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Lehrer-PrangerAfD will Methoden wie in totalitären Regimen anwenden

Die AfD plant nun auch in Baden-Württemberg eine Online-Plattform, auf der AfD-kritische Lehrkräfte gemeldet werden können. GEW-Landeschefin Doro Moritz warnt vor totalitären Auswüchsen der Partei und bietet betroffenen Lehrern Unterstützung an.

09.10.2018 - GEW-Pressemitteilung

Die Bildungsgewerkschaft GEW nennt die geplante AfD-Plattform für Schülerinnen und Schüler „Spitzelmethoden, wie sie zuletzt vor 75 Jahren an den Schulen in Baden-Württemberg angewandt wurden“.

„Die Jugendverbände der AfD in Bremen und Niedersachsen werden vom Verfassungsschutz beobachtet. Ausgerechnet diese Partei spielt sich jetzt als Hüterin der politischen Neutralität an den Schulen auf. Das ist absurd. Wir stehen solidarisch an der Seite der Lehrkräfte. Es gibt genug Positionen in der AfD, die in den Unterricht gehören.

Wenn sich Politiker einer Partei rassistisch oder demokratiefeindlich äußern, muss darüber gesprochen werden. In der AfD widersprechen Politiker grundsätzlichen demokratischen Werten, die es auch in der Schule zu schützen gilt. Darüber ist eine Auseinandersetzung sogar dringend nötig“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Stuttgart.

Die GEW begrüßt es, dass sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Kultusministerin Susanne Eisenmann klar gegen Bespitzelung positionieren und sich vor die Lehrkräfte im Südwesten stellen. „Wir ermutigen alle Lehrerinnen und Lehrer, Zivilcourage in der Schule und außerhalb zu zeigen und sich klar gegen Ausgrenzung und für Vielfalt einzusetzen“, sagte Moritz.

Die Bildungsgewerkschaft bietet ihren Mitgliedern Unterstützung an, sollten sie von Meldungen auf einer Plattform der AfD betroffen sein. Die GEW ist mit 50.000 Mitgliedern die größte bildungspolitische Interessenvertretung in Baden-Württemberg.

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