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TarifabschlussAcht Prozent mehr für Landesbeschäftigte

Die Gewerkschaften haben sich mit den Arbeitgebern auf einen Tarifabschluss geeinigt. Die Gehälter der Landesbeschäftigten steigen in drei Schritten um acht Prozent. Außerdem gibt es eine soziale Komponente und weitere Besonderheiten für Lehrkräfte.

03.03.2019 - GEW-Pressemitteilung

„Wir haben acht Prozent mehr erreicht. Das ist ein gutes Ergebnis, mit dem unsere GEW-Delegation am Fasnetssonntag aus Potsdam zurück nach Baden-Württemberg kommt. Jetzt hat die Landesregierung weitere Hausaufgaben, um ihren öffentlichen Dienst attraktiver zu machen“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Stuttgart.

Die Gehälter steigen nach der Einigung mit den Arbeitgebern am späten Samstagabend in drei Schritten um acht Prozent, darin enthalten ist eine soziale Komponente von 240 Euro über die Vertragslaufzeit von 33 Monaten. Die Gehälter der Beschäftigten steigen in drei Schritten: Rückwirkend zum 1. Januar 2019 um 3,2 Prozent (Mindestbetrag 100 Euro), zum 1. Januar 2020 um weitere 3,2 Prozent (90 Euro Mindestbetrag) und zum 1. Januar 2021 nochmals um 1,4 Prozent (50 Euro Mindestbetrag). Die Stufe 1 in den Entgeltgruppen des Tarifvertrages des Länder (TV-L) steigt überall mit gut elf Prozent in diesem Zeitraum überproportional. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 33 Monaten und endet am 30. September 2021. Die Zulage, die rund 50.000 angestellte Lehrkräfte erhalten, steigt von derzeit 30 Euro um 75 auf 105 Euro.

Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte erhalten mehr Geld

„Alle Kolleginnen und Kollegen erhalten ein starkes Lohnplus. Für unsere 12.000 angestellten Lehrkräfte ist es ein wichtiges Signal, dass verbindlich vereinbart wurde, dass Verbesserungen in der Eingruppierung kommen und eine Paralleltabelle erreicht werden kann. Dann wären sie endlich genauso eingruppiert wie die verbeamteten Kolleginnen und Kollegen. Unsere Erzieherinnen und Erzieher im Landesdienst, vor allem an den Heimsonderschulen werden künftig wie ihre Kolleginnen und Kollegen in den Kommunen bezahlt. Das ist ein deutliches Zeichen der Anerkennung der gesellschaftlich wichtigen Arbeit, die Erzieherinnen sowie Sozialarbeiter und Sozialpädagogen leisten“, so Moritz.

Die GEW erwartet von der Landesregierung, das Ergebnis auf die Beamtinnen und Beamten sowie Versorgungsempfänger zeit- und wirkungsgleich zu übertragen. Sie muss auch endlich wirksame Schritte gegen die hohe Zahl von Befristungen unternehmen. An den Schulen in Baden-Württemberg ist jede dritte tarifbeschäftigte Lehrkraft nur befristet angestellt, die Sommerferien werden nicht bezahlt. An den Hochschulen liegt die Befristungsquote bei 80 Prozent. „Wenn junge Leute in den Medien lesen, dass es da einen Arbeitgeber gibt, der jedes Jahr im Juli tausende Beschäftigte in die Arbeitslosigkeit schickt, nützen auch acht Prozent mehr Gehalt nicht viel, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu zeigen“, sagte die GEW-Landeschefin.

In Baden-Württemberg sind zehn Prozent der rund 120.000 Lehrerinnen und Lehrer Angestellte. Außerdem arbeiten als Tarifbeschäftigte im Landesdienst knapp 800 Pädagogische Assistentinnen und Assistenten an Schulen und gut 600 Erzieherinnen und Erzieher unter anderem an Heimsonderschulen.

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