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AnmeldezahlenAn allen Schulen allen Kindern und Jugendlichen gerecht werden

Das Kultusministerium hat die Anmeldezahlen der weiterführenden Schulen für das Schuljahr 2019/20 bekannt gegeben. Die GEW sieht die größte Herausforderung für Real- und Gemeinschaftsschulen und fordert bessere Unterstützung.

02.05.2019 - GEW-Pressemitteilung

Die GEW bezeichnet die Anmeldezahlen auf die weiterführenden Schulen als „klaren Auftrag für die Bildungspolitik“.

„Vor allem in den Realschulen und Gemeinschaftsschulen lernen immer mehr Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Voraussetzungen miteinander und können unterschiedliche Abschlüsse erreichen. Die Lehrerinnen und Lehrer an allen Schularten brauchen Unterstützung, um allen Schülerinnen und Schülern gerecht zu werden. Der Ausbau der Poolstunden an den Realschulen ist dabei ein erster richtiger Schritt. Wer Qualität stärken will, muss Lehrkräfte an Schulen mit großer Heterogenität in die Lage versetzen, der Unterschiedlichkeit der Kinder gerecht zu werden“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Stuttgart.

Die GEW appelliert an die Landesregierung, Lehrkräfte an Haupt- und Werkrealschulen nicht zu vergessen. „Es ist diskriminierend, dass alle Hauptschullehrkräfte an anderen Schularten A 13 bekommen können, die gleichen Lehrkräfte an Werkrealschulen aber nicht. Neu eingestellte Lehrerinnen und Lehrer erhalten sofort A 13 und verdienen pro Monat 400 bis 500 Euro mehr als ihre Kolleginnen und Kollegen, die zum Teil 30 bis 40 Jahre Berufserfahrung mitbringen“, so Moritz.

An den Realschulen gibt es die größte Heterogenität

Die GEW setzt sich dafür ein, dass die Ausstattung der Schularten den jeweiligen Aufgaben gerecht wird. An den Realschulen, an denen jeweils fast ein Viertel der Fünftklässler eine Haupt- und Werkrealschulempfehlung oder eine Gymnasialempfehlung mitbringt, gibt es die größte Heterogenität in den Klassen. In der landesweiten GEW-Umfrage zu den Arbeitsbedingungen an den Schulen wird als größte Herausforderung im Unterricht die Leistungsbandbreite der Schülerinnen und Schüler genannt, am stärksten an Realschulen.

In der Sekundarstufe I aller Schularten werden Disziplin- und Verhaltensprobleme an erster Stelle genannt. „Wir erleben immer wieder, dass Fortbildungen zum Umgang mit Heterogenität überbucht sind. Warum baut das Kultusministerium nicht schnell die Fortbildungsangebote aus, anstatt die Schulen nur mit einer Qualitätsreform zu vertrösten, deren Folgen erst in vielen Jahren zu spüren sein werden“, sagte die GEW-Landeschefin.

Die GEW setzt sich dafür ein, die Gemeinschaftsschulen für den Ganztagsbetrieb, Coaching und Inklusion besser zu unterstützen. „Ich besuche jeden Monat mehrere Gemeinschaftsschulen. Diese stoßen auf eindrucksvolle Akzeptanz bei den Eltern. Diejenigen, die Gemeinschaftsschulen kennen, sind überzeugt von diesem zukunftsweisenden Konzept“, ergänzte Moritz.

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