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Bessere Unterstützung der LehrkräfteAlle Schularten brauchen gute Bildung

Der Philologenverband behauptet aufgrund einer kleinen Erhebung mit 20 Personen, dass Gymnasiallehrkräfte an Gemeinschaftsschulen unzufrieden seien. Die GEW bezweifelt die Aussagekraft.

12.02.2020 - GEW-Pressemitteilung

„Die Lehrerinnen und Lehrer an allen Schularten brauchen Unterstützung, um allen Schülerinnen und Schülern gerecht zu werden. Wer Qualität stärken will, muss Lehrkräfte von der Grundschule bis zu den Beruflichen Schularten besser unterstützen. Wir haben in fast alle Schularten zu große Klassen, zu wenig Fortbildungsangebote und keine ausreichende Vertretungsreserve“, sagte am Mittwoch (12.02.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der GEW.

Die GEW, die 50.000 Mitglieder in allen Bildungsbereichen und an allen Schularten in Baden-Württemberg vertritt, nennt die Kritik an den Gemeinschaftsschulen unglaubwürdig. Der Philologenverband stützt seine Aussagen über unzufriedene Gymnasiallehrkräfte an Gemeinschaftsschulen auf Rückmeldungen von rund 20 Lehrkräften. Das sind 1,5 Prozent der 1.330 der Gymnasiallehrkräfte, die an den 306 Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg unterrichten. „Wer auf einer solchen Datengrundlage argumentiert, kann nicht ernst genommen werden“, sagte Moritz.

Die GEW setzt sich dafür ein, dass die Ausstattung der Schularten den jeweiligen Aufgaben gerecht wird. In der landesweiten GEW-Umfrage aus dem Jahr 2019 zu den Arbeitsbedingungen an den Schulen (unter rund 6.000 Lehrkräften) wird als größte Herausforderung im Unterricht die Leistungsbandbreite der Schüler*innen genannt, am stärksten an Realschulen. In der Sekundarstufe 1 aller Schularten werden Disziplin- und Verhaltensprobleme an erster Stelle genannt. „Wir brauchen dafür bessere Unterstützung an Gymnasien, Realschulen, Gemeinschaftsschulen sowie den Haupt- und Werkrealschulen. Das können kleinere Klassen und Lerngruppen, zusätzliche pädagogische Kräfte wie Schulsozialarbeiterinnen und mehr Fortbildungen sein. Wir erleben immer wieder, dass Fortbildungen zum Umgang mit Heterogenität überbucht sind“, sagte Moritz.

Die GEW setzt sich dafür ein, die Gemeinschaftsschulen für den Ganztagsbetrieb, Coaching und Inklusion besser zu unterstützen. „Sie sind mit den Grundschulen die einzige Schulart, die in diesem Umfang inklusiv arbeitet. Alle Gemeinschaftsschulen müssen den Ganztagsbetrieb organisieren. Ich habe bei meinen Schulbesuchen fast ein Drittel der Gemeinschaftsschulen kennengelernt. Diese stoßen auf eindrucksvolle Akzeptanz bei den Eltern. Diejenigen, die Gemeinschaftsschulen kennen, sind überzeugt von diesem zukunftsweisenden Konzept“, sagte Moritz.

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