GEW Baden-Württemberg
Sie sind hier:

14.02.: Angestellte Lehrer/innen streiken landesweit

GEW: Leistungsfähiger öffentlicher Dienst braucht Gehaltsplus

10.02.2017 - GEW-Pressemitteilung

Stuttgart – Am nächsten Dienstag (14.02.) ruft die Bildungsgewerkschaft GEW die 12.000 angestellten Lehrer/innen in Baden-Württemberg zum ganztägigen Streik auf. „Wir orientieren uns an den Landtagsabgeordneten. Sie haben die Erhöhung ihrer Altersbezüge damit begründet, dass ein Mandat im Landtag attraktiv bleiben müsse. Umso mehr haben die deutlich schlechter bezahlten angestellten Lehrerinnen und Lehrer ein Gehaltsplus verdient. Der Lehrermangel in vielen Schularten ist auch eine Folge der gewachsenen Anforderungen in den Klassenzimmern. Die Arbeitgeber stehen in der Verantwortung, für bessere Arbeitsbedingungen und bessere Bezahlung zu sorgen, damit wir auch in Zukunft genügend pädagogische Profis für die Arbeit in den Schulen im Südwesten finden“, sagte am Freitag (10.02.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

In Baden-Württemberg werden zum Warnstreik auch verdi und die Gewerkschaft der Polizei aufrufen. In Stuttgart findet um 11:30 Uhr eine Kundgebung auf dem Schlossplatz statt, weitere Kundgebungen sind in Karlsruhe, Freiburg und Heidelberg geplant. Die GEW rechnet damit, dass am 14. Februar mehrere tausend Unterrichtsstunden ausfallen werden. Da fast an jeder Schule im Südwesten auch angestellte Lehrer/innen arbeiten, wird es flächendeckend zu Unterrichtsausfällen kommen. Betroffen sind auch die acht Heimsonderschulen (SBBZ mit Internat), dort sind auch andere Beschäftigte wie die Erzieher/innen Landesbeschäftigte und zum Streik aufgerufen. Auch GEW-Mitglieder an Hochschulen sind zum Warnstreik aufgerufen. Nächste Woche wird es in allen Bundesländern zu Streiks kommen. Der nächste Verhandlungstermin mit den Arbeitgebern ist am 16./17. Februar in Potsdam.

In der laufenden Tarifrunde macht sich die GEW für eine Erhöhung der Einkommen um sechs Prozent stark. Neben einer allgemeinen Entgelterhöhung kämpft die GEW für die Einführung einer Entwicklungsstufe 6 für die mittleren und höheren Entgeltgruppen, wie es sie bereits im Tarifvertrag für die Beschäftigten beim Bund und den Kommunen gibt. Ziel ist auch, die Zahl der Befristungen im öffentlichen Dienst einzudämmen. Besonders betroffen hiervon ist neben der Wissenschaft auch das Schulwesen. Alleine in Baden-Württemberg ist jeder vierte angestellte Lehrer nur befristet beschäftigt. Bundesweit sind von der Tarifrunde 700.000 Arbeitnehmer/innen betroffen, darunter 200.000 angestellte Lehrkräfte. In Baden-Württemberg sind zehn Prozent der rund 120.000 Lehrer/innen Angestellte. Außerdem arbeiten im Landesdienst knapp 800 Pädagogische Assistent/innen an den Schulen, Hunderte von Erzieher/innen an Heimsonderschulen und mehrere zehntausend Tarifbeschäftigte an Hochschulen.

Zurück