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Coronavirus-Pandemie

GEW fordert, weiter PCR-Tests für Bildungseinrichtungen anzubieten

Wie sollten offene Kitas und Schulen weiter möglich sein, wenn die bisherige Teststrategie nicht mehr funktioniere, fragt GEW-Landesvorsitzende Monika Stein – und fordert von der Landesregierung, die Testkapazitäten schnell auszubauen.

Foto: Shutterstock/GEW

Die Bildungsgewerkschaft GEW erwartet von der Landesregierung Transparenz über die vorhandenen PCR-Testkapazitäten in Baden-Württemberg, eine Priorisierung auch für Bildungseinrichtungen und einen schnellen Ausbau der Testkapazitäten.

„Gut zwei Wochen nach den Weihnachtsferien entpuppen sich die Versprechen von offenen Schulen wieder einmal als Sonntagsreden. Die Infektions- und Quarantäne-Zahlen in den Kitas und Schulen schnellen nach oben, die Beschäftigten sind am Limit. Wie sollen offene Kitas und Schulen weiter möglich sein, wenn die bisherige Teststrategie nicht mehr funktioniert? Im ÖPNV soll es eine FFP2-Maskenpflicht geben, aber der Landesregierung gelingt es nicht, auch für Schüler*innen kostenlose FFP2-Masken bereitzustellen. Die Vorräte für die Beschäftigten, von denen uns auch Klagen über die Qualität der gelieferten Masken erreichen, reichen offenbar nur bis Ende Februar. Warum gelingt es Bremen, weiter PCR-Tests für Schulen anzubieten und dem reichen Baden-Württemberg nicht? Die Schüler*innen in Baden-Württemberg machen täglich ihre Hausaufgaben, die grün-schwarze Landesregierung nicht“, sagte Monika Stein, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Freiburg.

In Deutschland konnten in der zweiten Januarwoche 2.164 PCR-Tests ausgewertet werden, in Österreich im gleichen Zeitraum 89.543. In Bremen hat die Senatorin für Kinder und Bildung gestern (25. Januar 2022) mitgeteilt, ihre Behörde habe sich entsprechende Laborkapazitäten gesichert.

„Warum ist das bei uns nicht gelungen? Beschäftigte an Bildungseinrichtungen, die täglich stundenlang mit ihren weiterhin mehrheitlich ungeimpften Kindern und Jugendlichen in den Kitas und Klassenzimmern sitzen, empfinden es als Hohn, wenn Sozialminister Manfred Lucha lapidar mitteilt, es würden jetzt verlässliche Selbsttests zur Verfügung gestellt. Offenbar ist selbst das bisher nicht selbstverständlich gewesen. Gleichzeitig macht er nicht transparent, wie lange zum Beispiel PCR-Testkapazitäten für Bildungseinrichtungen ausreichen würden. Das Länd braucht wohl dringend Fachkräfte an der Spitze, denen es gelingt, vorausschauend und verlässlich die Bewältigung der Pandemie in den Bildungseinrichtungen zu organisieren“, sagte Stein.

Die Bildungsgewerkschaft setzt sich seit Monaten unter anderem für einen weiteren Ausbau der Luftreinigungssysteme oder Klimatechnik ein, will ausreichend FFP2-Masken für Schüler*innen und Lehrkräfte und eine Intensivierung der Impfkampagne für Schüler*innen ab zwölf Jahren und an beruflichen Schulen. Die Träger der Kitas und Schulen seien weiterhin in der Verantwortung, die Bildungseinrichtungen bei der Organisation von Tests zu unterstützen und mobile Impfaktionen anzubieten.

Kontakt
Matthias Schneider
Landesgeschäftsführer, Pressesprecher
Telefon:  0711 21030-14
Mobil:  0160 4458395