlung nach A 13 ein.  Wohner führte aus: „Nicht zuletzt mit der Inklusion und der Integration von Kindern ohne ausreichende Sprachkenntnisse  sind die Anforderungen an die päda­gogische Arbeit an Grundschulen kontinuierlich gestiegen. Dass die überwiegend weiblichen Lehrkräfte an den Grundschulen immer noch nach A 12 bezahlt werden und die kürzeste Studienzeit haben, ist eine strukturelle Diskriminierung von Frauen“.

Das Konzept des Kultusministeriums zur Stärkung und Entlastung von Schulleitungen (Anhebung der Besoldung, höhere Leitungszeit, mehr Konrektorenstellen) wurde von der Versammlung im Grundsatz begrüßt. Einige der angekündigten Verbesserungen stünden jedoch  unter dem Vorbehalt einer ausreichenden Unterrichtsversorgung, so dass anzunehmen sei, dass sie sich in Luft auflösen werden. Als wenig wertschätzend empfanden es die Anwesenden, dass gerade die Schulleiter/innen kleiner Schulen (bis 40 Schüler) von den Verbesserungen ausgeschlossen sind.

Im Mittelpunkt des zweiten Teils der Veranstaltung standen die Personalratswahlen 2019. Von der Grundschule über die Gymnasien bis zu den  Beruflichen Schulen haben sich  Kolleg/innen bereit erklärt , bei diesen Wahlen zu kandidieren. Nach der Vorstellung der Kandidat/innen wurde den Listenvorschlägen zugestimmt.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete der Ausblick auf die im Februar 2019 stattfindenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des Landes. Man war sich einig, dass sich die Beamten mit den Arbeitnehmer/innen solidarisch erklären und diese in ihren Forderungen unterstützen werden.